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Renaturierung der Rosenheimer Stammbeckenmoore

Renaturierung Rosenheimer Stammbeckenmoore

Die Bayerischen Staatsforsten besitzen große Flächen im Bereich der Rosenheimer Stammbeckenmoore. Es ist eine der zentralen Naturschutz-Aufgaben für den Forstbetrieb Schliersee, die Renaturierung dieser vormals großflächigen offenen Moore weiter voran zu bringen. Die Naturschutzprojekte in diesem Gebiet sollen die Entwässerung der Moore stoppen und den einzigartigen Naturraum vor einer weiteren Zerstörung bewahren.

Seit den 1920er Jahren rückten intensive Entwässerungs- und Abbauvorhaben den Mooren zu Leibe. Ein Höhepunkt war die Moornutzung in den Nachkriegsjahren durch den Brenntorfabbau – sowohl maschinell als auch durch Handstich. Alle größeren Moore im Rosenheimer Stammbecken, die Nicklheimer Filze, die Eulenauer Filze, die Roten Filze und die Pangerfilze, sowie die Kollerfilze wurden auf diese Weise erheblich beeinträchtigt.

Die Bayerische Staatsforstverwaltung hatte bereits in den 1970er Jahren mit der Renaturierung der Moore auf ihren Flächen begonnen. Neben der eigentlichen Moorrenaturierung pflegen die Bayerischen Staatsforsten auch die bewaldeten Moorrandbereiche.

Die sogenannten Moorrandwälder und Bruchwälder wirken als Pufferzonen für die Moore selbst, indem sie dazu beitragen, die Moorflächen möglichst rein zu halten und das Einschwemmen von Fremdstoffen, z. B. Düngemitteln, zu reduzieren. Waldbestände können Stickstoffe und Schadstoffe binden. Ertragsüberlegungen treten für den Forstbetrieb im Moorrandwald zurück. Alle forstlichen Maßnahmen sind zurückhaltend und vorsichtig und dienen der Walderhaltung, der Altersdifferenzierung und Strukturverbesserung.

Moore sind Kohlenstoff- und Nährstoffsenken. Sie reduzieren die klimarelevanten Gase wie CO2, Methan oder Lachgas. So werden in wachsenden Mooren rund 25 g Kohlenstoff je Quadratmeter und Jahr festgelegt. Das klingt zunächst vielleicht noch wenig: Die Moore Bayerns lagern aber insgesamt 25 Mio. Tonnen Kohlenstoff ein.

Moore sind auch Wasserspeicher und Starkregenpuffer. So kann ein Moor rund 80 mm/dm Wassersäule speichern, ohne dass es zu einem Oberflächenabfluss kommt. Moorschutz ist somit Hochwasserschutz! Ein Kubikmeter Torf kann bis zu 950 Liter Wasser speichern!