Youtube Instagram Pinterest Flickr Google+
Headerimage

Multitalent: Was leisten eigentlich unsere Wälder?

Am 21. März ist Internationaler Tag des Waldes

Der Wald, so wie wir ihn heute in Bayern kennen, ist menschengemacht. Rund fünf Milliarden Bäume wachsen in den Bayerischen Wäldern. Hinter dieser enormen Zahl an Individuen verbirgt sich eine Gesamtleistung des Waldes, die mehr ist als die Summe seiner Bäume. Viel mehr.

2,61 Millionen Hektar Wald gibt es in ganz Bayern, das ist fast ein Viertel der gesamten Waldfläche Deutschlands. Damit ist Bayern das waldreichste Bundesland der Republik. Er ist Lebensraum und Holzlieferant, Erholungsort und Arbeitsplatz. Der Wald ist ein wahres Multitalent in Sachen Vielfalt, für fast jeden Wunsch hält er eine Antwort bereit. Der Tag des Waldes an diesem Mittwoch ist eine gute Gelegenheit, auf die enormen Leistungen unserer Wälder hinzuweisen – und auf die Menschen, die dafür sorgen, dass der Wald auch künftig diese vielfältigen Aufgaben erfüllen kann.

Unser Wald in Zahlen

Schon auf einer Fläche von einem Hektar, also 100x100 Meter, vollbringt der Wald Erstaunliches. Klicken Sie doch einfach mal auf die Symbole:

100x100 - das leistet ein Hektar Wald

50 Tonnen
Ruß und Staub/Jahr

Pro Hektar filtern Wälder jährlich bis zu 50 Tonnen Ruß und Staub aus der Atmosphäre.

7,4 Kubikmeter
Stärkeres Totholz

10 Stück
Biotopbäume

0,4 Stück
Starke Laubbäume

Rund 13 000 Arten leben bei uns im Wald. Davon sind alleine 4 500 Arten an Totholz gebunden - darunter 50 Prozent der waldbewohnenden Käferarten und 1 500 Pilzarten. Allein an der Eiche sind über 1 000 Insektenarten zu zählen. Durch aktiven Nutzungs- und Verwertungsverzicht in bewirtschafteten Wäldern wie die Anreicherung von Totholz (im Staatswald im Schnitt 7,4 Kubikmeter stärkeres Totholz/ Hektar), den Schutz von Biotopbäumen (im Staatswald durchschnittlich 10 Stück/ Hektar naturnaher Wald) und den Erhalt von starken Laubbäumen (derzeit 282 000 Stück im Staatswald, Tendenz steigend) leisten wir einen aktiven Beitrag, die natürlichen Lebensräume vor allem von Wald bewohnenden Arten zu erhalten und zu verbessern.

Baumartenverteilung nach Fläche

Fichte 44% Tanne 2% Kiefer 17% Sonstige Nadelhölzer 4%


Buche 17% Eiche 6% Sonstiges Laubholz 5% Edellaubholz 5%

Die auf diesem Hektar idealisiert dargestellten Baumartenanteile entsprechen der aktuellen Baumartenverteilung nach Fläche im gesamten bayerischen Staatswald.

15 Meter
Erholungswege

Mehr als 9 000 Kilometer Wanderwege, 3 500 Kilometer Radwege, knapp 300 Kilometer Reitwege und 150 Kilometer Lehrpfade gibt es im bayerischen Staatswald.

3,7 Tonnen
Steine und Erden/Jahr

Im bayerischen Staatswald wurden 2012 3 Mio. Tonnen Bodenbestandteile gewonnen. Vor allem Steine, Sand und Tone.

0,1 Arbeitsplätze

190 000 Menschen leben in Bayern direkt und indirekt vom Wald. Waldarbeiter, Schreiner, Holzhändler und viele mehr. Bezieht man diese auf die Gesamtwaldfläche in Bayern, dann gibt ein Hektar Wald 0,1 Beschäftigten Lohn und Brot.

100 000 Kubikmeter
(Trink-)Wasser

Je nach Baumart bildet ein Hektar Wald zwischen 80 000 und 160 000 Kubikmeter neues Grundwasser. Nicht umsonst liegen 141 000 Hektar der rund 280 000 Hektar Wasserschutzgebiete in Bayern im Wald - davon mehr als die Hälfte im Staatswald.

