Youtube Instagram Pinterest Flickr Google+
Headerimage

Naturwaldreservat Rusler Wald

Das Naturwaldreservat Rusler Wald liegt nordwestlich von Lalling im Landkreis Deggendorf. Das Reservat befindet sich im Staatswald und wird durch den Forstbetrieb Bodenmais der Bayerischen Staatsforsten AöR betreut. Die 23,4 Hektar große Fläche gehört zum FFH (Fauna-Flora-Habitat)-Gebiet „Deggendorfer Vorwald" und wurde im Jahr 1978 als eines der ersten Naturwaldreservate in Bayern ausgewiesen.

STANDORT  

Am Nordrand des „Lallinger Winkels" ragen der Hausstein (917 m) und der benachbarte Steinriegel (819 m) auf. Das Naturwaldreservat umfasst die Südwesthänge des fels- und blockreichen Steinriegels. Vorherrschende Baumart ist die Buche, der reichlich Tanne und in geringem Umfang Fichte, auf den Blockhalden Bergahorn und im Osten auch die Europäische Lärche beigemischt sind. Insbesondere die nördlichen Felsstandorte weisen einen hohen Tannenanteil auf. Die natürliche Waldgesellschaft ist der Waldmeister-Buchenwald.  

ÖKOLOGISCHE BESONDERHEITEN

In der Krautschicht sind verschiedene Farne wie der Breitblättrige Dornfarn und der Gewöhnliche Wurmfarn vermehrt vorhanden. Das Totholz im Naturwaldreservat bietet den Pilzraritäten wie dem Grobwarzigen Flockenschüppling an Buchenholz und der Breitblättrigen Glucke an der Tanne eine gute Lebensgrundlage.

Unter den Käferarten kommt ein Schwarzkäfer als typischer Vertreter alter Wälder vor, der ausschließlich in den Fruchtkörpern des Zunderschwamms wohnt. Die Zunderschwämme finden sich im Reservat an zahlreichen absterbenden Buchen.

Ebenso ist die Alpenwegschnecke, eine in Deutschland gefährdete Art, die kühlere Lagen des Bayerischen Waldes bevorzugt, im Reservat beheimatet. Die Schmetterlingsvielfalt ist im Rusler Wald sehr ausgeprägt. Insbesondere die vielen Nachtfalter wie Mondfleck und Hausmutter sorgen für den Artenreichtum.  

WALDENTWICKLUNG  

Im Reservat befindet liegt eine 100 m × 100 m (1 Hektar) große Forschungsfläche. Dort sind alle Bäume dauerhaft markiert und nummeriert. Die Entwicklung der einzelnen Bäume, des für viele Tier- und Pilzarten wichtigen Totholzes und der Waldverjüngung werden in regelmäßigen Abständen von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft untersucht.

Im Zeitraum von 1978 bis 2009 hat sich dort die Stammzahl von 259 auf 329 Stück erhöht. Auch der Holzvorrat ist im Beobachtungszeitraum von 609 auf 735 Festmeter angewachsen. Bei den Baumartenanteilen hat es eine leichte Verschiebung gegeben. Der Buchenanteil ist von 44 auf 54 % und der Fichtenanteil von 6 auf 7 % angewachsen, während der Anteil der Tanne von 41 auf 33 % und der Anteil des Bergahorn von 8 auf 6 % zurückgegangen ist. Auf der Fläche hat sich bis zur letzten Aufnahme im Jahr 2009 mit 65 Festmetern (fm) auch schon eine ansehnliche Menge an ökologisch wertvollem Totholz in stehender (5 fm) und liegender Form (60 fm) angesammelt.  

SO FINDEN SIE HIN   

Von Deggendorf fahren Sie auf der Staatsstraße St 2135 in Richtung Regen; am Golfplatz Rusel biegen Sie rechts ab, in Richtung Schaufling. In der ersten Kehre fahren sie geradeaus in die Forststraße. Nach wenigen Metern liegt linker Hand das Naturwaldreservat. Nähere Informationen finden Sie in der Randspalte! Zur Seite Wald schützen.