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Naturwaldreservat Elsbach

Der seltene Ästige Stachelbart entwickelt sich auf abgestorbenem Buchen-Totholz | Foto: Bayerische Staatsforsten

Das Naturwaldreservat Elsbach liegt im Fauna-Flora-Habitat-Gebiet "Bayerische Hohe Rhön" im Landkreis Rhön-Grabfeld. Das Reservat befindet sich im Staatswald und wird durch den Forstbetrieb Bad Königshofen der Bayerischen Staatsforsten AÖR betreut. Die ursprünglich 35 Hektar große Fläche wurde im Jahr 1978 als eines der ersten Naturwaldreservate in Bayern ausgewiesen und ist damit eine der ältesten Kernzonen im Biosphärenreservat Rhön. 1998 wurde es um einige Hangbereiche auf 55 Hektar erweitert. Außerdem beherbergt es die sogenannte "Prismenwand", eine der am besten erhaltenen Felsformationen aus Basaltsäulen in der Rhön.

STANDORT  

Das Reservat liegt am Südwestrand des Gangolfbergs auf 50 - 710 m. ü. NN und ist gekennzeichnet durch den namensgebenden Elsbach, an dessen Verlauf sich das Reservat orientiert. Das Bachtal bildet den wildesten Teil des Reservats mit steilen Grabeneinhängen.

Der Boden des Reservats besteht aus Basalt-Blockschutt. Dieser Basalt geht auf Vulkanausbrüche vor ca. 20 Millionen Jahre zurück. Aus ihm entwickelten sich flach- bis mittelgründige Braunerden. Im Nordwestteil steht Muschelkalk als Ausgangsgestein an.

WALDGESELLSCHAFTEN DES NATURWALDRESERVATS

In den von der Buche dominierten Hanglagen finden sich der Zahnwurz-Buchenwald sowie der Waldgersten-Buchenwald. Auf den sehr nährstoffreichen Basaltböden mischen sich viele Bergulmen ein. Im Bachtal, wo es zu feucht für die Buche ist, hat sich statt dessen ein Eschen-Ahorn-Schluchtwald entwickelt.

ÖKOLOGISCHE BESONDERHEITEN  

Das feuchte und schattige Bachtal bietet vielen feuchtigkeitsliebenden Arten Lebensraum, so z.B. die stark gefährdete Bärenklau-Rauhaareule. Dieser Nachtfalter ist in seiner Entwicklung auf Doldenblütler wie den Wiesen-Bärenklau angewiesen, der vorwiegend auf lockerem, feuchtem Boden wächst. Aber auch andere gefährdete Schmetterlinge wie der Schlüsselblumen-Würfelfalter oder der Bergulmen-Spanner kommen hier vor.

Außerdem wachsen in der Krautschicht das Silberblatt, die Weiße Pestwurz sowie der Glänzende Kerbel.

WALDENTWICKLUNG 

Eine Versuchsfläche von 200 m x 50 m im Reservat wird von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF)regelmäßig untersucht. Dabei soll die Entwicklung des Holzvorrats und des für viele Tier- und Pilzarten wichtigen Totholzes untersucht werden.

Zwischen 1978 und 2010 hat sich beispielsweise die Stammzahl durch das natürliche Ausscheiden konkurrenzschwacher Bäume von 406 auf 321 Stück pro Hektar reduziert. Der Holzvorrat ist in der Zeit aber von 427auf 655 Festmeter (fm) pro Hektar angewachsen, da sie verbliebenen Bäume immer dicker werden. Die wichtigsten Baumarten auf dieser Fläche sind neben der Buche (55%) der Bergahorn (24%), die Esche (10%) und die Bergulme (6%)

Die Totholzmenge auf der Fläche ist inwischen auf ansehnliche 107 fm angewachsen und setzt sich aus 45 fm stehendem und 52 fm liegendem Totholz zusammen. Die immer wiederkehrenden Hochwasserereignisse sammeln große mengen an Totholz im Bachbereich an.  

SO FINDEN SIE HIN   

Das Naturwaldreservat grenzt direkt an die Staatsstraße 2286 zwischen Oberelsbach und Ehrenberg. Vom Wanderparkplatz (500 m nach dem Waldrand) kann man das Reservat von Ost nach West durchwandern. Alternativ ist auch ein Zugang über den Parkplatz am Walderlebnispfad am Gangolsberg möglich

Nähere Informationen finden Sie in der Randspalte!

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