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Blaulicht im Wald

Woodmaster 2024: Ein Forstarbeiter, der zu Übungszwecken unter einem Wurzelstock "eingeklemmt" ist, wird von der Bergrettung abtransportiert.

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BaySF veranstaltet "Woodmaster 2024"

  • Wenn Blaulicht im Wald fährt: Bayerische Staatsforsten veranstalten WOODMASTER 2024
  • Forstbetrieb Sankt Martin zeigt in Zusammenarbeit mit der AUVA Österreich innovative Möglichkeiten in der Rettungskette bei der Waldarbeit 

Forstbetrieb St. Martin, 14.03.2024 – Die Bayerischen Staatsforsten hatten im Geschäftsjahr 2023 keinen einzigen tödlichen Unfall bei der Waldarbeit. Das soll in Zukunft auch so bleiben. Zusammen mit den österreichischen Kollegen, bestehend aus Bundesforst, Privatwald und Geschäftspartnern aus der Forstwirtschaft wird dieses Jahr am Forstbetrieb St Martin die jährlich stattfindende Veranstaltung Woodmaster der AUVA Österreich durchgeführt. Das Thema: Rettungskette Forst, lebensrettende Sofortmaßnahmen, Alarmierung und Rettung praxisnah. Ziel der länderübergreifenden Zusammenarbeit ist es, die Handlungssicherheit der Forstarbeiter im Ernstfall zu stärken.  

Die Veranstaltung legt ihren Fokus auf die „Rettungskette Forst“, die im Notfall entscheidend ist. Denn, mitten im undurchdringlichen Wald stellt sich die Frage: Wie orientiert man sich im Ernstfall, und wie kommuniziert man seine Position bei einem Unfall den Rettungskräften? Als besonderer Referent ist Maximilian Fedel, Leiter der Salzburger Rotes Kreuz Landesstelle, eingeladen. Er erläutert die Tätigkeiten der Rettungsleitstelle und die wichtige Zusammenarbeit mit dem Forstbetrieb Sankt Martin. Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf dem so genannten “WeSpot-Gerät“ – ein satellitenbasiertes/GPS-Notrufsystem, das speziell für Einzelarbeit konzipiert ist. Diese Technologie ermöglicht Forstarbeitern, Jägern und Revierförstern, im Notfall direkt einen Hilferuf an die Leitstelle abzusetzen. Durch einen einfachen Knopfdruck werden die exakten GPS-Koordinaten des Trägers übermittelt, und eine Rettungsaktion wird ohne Verzögerung eingeleitet. Gerade für jene, die im Wald auf sich allein gestellt sind, spielt dieses innovative Gerät eine große Rolle. Denn im Fall einer Verletzung kann niemand anderes den Notruf auslösen, und ein Handyempfang ist im Gebirge nicht immer gewährleistet.

Für Wanderer, Mountainbiker und Forstleute spielen in Bayern die sogenannten "Rettungspunkte" eine wichtige Rolle, um schnell Hilfe zu bekommen. Diese Punkte sind nummeriert und den Rettungsleitstellen bekannt. Andreas Schwaiger, Fachkraft für Arbeitssicherheit bei den Bayerischen Staatsforsten, erklärt: „Forstarbeiter arbeiten in der Holzernte immer mindestens zu dritt. Das hat den Grund, dass im Notfall einer zum Rettungspunkt fährt und von dort aus die Rettungskräfte zum Unfallort führt.“ Auch für Mountainbiker oder Wanderer können sie lebensrettend sein. Die App "Hilfe im Wald" ist für jeden im Appstore kostenlos erhältlich und zeigt, wo sich der nächste Rettungspunkt befindet. Das spart im Ernstfall wertvolle Minuten und kann Leben retten.

Wie nervenaufreibend eine Rettung im Gebirge ist, zeigt eine Liverettungsübung am Nachmittag. Hier simuliert ein Forstarbeiter einen Arbeitsunfall: er ist unter einem Wurzelstock eingeklemmt. Eine so genannte „Tot- Mann- Schaltung“, welche der Forstarbeiter am Körper trägt, alarmiert durch die Schräglage des Geräts am Körper mit einem Ton die Kollegen im Wald. Nun zeigt sich, wie wichtig es ist, für den Notfall geübt zu haben. Beide Kollegen der insgesamt drei Kollegen auf der Fläche eilen herbei, einer bleibt beim Verletzten vor Ort, während der zweite Kollege zum nächsten Rettungstreffpunkt eilt und Rettungskräfte alarmiert. Nach einem Eintreffen von Feuerwehr und Notarzt, wird der Wurzelstock mit Hilfe eines Hebekissens und einer Seilwinde gehoben. Der Verletzte kann nun aus der Gefahrenzone herausgezogen werden. Eine Besonderheit am Forstbetrieb St. Martin stellt die Grenzennähe dar. In Österreich gibt es zahlreiche Notrufnummern, in Deutschland nur eine. In beiden Fällen funktioniert allerdings die 112.

"Die Sicherheit unserer Mitarbeiter hat oberste Priorität. Mit dem Woodmaster und den praxisnahen Übungen stellen wir einen Austausch in der Forstpraxis über Landesgrenzen hinweg sicher. Im Ernstfall muss so schnell und effektiv wie möglich gehandelt werden!", betont Forstbetriebsleiter Thomas Zanker.

Die Bayerischen Staatsforsten setzen zusammen mit der AUVA Österreich und den österreichischen Kollegen damit ein Zeichen für ihre Verantwortung im Bereich Arbeitssicherheit und unterstreichen ihren Einsatz für eine sichere Arbeitsumgebung im Forstbetrieb.