Wir schaffen den Klimawald

Die Klimaerwärmung ist auf einen Blick ersichtlich.

Jeder Streifen im Klima-Barcode des Meteorologen Ed Hawkins entspricht einem Jahr in Bayern. Blaue Streifen stehen für niedrigere Temperaturen im Vergleich zum langjährigen Mittel, rote Streifen für höhere Temperaturen. Je intensiver die Farbe, desto größer ist die Abweichung. Leicht ist erkennbar, dass die letzten 20 Jahre die heißesten der letzten 150 Jahre waren.

 

Das Klima ändert sich – mit gravierenden Folgen für den Wald. Die Erhaltung und Herstellung von klimaangepassten und multifunktionalen Wäldern sind somit eine unserer wichtigsten Aufgaben für die Bayerischen Staatsforsten. Denn der Wald ist nicht nur Opfer des Klimawandels, er ist auch ein wesentlicher Baustein, um die Folgen des Klimawandels zu mildern.

Warum die nachhaltige Bewirtschaftung durch unsere Försterinnen und Förster erforderlich ist und welchen unverzichtbaren Beitrag der Klimawald leistet, zeigen wir Ihnen in dieser Mediastory.

Menschlicher Einfluss auf das Klima: Der C02-Kreislauf

Leben ist ohne Kohlenstoff undenkbar. Für alle Abläufe, für alle Zellen ist er das essenzielle Element. In riesigen Mengen zirkulierter in der Atmosphäre, in den Meeren, in allen Tieren und Pflanzen. Und auch für unseren Alltag ist Kohlenstoff unverzichtbar; er garantiert uns Mobilität, Wärme und außerdem ermöglicht er so angenehme Dinge wie ein gutes Buch, einen schönen Stuhl oder eine gemütliche Hütte aus Holz. Allerdings bringen wir durch unseren Lebensstil das feine Gleichgewicht des eingebauten und freien Kohlenstoffs durcheinander. Mit gravierenden Folgen für uns und den Planeten. Eine Übersicht über die Wege, die Kohlenstoff gehen kann.

Drei Prozent zu viel

Auch wenn die Menschheit nur drei Prozent zum globalen CO₂-Kreislauf beiträgt, sind es diese drei Prozent, die dem System Probleme machen. Dabei ist die Menge des CO₂ pro Kopf höchst unterschiedlich. Ein Mensch aus Katar verursacht pro Jahr 40 Tonnen CO₂, einer aus Burundi nur 0,04 Tonnen.

Der Anteil des Menschen

Menschen wollen Auto fahren, wollen heizen, kochen, Dinge besitzen. Das alles erzeugt Kohlendioxid. Letztendlich zapfen wir fossile, also uralte Wälder und andere vor Urzeiten entstandene Kohlenstoffsenken an. Denn im Grunde sind Erdöl und Kohle nichts anderes als nicht vollständig verrottete Pflanzen beziehungsweise organische Materialien.

Der Grundbaustein der Natur

Der natürliche Kreislauf macht 97 Prozent der weltweiten CO₂-Bilanz aus. Das heißt, 97 Prozent kommen natürlicherweise in die Atmosphäre – allerdings entzieht die Natur diesen Anteil auch gleich wieder.

Das System läuft rund

Pflanzen nehmen CO₂ auf. Chemisch gesehen reduzieren sie das Oxid, platt gesagt, nehmen sie dem Kohlenstoff den Sauerstoff weg und bauen den Kohlenstoff in ihre eigenen Baupläne ein. Das tun Algen im Meer genauso wie Bäume, Gräser oder Blumen. Das Gas entsteht wieder, wenn die Pflanzen absterben und verrotten. Deswegen sind Wälder und auch Moore so entscheidende Faktoren im CO₂-Kreislauf. Daneben tritt CO₂ bei Vulkanausbrüchen aus und natürlich bei Bränden. Eine wichtige Komponente dabei sind auch die Meere, denn in den gewaltigen Wassermassen lösen sich sehr große Mengen des Gases.

Der Forst als Klimaschützer

In einem bewirtschafteten Wald wird ein großer Teil des im Holz gebundenen CO₂ einfach aus dem System genommen. Das heißt, es verrottet nicht gleich wieder und das CO₂ wird damit nicht gleich wieder freigesetzt.

Der Speicher für uns alle

Holz aus nachhaltig genutzten Wäldern zu verwenden, ist wirksamer Klimaschutz. Und es ist auch noch schön. Denn Holz, das im Kamin brennt, erzeugt nur das CO₂, das vorher gebunden wurde – die Bilanz ist neutral. Und wer Holz in langlebigen Produkten verwendet, verlängert die Speicherung von Kohlendioxid.

