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Frühlingszeit ist Pflanzzeit

Forstwirte Hermann Karg und Georg Martin beim Pflanzen im Frühjahrsschnee

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Sonthofen, 20.04.2017 - Was für die Gartenfreunde im Allgäu gilt, trifft auch auf den Forstbetrieb Sonthofen der Bayerischen Staatsforsten zu: Die einen bringen im Frühjahr ihren Garten auf Vordermann, der andere, also der Forstbetrieb, legt mit der Pflanzung von Weißtanne, Buche, Bergahorn und Fichte den Grundstein für die Wälder der Zukunft. Vor allem für die Bergmischwälder. Über 100.000 Pflanzen werden dabei jedes Jahr im Staatswald auf einer Fläche von über 18.000 Hektar sorgfältig in den Waldboden gebracht. Das Ergebnis sind 54 Hektar neu gepflanzter Mischwald - und das jedes Jahr!  

Um überhaupt die Pflanzen setzen zu können, muss der Wald dafür vorbereitet werden. Bereits im Winter wird Holz eingeschlagen, der Wald wird vorsichtig aufgelichtet. Die Arbeiten erfolgen entweder mit gut ausgebildeten Forstwirten oder hoch spezialisierten Forstunternehmern mit Holzerntemaschinen. Gleichzeitig müssen auch sogenannte Schadflächen, Bereiche in denen durch Sturm und Borkenkäfer der Wald verschwunden ist, wieder bepflanzt werden. „Wir hoffen bei der Bevölkerung auf Verständnis, wenn während der Holzernte immer wieder Forstwege gesperrt und verschmutzt sind. Manchmal geht es auch recht laut im Wald zu. Aber am Ende richten wir alles wieder wie vorher.“ erklärt Förster Hubert Heinl. Dagegen geht es bei der Pflanzung ruhig und leise zu. Die Forstwirte bewegen sich mit ihren Pflanzwerkzeugen bedächtig durch den Wald. Die Qualitätsansprüche an die Pflanzung sind dabei genauso hoch wie bei allen anderen forstlichen Arbeiten. „Denn Fehler bei der Pflanzung verzeiht das junge Bäumchen nicht, nur eine perfekte Arbeit garantiert einen optimalen Wuchs. Qualität geht vor Arbeitsgeschwindigkeit.“ so Hubert Heinl weiter.

Auch im Oberdorfer Wald bei Martinszell wird in diesen Tagen gepflanzt. Aber nur dort, wo sich keine Naturverjüngung der Mischbaumarten von selbst einstellt. Denn in den auf den ersten Blick reinen Fichtenbeständen befinden sich gerade in den über 80-jährigen alten Wäldern immer wieder große Weißtannen, Douglasien, Lärchen, Buchen und Bergahorn. Zu viele Rehe haben in den vergangenen Jahrzehnten ein Aufwachsen der Mischbaumartenverjüngung unmöglich gemacht. Nur die Fichte ist gewachsen. In Zeiten des Klimawandels bergen aber reine Fichtenbestände ein zu hohes Betriebsrisiko für den Forstbetrieb Sonthofen. Mischbestände sind stabiler, ökologisch wertvoller und geben die notwendige Sicherheit für die langfristige und naturnahe Forstwirtschaft der Bayerischen Staatsforsten.

Mittlerweile wächst in vielen Bereichen wieder die Verjüngung von Mischbaumarten, weil die Rehe intensiv bejagt wurden. Zahlreiche, noch kleine Weißtannen, Buchen und Bergahorn, bedecken den Waldboden und werden gemeinsam mit der Fichte zu einem Mischwald heranwachsen. „Pflanzungen kosten viel Geld. Da nehmen wir das kostenlose Geschenk der Naturverjüngung gerne an.“ freut sich Förster Hubert Heinl. „Nur wenn die Jagd stimmt, werden aus den kleinen Tannensternen später stattliche Tannenbäume!“