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Bayerische Staatsforsten setzen auf seltene und kostbare Baumarten

Die Elsbeere ist eine der ökologisch und wirtschaftlich wertvollsten Hölzer Europas. Besonders in Zeiten des Klimawandels, rückt sie immer weiter in den Vordergrund, da diese Baumart besonders klimatolerant und robust ist.

Beratzhausen, 18. Oktober 2016 - Die Elsbeere (sorbus torminalis), auch „schöne Else“ genannt, ist eine Laubbaumart, die der Oberpfälzer leider kaum mehr kennt. Der seltene Baum war 2011 deswegen zum Baum des Jahres auserkoren. Nur mehr zählbare Exemplare finden sich in den Wäldern der Oberpfalz mit Schwerpunkt in den Juralagen des Naabtals. Grund genug für die Bayerischen Staatsforsten sie zur Steigerung der Artenvielfalt, heute Biodiversität genannt, zu erhalten. Dazu wurden nun einzelne Bäume zur Nachwuchsgewinnung beerntet. Genauer gesagt im Revier Beratzhausen, denn bei Förster Roland Seitz wachsen noch einige ältere dieser Schätze. Nachhaltig sollen diese nachgezogen werden. 

Die Elsbeere ist eine der ökologisch und wirtschaftlich wertvollsten Hölzer Europas. Besonders in Zeiten des Klimawandels, rückt sie immer weiter in den Vordergrund, da diese Baumart besonders klimatolerant und robust ist. Das Holz ist als Furnierholz für exklusive Möbel sehr beliebt. Das Laubholz findet allerdings auch bei Instrumentenbauern und Drechslern einen hohen Anklang.

Bei der Saatgutgewinnung ist es wichtig, möglichst viele verschiedene Mutterbäume zu beernten, denn dadurch wird die genetische Vielfalt und somit die Vitalität der Jungbäume gesichert. Da die meisten Beeren im oberen Bereich der Krone des Baumes wachsen, erfolgte die Beerntung der Bäume im Staatswald der Naabtalhänge mittels einer Hebebühne. Diese beförderte die Erntehelfer in ihrem Korb bis zu 25 Meter hoch in die Gipfel des Waldes. Dort wurden die Beeren mit der Hand von den Ästen gezupft und in Eimern gesammelt. Nach der Beerntung wird das gewonnene Saatgut im unternehmenseigenen Pflanzgarten der Bayerischen Staatsforsten angezogen. Nach zwei Jahren erhalten der Forstbetrieb Burglengenfeld und speziell das Revier Beratzhausen die „Bäumchen“ zur Auspflanzung im Wald zurück. So werden regional geeignete Baumarten gesichert und gefördert. Im ersten Moment erscheinen diese Maßnahmen besonders aufwendig, doch seltene heimische Baumarten sind es wert, erhalten zu werden. Gleichzeitig wird die regionale Ursprungsbestockung autochthon gesichert.

Als lebender Baum bietet die Elsbeere vielen Kleintieren Lebensraum und ist während der Blüte sogar eine richtige Bienenweide. Die weißen Blüten versorgen unsere „Pollensammler“ und viele weitere Insekten mit wertvollem Nektar. Auch das Wurzelsystem des Baumes leistet einen erheblichen Beitrag zum Ökosystem. Die Elsbeere lockert den Boden auf, über ihre tiefreichenden Wurzeln stabilisiert sie sogar ihre Nachbarbäume. Gerade an Randflächen bietet die Elsbeere so Schutz vor Windwurf für den ganzen Wald. Die Bayerischen Staatsforsten bieten in ihren Revieren im Oberpfälzer Jura ideale Standortbedingungen. Die Elsbeere liebt nährstoffreiche Böden und sonnenwarme Standorte. Hiervon gibt es eine ganze Menge. Die Bäume tragen nur alle paar Jahre und auch erst im fortgeschrittenen Alter Früchte. In Teilen Österreichs werden sie sogar aufwändig zur Herstellung von Schnäpsen verwendet. Doch auch Tieren bietet der Baum Nahrung. Gerade im Herbst ernähren sich viele Vögel von den Früchten der Elsbeere. Viele Argumente für die Erhaltung und Förderung dieser vielseitigen Baumart in unseren Wäldern. Gerade im Waldumbau für den Klimawandel setzen die Bayerischen Staatsforsten auf Vielfalt und langfristige Stabilität.