Drei Prozent zu viel CO2 - eine vermeintlich kleine Änderung, in einem sonst runden System, mit großen Auswirkungen. Welche Folgen hat das für unsere Wälder?

Der Klimawandel ist im Wald sichtbar angekommen

Kleine Käfer mit großer Schadwirkung!

Buchdrucker und Kupferstecher heißen die nur bis zu 5,5 mm großen Borkenkäfer. Begünstigt durch den Klimawandel haben die Käfer bessere Lebensbedingungen und breiten sich damit schneller aus. Als unter der Rinde fressende Käfer unterbrechen sie die Wasserversorgung von Fichten. In Trockenjahren können sich die Fichten kaum selbst wehren. Das führt zu einem Absterben einzelner Bäume bis hin zu ganzer Bestände.

Standhaft bei jedem Wind und Wetter?

Im Klimawandel werden Extreme wie Stürme immer häufiger. Mit Geschwindigkeiten von um die 150 km/h treffen diese immer häufiger auf unsere Wälder und entwurzeln Bäume oder brechen diese ab. Hier entsteht ein Teufelskreis. Denn aufgerissene Bestände bieten erneut günstige Angriffsflächen für darauffolgende Stürme. Gleichzeitig entsteht neuer Brutraum für Schadinsekten wie Borkenkäfer.

Trockensommer - Sogar eine Durststrecke bei der Mutter des Waldes!

Die Buche als „Mutter des Waldes“ gilt mit ihrem tiefreichenden Herzwurzelsystem im Klimawandel als robust und zukunftsfähig. Doch die extremen Trockensommer der vergangenen Jahre brachten nicht nur die Fiche, sondern auch die Buche stellenweise an ihre Grenzen. Bei anhaltendem Wassermangel schützt sich die Buche zunächst mit dem Abwurf der Blätter. Bei dauerhaftem Wassermangel lichten sich jedoch die Kronen immer mehr und die Bäume sterben ab.

Einfach nur Schmetterlinge? Keinesfalls!

Vom Klimawandel und der Temperaturzunahme profitieren wärmeliebende Schmetterlinge wie der Schwammspinner. Dadurch kann es zu Massenvermehrungen kommen. Für die Eichen hat das gravierenden Folgen. Denn ein Weibchen legt bis zu 1.000 Eier und eine Raupe frisst bis zu einem Quadratmeter Blattmasse. Während die Bodenvegetation der Vegetationszeit entsprechend üppig grün ist, sind die Eichen kahlgefressen und sterben in der Folge oft ab.

Eine fränkische Traditionsbaumart kränkelt!

Historisch bedingt ist die Kiefer vor allem in den mittelfränkischen Wäldern landschaftsprägend. Angepasst an extreme Standorte kommt sie mit längeren Trockenperioden gut zurecht. Doch der Temperaturanstieg und die Hitze machen ihr zu schaffen. Daraus entsteht für die Kiefer eine schädliche Kombination aus Trockenschäden, Befall von Schadinsekten und Pilzen. Erkennbar wird das durch die Verbraunung der Nadeln und das Abfallen der Rinde.

Die vielfältigen und nicht planbaren Schadereignisse stellen den Wald vor zahlreiche Herausforderungen. Traditionsreiche und weit verbreitete heimische Baumarten wie Fichten und Kiefern, aber auch Buchen und zum Teil Eichen kämpfen derzeit zumindest regional mit den Auswirkungen des Klimawandels. Zur nachhaltigen Sicherung der vielfältigen Funktionen des Waldes kommt den Försterinnen und Förstern somit als Waldmanagern eine Schlüsselrolle bei der Erhaltung und Pflege der Wälder zu.

Försterinnen und Förster als Waldmanager

Viele Gesichter, ein Ziel: „Wir schaffen den Klimawald!"

Wir packen es an: Aufgaben der Bayerischen Staatsforsten für den Klimawald von morgen

Der Klimawandel schreitet mit einer hohen Geschwindigkeit voran und trifft auf ein langlebiges Waldökosystem, das sich durch Eigendynamik den veränderten Rahmenbedingungen nur sehr langsam anpassen kann. Wir setzen uns deshalb aktiv für die Wälder ein. Mit diesen Maßnahmen schaffen und erhalten wir den Klimawald.

Waldumbau

Waldpflege

Waldschutz

Nachhaltige Holzbereitstellung

Jagd und Wild- tiermanagement

Natur- und Artenschutz

So sieht er aus – der Klimawald der Zukunft

Klimaschützer, Rohstofflieferant sowie Ort für Artenvielfalt und Erholung - an den Wald werden unterschiedlichste Ansprüche gestellt. Um den Herausforderungen gerecht zu werden, brauchen wir einen klimaangepassten und multifunktionalen Wald mit einer auf diese Bedürfnisse abgestimmten Bewirtschaftung.