7,2 Festmeter
Holz/Jahr

Auch wenn 8,5 Festmeter pro Jahr und Hektar nachwachsen: Wir ernten nicht mehr als den nachhaltigen Hiebsatz: Je Hektar sind das 7,2 Festmeter. Totes Holz verbleibt als wichtiger Lebensraum im Wald. Gleiches gilt für wichtige Nährstoffe.

0,1 Stück
Wild/Jahr

Im bayerischen Staatswald werden jedes Jahr mehr als 50 000 Rehe, Wildschweine und Hirsche erlegt. So sollen sich die natürlicherweise vorkommenden Bäume im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen (wie etwa Zäune) natürlich verjüngen.

10,6 Tonnen
CO₂-Bindung/Jahr

Das nachwachsene Holz speichert große Mengen CO2. Abhängig ist das von der Baumart und den Bedingungen vor Ort. Wälder in den gemäßigten Breiten mit einem mittleren Alter von 55 Jahren binden 10,6 Tonnen CO2. Jährlich. Optimal ist es, wenn das Holz genutzt wird und daraus ein Dachstuhl oder Tisch entsteht. So lässt sich pro Festmeter Holz rund eine Tonne CO2 viele Jahrzehnte speichern.

15 – 30 Tonnen
O₂/Jahr

Ein Hektar Laubwald setzt pro Jahr 15 Tonnen Sauerstoff frei, ein Nadelwald sogar 30 Tonnen.

