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Reiselustige Gesellen

Drei junge Schwarzstörche in ihrem Nest auf einer Kiefer bei den Bayerischen Staatsforsten (Foto: Andreas Ebert, BaySF)

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Schwarzstorch brütet im Allgäu

Kempter Wald, 16. Mai 2017 - Der Schwarzstorch ist ein sehr reiselustiger Geselle. Und obwohl er weit rumkommt, fühlt er sich im Kempter Wald offensichtlich seit längerem recht wohl. Mittlerweile beherbergt der vom Forstbetrieb Sonthofen der Bayerischen Staatsforsten betreute Kempter Wald zwei Brutpaare dieser besonderen Vogelart, die als gefährdete Tierart auf der roten Liste Bayern steht. 

„Wir sind sehr stolz darauf, in unseren Wäldern diesen Nachweis für eine naturnahe Waldbewirtschaftung und Jagd führen zu können“ freut sich Revierjagdmeister Joachim Hoffmann. Er hatte im Jahr 2005 den ersten Horst mit den brütenden, scheuen Waldbewohnern entdeckt. Leider wurde der Horst im selben Herbst durch einen Sturm zerstört. Denn die großen, schweren Horste sind sehr windgefährdet. Das Brutpaar hat sich aber im darauffolgen Jahr erfolgreich an einer anderen Stelle vermehrt.

Seit mehreren Jahren kümmert sich die "Allgäuer Arbeitsgruppe Schwarzstorchschutz" um den Schutz dieser prachtvollen Großvögel im Allgäu. Sie arbeiten in Kooperation mit den Bayerischen Staatsforsten, den betroffenen Grundstücksbesitzern und Jägern eng zusammen, um in der Brut- und Nestlingszeit Störungen zu vermeiden. Der große Zugvogel ist sehr scheu und ruhebedürftig. Selbst geringe Störungen in unmittelbarer Horstnähe bergen die Gefahr, dass die Vögel ihre Brut aufgeben und umziehen. Aus diesem Grund werden in der sensiblen Zeit bei den Bayerischen Staatsforsten keine forstwirtschaftlichen Tätigkeiten im Umgriff des Horstes durchgeführt. Auch die Jagd ruht in dieser Periode im Horstumfeld.

In den letzten Jahren ist es gelungen drei bis fünf Jungstörche nachzuweisen. Sie finden in den moorreichen Waldgebieten des Kempter Waldes optimale Nahrungsbedingungen. Hauptnahrung sind vorzugsweise Tiere, die im und am Wasser leben. Seit 2015 versucht man, die Jungvögel vor dem Flüggewerden zu beringen. Stolz berichtet Revierjagdmeister Hoffmann: „Im Dezember 2016 konnte man so den Nachweis erbringen, dass einer der Jungvögel seinen Winteraufenthaltsort 4.500 km entfernt von seiner Geburtsstätte hat: im Senegal in Westafrika!“