Gerade in der aktuellen Klimawandel-Diskussion kann Wald - besonders der bewirtschaftete - punkten. Nachhaltig bewirtschaftet liefert der Wald dauerhaft den wertvollen Rohstoff Holz, der CO2 langfristig in Produkten speichert, klimaschädliche Rohstoffe stofflich und energetisch substituiert und durch das Wachstum der nächsten Waldgeneration der Atmosphäre erneut CO2 entzieht. Auf gleicher Fläche ist der Wald dadurch Klimaschützer, Rohstofflieferant sowie Ort für Artenvielfalt und Erholung.

(Grundvoraussetzung für diese vielfältigen Leistungen ist ein gesunder Wald der zahlreiche Eigenschaften erfüllt.)

Bewirtschafteter Klimawald ist eine CO2-Senke

Bewirtschaftete Klimawälder stellen durch die kontinuierliche CO2-Bindung langfristige Kohlenstoff-Speicher dar. Zudem leistet das geerntete Holz durch stoffliche Speicherung in möglichst langlebigen Holzprodukten, wie zum Beispiel in Holzhäusern, einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Auch stoffliche und energetische Substitutionseffekte stellen einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz dar. So kann etwa ein Kunststofffenster durch ein Holzfenster ersetzt werden oder beispielsweise Hackschnitzel anstatt Erdöl verwendet werden.

(Im Vergleich zu unbewirtschafteten Wäldern ist der bewirtschaftete Wald durch die zusätzliche Produktspeicherung und die Substitutionseffekte der bessere Klimaschützer.)

805 Mio. Tonnen CO₂ Treibhausgasemissionen Deutschland gesamt
127 Mio. t CO₂
Senkenleistung des Waldes
(pro Jahr Deutschland gesamt)
Mit allen Effekten zusammen kompensiert der deutsche Waldfast 16 Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen.
58 Mio. t CO₂

Direkte Reduktion

Wald entzieht der Atmosphäre direkt CO₂, das er für sein Wachstum braucht (neu gebundenes CO₂ abzüglich des durch Nutzung oder Zersetzung des Holzes frei gewordenen CO₂).
3 Mio. t CO₂

Produktspeicher

Indem das Holz als Baumaterial von Gebäuden oder Möbeln oder in Form von Papier verwendet wird, bleibt der Kohlenstoff weitere Jahre bis Jahrzehnte gebunden. Dieser gewaltige Speicher nimmt jährlich drei Millionen Tonnen CO₂ zusätzlich auf.
36 Mio. t CO₂

Substitutionseffekte

Über den Produktspeichereffekt hinaus ersetzt Holz als Baustoff im Hausbau oder in der Möbelindustrie auch energieintensivere alternative Produkte etwa aus Beton, Stahl oder anderen Materialien.Energetisch genutzt – also als Brennstoff – ersetzt Holz ebenfalls klimaschädlichere Alternativen wie Erdöl oder Erdgas, vorausgesetzt es stammt aus nachhaltiger Forst-wirtschaft.
30 Mio. t CO₂

Mischwald vs. Nadelwald

Mischbestände (Eiche-Buche, Buche-Fichte, Buche-Fichte-Tanne) wachsen laut Studien in Deutschland im Vergleich zu den jeweiligen Reinbeständen etwa 1,2-mal so stark – sie legen in den gleichen Zeiträumen also um 20 Prozent mehr Holz zu und binden entsprechend mehr Kohlenstoff bzw. CO₂.
268 t CO₂
unbewirtschafteter Fichtenbestand pro Hektar über 120 Jahre
303 t CO₂
bewirtschafteter Fichtenbestand pro Hektar inkl. Produktspeicher und Substitutionseffekte über 120 Jahre

Naturwald vs. Bewirtschafteter Wald

Ein Wald, der der Natur überlassen wird, hat zwar im gleichen Alter in der Regel mehr Biomasse bzw. mehr Kohlenstoff gebunden. Aber ab einem gewissen Alter wird die Kohlenstoffaufnahme immer weniger, da Wachsen und Vergehen ins Gleichgewicht gelangen. Ein naturnah bewirtschafteter Wald dagegen hat zwar womöglich weniger absolute Biomasse bzw. gebundenen Kohlenstoff, dafür entzieht er der Luft aber auch im Alter jedes Jahr neuen Kohlenstoff, da aus ihm immer wieder Bäume entnommen werden, um sie zu nutzen. Deren Kohlenstoff bleibt etwa in Möbeln oder Gebäuden gebunden und sorgt für Substitutionseffekte. Anstelle der entnommenen Bäume wachsen wieder neue und binden fleißig Kohlenstoff.
25 Jahre
verbleibt Kohlen­stoff aus Fichten­stammholz im Produkt­speicher
20 Jahre
verbleibt Kohlen­stoff aus Buchen­stammholz im Produkt­speicher