Die spannendsten Fakten

  • Ein Hektar Laubwald setzt pro Jahr 15 Tonnen Sauerstoff frei, ein Nadelwald sogar 30 Tonnen.
  • Pro Hektar filtern Wälder jährlich bis zu 50 Tonnen Ruß und Staub aus der Atmosphäre. Verglichen mit der Stadtluft sind die Werte um mehr als 90 % Prozent besser.
  • Je nach Baumart bildet ein Hektar Wald zwischen 80 000 und 160 000 Kubikmeter neues Grundwasser im Bestandsleben.
  • Wälder mit einem mittleren Alter von 55 Jahren binden 10,6 Tonnen CO2 pro Hektar. Jährlich. Optimal ist es, wenn das Holz genutzt wird und daraus ein Dachstuhl oder Tisch entsteht. So lässt sich pro Festmeter Holz rund eine Tonne CO2 viele Jahrzehnte speichern.
  • Jeder Hektar Wald bietet 0,1 Arbeitsplätze190 000 Menschen leben in Bayern direkt und indirekt vom Wald. Waldarbeiter, Schreiner, Holzhändler und viele mehr.
  • 7,2 Festmeter Holz werden pro Hektar im Wald geerntet – auch wenn 8,5 Festmeter pro Jahr und Hektar nachwachsen. Totes Holz verbleibt als wichtiger Lebensraum im Wald. Gleiches gilt für wichtige Nährstoffe.
  • Pro Hektar gibt es 7,4 Kubikmeter „Stärkeres Totholz“, 10 Biotopbäume und 0,4 „Starke Laubbäume“ – Rund 13 000 Arten leben bei uns im Wald. Davon sind alleine 4 500 Arten an Totholz gebunden - darunter 50 Prozent der waldbewohnenden Käferarten und 1 500 Pilzarten.
  • Pro Hektar gibt es 15 Meter Erholungswege – Mehr als 9 000 Kilometer Wanderwege, 3 500 Kilometer Radwege, knapp 300 Kilometer Reitwege und 150 Kilometer Lehrpfade gibt es im bayerischen Staatswald.
  • Regional, gesund und lecker: Jeder Hektar Wald liefert 0,1 Stück Wild/Jahr – Im bayerischen Staatswald werden jedes Jahr mehr als 50 000 Rehe, Wildschweine und Hirsche erlegt. So sollen sich die natürlicherweise vorkommenden Bäume im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen (wie etwa Zäune) natürlich verjüngen. 
  • Der Begriff „Nachhaltigkeit“ kommt ursprünglich aus der Forstwirtschaft: "Schlage nur so viel Holz ein, wie der Wald verkraften kann! So viel Holz, wie nachwachsen kann!" So formulierte Hans-Carl von Carlowitz 1713 als erster das Prinzip der Nachhaltigkeit in seinem Buch über die Ökonomie der Waldkultur "Silvicultura oeconomica".
  • In Bayern gibt es ca. 5 Milliarden Bäume.
  • Baumartenverteilung nach Fläche im bayerischen Staatswald:
         Fichte 44%; Tanne 2%; Kiefer 17%; Sonstige Nadelhölzer 4%
         Buche 17%; Eiche 6%; Sonstiges Laubholz 5%; Edellaubholz 5%
  • Der höchste Baum Bayerns ist eine Douglasie im Kalten Grund im Forstbetrieb Heigenbrücken mit 60,5 m.
  • Rechnerisch entfällt auf jeden Einwohner Bayerns rund 2.000 Quadratmeter Wald.
  • Die Tanne ist für viele Menschen zum Synonym für Nadelbäume schlechthin geworden, doch die Tanne bedeckt gerade einmal zwei Prozent der bayerischen Staatswaldfläche. Mit der Tannenoffensive soll ihr Anteil im Staatswald bis 2050 auf sechs Prozent verdreifacht werden.
  • Deutschland wäre ohne menschliches Zutun ein Buchenland. Im Staatswald ist sie mit Abstand die häufigste Laubbaumart. Und sie baut ihren Vorsprung aus: In den vergangenen zehn Jahren hat sie von 15,9 auf 17 Prozent zugelegt. Ihr Anteil wird sich noch weiter erhöhen: In 50 Jahren soll er bei 26 Prozent liegen.
  • Die Fichte ist und bleibt der Brotbaum der Förster und Waldbesitzer. Im bayerischen Staatswald wächst sie auf 44 Prozent der Fläche, Tendenz im letzten Jahrzehnt leicht rückläufig. Die feuchtigkeitsliebende Fichte leidet unter dem Klimawandel insbesondere dort, wo sie in der Vergangenheit auf nicht optimalen Standorten gepflanzt wurde. Langfristig wird ihr Anteil auf 36 Prozent zurückgehen.
  • Die Kiefer ist immer noch die zweithäufigste Baumart der Bayerischen Staatsforsten, auch wenn sich ihr Anteil in den vergangenen zehn Jahren von 17,7 auf 16,8 Prozent verringert hat. Langfristig wird die Lichtbaumart weiter an Bedeutung verlieren: In 50 Jahren dürften nur noch 8 Prozent der Staatswaldfläche von der Kiefer beschattet werden.
  • Auf den von den Bayerischen Staatsforsten  bewirtschafteten Flächen sind knapp 6 Prozent mit Eiche bestockt, mit Trauben- und Stieleichen. Ihren Anteil hat sie leicht erhöhen können. In 50 Jahren wird er bei 7 Prozent liegen. Die Eiche liefert wertvolles und dauerhaftes Holz, besonders bekannt ist die Qualität der Spessarteichen. Auch für Tiere ist sie ein Gewinn: Über 1 000 mit der Eiche vergesellschaftete Insektenarten sind bekannt, davon allein fast 180 Großschmetterlinge.
  • Ursprünglich ein Spezialist fürs Gebirge, kommt die Lärche heute auch im Flachland vor. Wenn auch nur mit einem geringen Anteil von gut drei Prozent im Staatswald, der sich auch nicht weiter erhöhen wird. Als einzige heimische Nadelbaumart verliert sie ihre Nadeln im Herbst.
  • Bäume geben sogenannte Terpene und ätherische Öle ab, die nicht nur frisch, würzig und angenehm riechen, sondern auch heilsam für die Bronchien sind. Das liegt an der Fähigkeit von ätherischen Ölen, Bakterien, Keime und sogar Viren zu bekämpfen. Wer einen ordentlichen Katarrh hat, greift zu einschlägigen Erkältungstees. Viele dieser Heißgetränke machen sich die ätherischen Bestandteile zunutze, um Schleim zu lösen und Bakterien loszuwerden.