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Artenvielfalt im Manteler Forst

Manteler Forst

Der Manteler Forst zwischen Weiden und Grafenwöhr (Forstbetrieb Schnaittenbach) gehört zu den artenreichsten Gebieten in Bayern. Seine große Bedeutung für den Naturschutz gründet sich vor allem auf das enge Nebeneinander von trockenen Sandlebensräumen, naturnahen Gewässern und Mooren. Insbesondere die Vorkommen an Libellen (47 Arten), Heuschrecken (24 Arten), Amphibien (13 Arten) und Reptilien (6 Arten) dokumentieren den Wert des Gebiets. Auch die Flora zeichnet sich durch viele Besonderheiten aus, z.B. durch das Vorkommen von insgesamt acht Bärlapparten.

Ein wichtiger Baustein bei der langfristigen Sicherung der Biodiversität im Manteler Forst sind die ehemaligen Sandabbaustellen (Trockenabbau) mit ihren Kleingewässern, in denen Arten der Sandgebiete und Moorarten in unmittelbarer Nachbarschaft auftreten. Allerdings reduziert eine schnell voranschreitende Sukzession und die damit verbundene Beschattung von Kleingewässern, Sandlebensräumen und Vermoorungen die Qualität dieser Lebensräume.

Durch einfache Pflegemaßnahmen, die zu keiner nennenswerten Beeinträchtigung der nachhaltigen Nutzung führen, lässt sich die Artenvielfalt in den Sandgruben sehr gut fördern. Im Rahmen eines Pilotprojekts des Forstbetriebs Schnaittenbach, das auch in verschiedene Artenschutzprogramme des Bayerischen Landesamts für Umwelt eingebunden war und bei dessen Umsetzung der Landesbund für Vogelschutz (Ortsgruppe Pressath) unterstützend tätig wurde, konnten 2008 und 2009 exemplarisch in einem der größten ehemaligen Abbaukomplexe die wertvollsten Lebensräume freigestellt werden. Dabei lag der Schwerpunkt auf dem Umgriff von Kleingewässern sowie auf Reptilien- und Heuschreckenlebensräumen entlang von Wegen. Dort wurde die Kiefern- und Zitterpappelsukzession entnommen, wodurch sich zwei ganz entscheidende Verbesserungen in der Lebensraumqualität ergaben: Zum einen werden die Gewässer wieder gut besonnt, sodass sich die Qualität als Laichgewässer für Amphibien und als Larvenlebensraum für Libellen entscheidend verbessert. Zum anderen entstehen am Ufer gut besonnte Sandlebensräume, die nicht nur für Reptilienarten wie Zauneidechse, Schlingnatter und Kreuzotter wichtig sind, sondern auch für viele gefährdete Heuschreckenarten als Lebensadern dienen. Eine spezielle Qualität haben auch die besonnten wechselfeuchten Uferbereiche, in denen beispielweise Sonnentau und Sumpfbärlapp wachsen.

Die im Jahr 2008 durchgeführten Maßnahmen zeigten bereits ein Jahr später die ersten Erfolge: Die Kleingewässer waren von Kreuzkröte, Knoblauchkröte, Laubfrosch und Kammmolch als Laichgewässer angenommen, aber auch von mehreren gefährdeten Moorlibellenarten. Im Uferbereich und entlang der Wege nahmen Kreuzotter und Zauneidechse, aber auch einige stark gefährdete Heuschreckenarten die freigestellten Flächen sehr schnell an.

Der Forstbetrieb Schnaittenbach wird die Entwicklung der Flächen, die bayernweite Bedeutung besitzen, weiterhin beobachten, da die Maßnahmen nicht nur für den Erhalt der Artenvielfalt im Manteler Forst beispielgebend sind, sondern auch als Vorbild für andere Sandlebensräume im lichten Wald dienen können. Die fachliche Leitung übernahm bei diesem Projekt Dr. Wolfgang Völkl.