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Trockenheit lässt erwartete Eichenmast verdorren

Eigentlich müssten alle Eicheln so groß sein, wie die links. Tatsächlich sind ganz viele klein und vertrocknet.

(29.09.2016) – Rothenbuch Des einen Freud, des anderen Leid: Der wunderschöne, trockene Sommer hat dazu geführt, dass die Eicheln im Spessart in einem hohen Maße vertrocknet sind. Eigentlich hatten die Förster des Forstbetriebs Rothenbuch der Bayerischen Staatsforsten dieses Jahr auf eine Eichenmast gehofft. Als Mast wird eine starke Fruktifikation der Eichen bezeichnet.

So hatten im Frühjahr die Eichen stark geblüht und der viele Regen im Frühsommer versprach große Eicheln. Doch das heißt noch nicht, dass im Herbst auch viele Eicheln fallen. „Denn es gibt viele Faktoren, die das Fruktifizieren der Eichen beeinflussen. Beispielsweise die Witterung. Es kann auch passieren, dass trotz reicher Blüte kaum Eicheln gebildet werden, wenn z.B. während der Blüte ein Frost diese beschädigt oder wenn es wie dieses Jahr zwei Monate kaum regnet“, erklärt Forstbetriebsleiter Jann Oetting.

2009 gab es bei der Eiche das letzte Mal eine Mast. Nun werden die Förster umplanen müssen: Statt vielen, kleinen Saatflächen soll es nun eine Mischung geben aus einer Naturverjüngungsfläche und wenigen, kleinen Saatflächen. Für die Saatfläche werden auch Eicheln gesammelt. Der Rest der gesammelten Eicheln geht dann an den Pflanzgarten der Bayerischen Staatforsten in Bindlach. Denn aus einem Zentner Eicheln können dort ca. 4.000 Eichenpflanzen gezogen werden, die dann in zwei Jahren zur Verfügung stehen. „Die Planung sieht in einem 10-jährigen Zeitabschnitt eine Eichennachzuchtfläche von rund 33 Hektar vor. Möglichst viel soll durch Saaten realisiert werden – das geht aber nur bei einer guten Mast“, stellt der Forstchef die anspruchsvolle Aufgabe dar.

Im Spessart gibt es eine lange Tradition der Eichensaat. Vor über zwei Jahrhunderten wurde damit schon begonnen. Die Spessarteichen sind für ihre hervorragende Holzqualität bekannt und weltweit nachgefragt. Um sie hier zu erhalten, muss der Mensch sie hegen und pflegen und stets gegen die Buche verteidigen. „Ohne Förster keine Eiche im Spessart!“ fasst Oetting zusammen.