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Hangsicherung ohne Stahl und Beton

Bild: Diese Art der Verbauung wird oft im Gebirge gebaut und soll den Weg im Isartal entlang der steilen Böschung vor zukünftigem Abrutschen sichern. QUELLE: Bayerische Staatsforsten

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Forstbetrieb München errichtet Krainerwand aus Holz


Forstbetrieb MÜNCHEN, 29. März 2024 –Die Forsttechnik der Bayerischen Staatsforsten errichtet am Forstbetrieb München eine Krainerwand aus regionalem Holz zur Hangsicherung. Diese Form der Hangsicherung wird oft im Gebirge gebaut und soll den Weg vor zukünftigem Abrutschen sichern. Die Wegeinstandsetzung ist wichtig, um die Zugänglichkeit des Waldes für Besucher und Rettungskräfte zu gewährleisten. Die primäre Funktion der Forstwege im Isartal liegt in ihrer Nutzung für Erholungszwecke, während die forstwirtschaftliche Nutzung eine untergeordnete Rolle spielt.

Nach der erfolgreichen Erneuerung der Wassergräben entlang der Forststraße im Klosterforst, steht nun die nächste wichtige Phase der Wegeinstandsetzung am Steilhang im Isartal bevor: Die Bayerischen Staatsforsten errichten eine Krainerwand. Dies ist eine spezielle Art von Hangsicherung, bei der typischerweise Fichtenstämme horizontal in den abrutschenden Hang eingebaut werden. Die Bauweise einer Krainerwand folgt hierbei einem mehrstufigen Verfahren: Zuerst wird der abgerutschte Hang mit Hilfe eines Baggers ausgekoffert. Anschließend werden Fichtenstämme eingesetzt, um das steile Gelände zu stabilisieren. Dabei werden die Stämme in zwei Schichten angebracht– Querhölzer werden stirnseitig am Hang eingelegt, während Längshölzer parallel zur Hangrichtung verbaut werden. Diese Methode gewährleistet eine effektive Stabilisierung von steilen Hängen und Böschungen, was das Risiko von Hang- oder Erdrutschen deutlich reduziert.

Obwohl es sich um eine anspruchsvolle Baumaßnahme handelt, überwiegen die ökologischen Vorteile. Wilhelm Seerieder, Leiter des Forstbetriebs München, erklärt: "Eine ingenieurbiologische Verbauung wie eine Krainerwand bietet zahlreiche Vorteile. Durch die Hangsicherung vor Ort können wir den bestehenden Weg erhalten und vermeiden so einen Teilneubau. Zudem setzen wir beim Bau ausschließlich auf den nachwachsenden Rohstoff Holz und verzichten dabei vollständig auf den Einsatz von Stahl und Beton."

Die Errichtung einer Krainerwand zur Hangsicherung im Münchner Großraum ist eine ungewöhnliche Maßnahme. Üblicherweise werden derartige Stützkonstruktionen vor allem in bergigen Gebieten eingesetzt, um das Abrutschen von Wegen zu verhindern. Angesichts der steilen Topografie im Isartal bei Schäftlarn ist es jedoch unvermeidlich, diese Bauweise zu nutzen, um zusätzliche Wegeschäden zu verhindern. „Die Bauweise einer Krainerwand ist heutzutage kein Alltagswissen mehr, wir sind froh, dass wir dieses Know-How im eigenen Betrieb haben und so am FB München beim Bau der Hangsicherung unterstützen können!“, so Berger Sebastian, Leiter der Forsttechnik BaySF.  

Die Forststraßen im Isartal sind unverzichtbar für den Besucherverkehr, da sie als Verbindungswege vom Kloster Schäftlarn Richtung Pullach dienen. Nicht nur durch den Bau einer Krainerwand gewährleistet der Forstbetrieb die langfristige Zugänglichkeit des Isartals für Besucher. Auch durch regelmäßige Pflege mit einem Wegepflegegerät etwa viermal im Jahr wird der Zustand der Forststraßen erhalten. Durch die regelmäßige Pflege wird der Wasserabfluss auf dem Wegekörper verbessert und die Verschleißschicht erneuert. Zudem wird der Wald im Isartal extensiv bewirtschaftet. Das bedeutet, dass die Wege hauptsächlich für Erholungssuchende und nicht primär für Forstwirtschaftszwecke genutzt werden. Wilhelm Seerieder, Leiter des Forstbetriebs München, hebt abschließend die vielfältige Bedeutung von Forstwegen hervor: Sie dienen nicht nur dem Holztransport, sondern auch als Rettungs- und Erholungswege für Radfahrer und Spaziergänger.