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Der Wald blüht auf

Wald blüht auf

Die Forstbetriebe der Bayerischen Staatsforsten schaffen im Staatswald viele kleine Blühwiesen als neuen Lebensraum für Insekten. Durch diese Trittsteine leistet der Staatsforst einen Beitrag gegen den starken Rückgang der Insekten in unserer Landschaft. Wo Insekten gefördert werden, geht es auch der davon abhängigen Vogelwelt und Arten wie z.B. den Eidechsen besser.

Die Blühflächen werden mit gebietseigenen Wildblumen und Wildgräsern aus gesicherten Herkünften angesät um die Vielfalt standörtlich angepasster Pflanzen zu erhalten. Eine nachteilige Veränderung der Pflanzenwelt durch züchterisch veränderte Pflanzen, die im Offenland häufig erfolgt, soll im Wald nicht stattfinden.

Knoblauchsrauke, Schlangenknöterich und Kleine Braunelle sind nur drei von über 30 Arten für halbschattige Blühflächen. Ist der Standort sonniger, wachsen Wilde Möhre, Acker-Witwenblume und Weiße Lichtnelke zusammen mit 27 weiteren blühenden Wildpflanzen.

Die Blühwiesen sind eingebunden in den naturnahen Staatswald mit gemischten Waldbeständen, verschiedenen Baumarten, sonnigen Bereichen entlang von Wegrändern und Freiflächen. Liegendes und stehendes Totholz sowie Biotopbäume mit Höhlen ergänzen die Hilfe für die Tierwelt.

Ca. 550 Wildbienenarten gibt es in Deutschland, die verschiedene Nahrungspflanzen und Nistplatzanforderungen haben. Etwa 3/4 der Wildbienenarten nisten im Boden und über 90% sind solitär, also einzeln lebende Insekten mit Brutröhren im Boden oder im Holz. Etwa die Hälfte der deutschen Wildbienenarten steht auf der Liste der gefährdeten Arten. Für sie ist eine enge Verzahnung von Blühflächen oder blühenden Waldinnenrändern und offenen Sandflächen, Rohbodenstandorten oder schütter bewachsenen Böschungenbesonders hilfreich.

Aber auch Schmetterlinge, Vögel und Reptilien bevölkern die sonnigen Blühflächen. Ehemalige Wildwiesen und frühere Holzlagerplätze entlang von Wegen eignen sich zusammen mit den artenreichen Waldinnenrändern an diesen Flächen als Biotopkomplex. Für den Waldwanderer öffnet sich im Sommer entlang der Wanderwege hin und wieder der Blick auf eine solche Blühfläche, auf der es zum richtigen Zeitpunkt auch in den nächsten Jahren brummt und summt. Eine kleine Rast neben einer solchen Fläche kann zu einem schönen Erlebnis werden.

Durch die Anlage von Streuobstflächen und die Pflanzung von Wildapfel und Wildbirne an mehreren geeigneten Stellen im Staatswald entsteht insgesamt ein Netz an hochwertigen Lebensräumen für Insekten und weitere Waldbewohner.

Dieses Projekt wurde von den Abgeordneten des Bayerischen Landtags mit gesonderten Finanzmitteln ausgestattet. Es stärkt den Naturschutz auf der Fläche. Im Bayerischen Staatswald sind in diesem Jahr bereits 500 Einzelflächen mir rd. 130 ha Fläche geschaffen worden.

Die Anlage der Blühflächen wird von der Bayerischen Forstverwaltung aus den genannten Sondermitteln finanziell als besondere Naturschutzleistung im Staatswald gefördert. Forstbetriebsleiter Fritz Maier dankte dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, vertreten durch Forstoberrätin Brigitta Köhler-Maier, für die enge Zusammenarbeit bei diesem Projekt zugunsten des Naturschutzes im Wald.