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Der Rindenschröter – Seltene Käferart im NWR „Ammerleite“ wiederentdeckt

Oberammergau, 24. November 2016 - Im kürzlich neu ausgewiesenen Naturwaldreservat „Ammerleite“ hat eine erste grobe Überprüfung des Lebensraums und des Arteninventars  durch Experten der LWF eine faustdicke Überraschung gebracht: Im Naturwaldreservat mit seinem enormen Totholzanteil konnte der Rindenschröter (Ceruchus chrysomelinus) aus der Familie der Hirschkäfer bestätigt werden.  Diese auf stark braunfaules Totholz von Tanne, Fichte, Erle und Eiche angewiesene Hirschkäferart ist 11-15 mm groß und kommt bevorzugt in Wäldern mit einem Totholzanteil über 70 fm/ha vor. Sie gilt  als sog. „Urwaldreliktart“ und konnte bisher nur noch in 2 weiteren NWR in Bayern (Rehberg, Eichhall) nachgewiesen werden. Bundesweit ist sie auf der Roten Liste Kat. 1 („vom Aussterben bedroht“), bayernweit auf der Roten Liste Kat. 2 („stark gefährdet“). In Bayern sind derzeit nur 11 Fundstellen bekannt, bundesweit nur 23.

Die Entdeckung belegt zwei Dinge eindrucksvoll: Erstens ist die Ammerleite als Standort eines neuen Naturwaldreservats gut gewählt. Und zweitens konnte auch die bisherige naturnahe Waldbewirtschaftung in den steilen Ammereinhängen den Lebensraum für diese  besonders seltene Tierart erhalten und für die Zukunft bewahren .