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Naturwaldreservat Damm

Der Sperlingskauz ist die kleinste europäische Eule und mit 16–19 cm Größe gerade mal so groß wie ein Star | Foto: Martin Hertel

Das Naturwaldreservat Damm ist das bisher einzige Buchenreservat im westlichen Niederbayerischen Tertiärhügelland und liegt nordwestlich der Gemeinde Elsendorf. Das Reservat wurde 1993 mit einer Fläche von 42 Hektar eingerichtet und 2007 auf 76 Hektar erweitert. Es deckt sich seit 2007 mit dem gleichnamigen FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat). Das Reservat befindet sich im Staatswald und wird durch den Forstbetrieb Freising der Bayerischen Staatsforsten betreut.

STANDORT  

Das Reservat liegt auf einer Meereshöhe von 450 m. Geologisch gehört die Region zur Oberen Süßwassermolasse. Vor etwa 13 Millionen Jahren wurden durch ein riesiges Flusssystem Schutt und Geröll aus den Alpen angeschwemmt. Während der Eiszeiten hat der Wind Sand und Löss verfrachtet und über dem Geröllschutt abgelagert. Daraus entwickelten sich mäßig frische, lehmige Sandböden mit Kieseinlagerungen.

WALDGESELLSCHAFTEN DES NATURWALDRESERVATS  

Vegetationskundlich wird das Reservat zum größten Teil der Waldgesellschaft „Hainsimsen-Buchenwald" zugeordnet. Neben den typischen Buchenaltholzinseln in der Kernzone finden sich auch Mischbestände mit Kiefern und Fichten, die vom Menschen über Jahrzehnte hinweg angebaut wurden. In der Krautschicht sind Seegras und Sauerklee im ganzen Reservat verbreitet.

ÖKOLOGISCHE BESONDERHEITEN  

Im Frühling ertönt der Gesang von Zaunkönig, Buchfink, Tannenmeise, Zilpzalp und Amsel. Damit markieren sie nicht nur ihr Revier, sondern sind auch Indikator für Naturnähe und Strukturreichtum. Auch der auf Nadelbäume und Totholz angewiesene Schwarzspecht ist ein Bewohner des Reservates. Alte Spechthöhlen im Reservat werden vom seltenen Sperlingskauz bewohnt. Die Lebensräume im Reservat werden sich durch die natürliche Entwicklung Jahr für Jahr verbessern und eventuell in Zukunft weiteren geschützten Arten ein Zufluchtsort sein. Auch vielen Pilzen kommt dieses Totholzangebot zugute. Einige der im Reservat vorkommenden Besonderheiten, wie der Kornblumen-Röhrling, der Weitlöchrige Porling, der Kleine Frauentäubling und der Mandeltäubling stehen auf der Roten Liste gefährdeter Arten.

WALDENTWICKLUNG  

In regelmäßigen Abständen wird eine 100 m × 100 m große Versuchsfläche im Reservat von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft untersucht. Dabei soll die Entwicklung des Holzvorrats und des für viele Tier- und Pilzarten wichtigen Totholzes untersucht werden. Die wichtigsten Baumarten auf dieser Fläche sind Kiefer mit 44 %, Buche mit 42 % und Fichte mit 14 %. Der stehende Holzvorrat beträgt in dieser Versuchsfläche 662 Festmeter (fm) pro Hektar. Die jüngste Waldinventur ermittelte eine Totholzmenge von 10,7 Festmeter pro Hektar. Damit ist diese Fläche noch sehr totholzarm. Über die Hälfte davon ist Kiefernholz, was auf einen konkurrenzbedingten Rückzug der Kiefer in diesem Wald hindeutet.

SO FINDEN SIE HIN   

Sie erreichen das Naturwaldreservat Damm über die B 301. Von Mainburg aus kommend fahren Sie Richtung Norden nach St. Johann. Dort biegen Sie vor dem Ortsausgang links ab. Bitte beachten Sie die Sperrung der Forststraßen für Kraftfahrzeuge.

Nähere Informationen finden Sie in der Randspalte!

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