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Naturwaldreservat Grenzweg

Neben der Preiselbeere und Besenheide dominieren vor allem Moose und Flechten.

Das Naturwaldreservat Grenzweg liegt im Vogelschutzgebiet Nürnberger Reichswald im Landkreis Nürnberger Land. Es befindet sich im Staatswald und wird durch den Forstbetrieb Nürnberg der Bayerischen Staatsforsten betreut. Die 113 Hektar große Fläche wurde im Jahr 1993 als Naturwaldreservat ausgewiesen.

STANDORT  

Das Naturwaldreservat liegt im südöstlichen Ausläufer des großen Flugsandgebiets zwischen Erlangen und Nürnberg. Im Spätglazial, als die letzten Eismassen noch Teile Deutschlands bedeckten, wurden große Sandmassen aus dem Nürnberger Keupergebiet ausgeblasen und hier in Form von Dünen abgelagert. Teilweise sind diese gelbbraunen Sanddünen bis zu 30 Metern hoch. Auf den nährstoffarmen Sanden hat sich eine Rohhumusschicht angesammelt. Sie kann nur von wenigen Pflanzenarten besiedelt werden.

WALDGESELLSCHAFTEN DES NATURWALDRESERVATS  

Die natürliche Waldgesellschaft ist der „Weißmoos-Kiefernwald". Die Bodenvegetation unter dem lichten Kiefernschirm ist verhältnismäßig artenarm. Neben der Preiselbeere und der Besenheide dominieren vor allem Moose und Flechten wie beispielsweise das Rotstängelmoos und die Schuppige Säulenflechte.

ÖKOLOGISCHE BESONDERHEITEN  

Die Tierwelt des Naturwaldreservats ist hingegen recht artenreich. Bisher konnten 276 Schmetterlingsarten wie Satelliteule, Buschrasen-Glanzeule und Zahnbindenzünsler nachgewiesen werden. Auch zahlreiche Vögel, unter anderem Misteldrossel, Heidelerche und Ziegenmelker, leben und brüten hier. Der sehr seltene Ziegenmelker ist an seinem schnurrenden Gesang zu erkennen und überwiegend nachtaktiv. Er trägt seinen Namen, weil man glaubte, dass er nachts Ställe aufsuche, um an den Eutern von Ziegen oder Kühen zu saugen. In der Nacht begeben sich auch Fledermäuse wie das Braune Langohr oder die Mopsfledermaus auf Jagd nach Insekten. Auf den nährstoffarmen Sandböden spielen Partnerpilze der Kiefern wie Pfifferling, Heide-Rotkappe und Echter Butterpilz eine wichtige ökologische Rolle. Diese Pilze versorgen die Bäume mit Nährstoffen und Wasser.

WALDENTWICKLUNG  

In dem Reservat befindet sich eine 2 500 Quadratmeter große Forschungsfläche. Dort sind alle Bäume dauerhaft markiert und nummeriert. Die Entwicklung der einzelnen Bäume sowie des für viele Tier- und Pilzarten wichtigen Totholzes werden in regelmäßigen Abständen von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft untersucht.

Der bei der letzten Aufnahme ermittelte Holzvorrat beträgt 150 Festmeter pro Hektar. Auf der Fläche ist die Kiefer die einzige Baumart. Mit fünf Festmeter pro Hektar hat sich bislang eine nur sehr geringe Menge Totholz angereichert. 

SO FINDEN SIE HIN   

Von Nürnberg auf der A6 Richtung Osten bis zur Ausfahrt 62 Altdorf/Leinburg. Dort auf die St2240 Richtung Leinburg abbiegen und weiter bis zur Abzweigung nach Weißenbrunn. Parkmöglichkeit gegenüber der Abzweigung.

Nähere Informationen finden Sie in der Randspalte!

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