Nadelholz vs. Laubholz

Beim Bau und für Konstruktionen wird wegen der günstigeren Eigenschaften hauptsächlich Nadelholz verwendet. Hier bleibt der Kohlenstoff länger im Produkt gebunden. Laubstammholz wird eher zum Bau von Möbeln verwendet, die nicht ganz so lange halten.
16 t CO₂
21 – 40-jähriger Wald, pro Jahr/Hektar
7 t CO₂
160-jähriger Wald, pro Jahr/Hektar

Junger Wald vs. Alter Wald

Der Senkeneffekt eines normalen deutschen Waldes ist in jungen Jahren am größten. Nach einer Anlaufzeit von 20 Jahren erreicht er im Alter von 21 bis 40 Jahren seinen Höhepunkt, weil er in diesem Alter am meisten Biomasse zulegt. Danach sinkt die Senkenleistung stetig.

Bewirtschafteter Klimawald schützt und reinigt

Die Leistungen von bewirtschafteten Wälder sind damit bei Weitem nicht abgeschlossen. Intakte Wälder tragen neben der CO2-Bindung auch wesentlich zum Wasser- und Immissionsschutz bei. Denn humusreiche und biologisch aktive Waldböden sind wertvolle Filter zur Reinigung des Wassers, vitale Baumkronen hingegen mindern schädliche Einwirkungen durch Gase, Stäube oder Aerosole und verbessern dadurch die Luftqualität. Darüber hinaus bewahren intakte Klimawälder Menschen und ihre Einrichtungen vor Naturgefahren wie etwa Lawinen oder Steinschlägen.
(Nach Schadereignissen dauert es ohne aktive Maßnahmen sehr lange, bis sich der Wald von selbst erholt. Lange Zeiträume, in denen die oben genannten Leistungen nicht erbracht werden. Eine Bewirtschaftung zur Gesunderhaltung der Wälder ist deshalb erforderlich.)

Bewirtschafter Klimawald ist naturnaher Lebensraum

Bewirtschaftete Klimawälder haben zudem eine herausragende Bedeutung als Lebensraum und für die biologische Vielfalt. Durch eine auf die naturschutzfachlichen Bedürfnisse abgestimmte naturnahe Bewirtschaftung werden wertvolle Lebensräume im Rahmen eines integrativen Ansatzes auf ganzer Fläche geschaffen und erhalten. (Im Gegensatz zu unbewirtschafteten Wäldern haben bewirtschaftete Wälder oftmals sogar eine höhere Artenvielfalt.)

Darüber hinaus werden auch aktiv Naturschutzprojekte wie etwa Moorrenaturierungen umgesetzt. Diese Sumpflandschaften sind besonders wertvoll für den Klimaschutz und darüber hinaus besonders artenreich.

Bewirtschafteter Klimawald ist vielfältiger Erholungsraum

Naturnah bewirtschaftete Klimawälder bewahren letztendlich auch einen intakten Ruhepol. Der verfassungsrechtlich gesicherte Anspruch auf Genuss der Naturschönheiten und die Erholung in der freien Natur ist in Klimawäldern auch künftig sichergestellt. In speziellen Erholungseinrichtungen wie zum Beispiel im Baumwipfelpfad Steigerwald oder mit der speziell für den Naturgenuss entwickelten Spessart App können Sie sich davon selbst überzeugen.

Klimawald braucht Bewirtschaftung: Das leistet ein Hektar gemanagter Wald

(Der richtige Umgang mit Wald und die Berücksichtigung vielfältiger, zum Teil konkurrierender Interessen ist eine große Herausforderung an Försterinnen und Förster als Waldmanager, aber auch an uns alle.)

Mit einer nachhaltigen und auf die Herausforderungen des Klimawandels ausgerichteten Bewirtschaftung schaffen und erhalten Försterinnen und Förster einen klimatoleranten und multifunktionalen Klimawald, der den vielfältigen Ansprüchen gerecht wird. Durch die nachhaltige Gewinnung des naturnahen Rohstoffes Holz wird aktiv Klimaschutz betrieben und dabei gleichzeitig ein wertvoller Lebens- und Erholungsraum mit vielfältigen Funktionen erhalten und geschaffen. Es ist bemerkenswert was alleine ein Hektar Wald für das Klima und die Allgemeinheit leistet: nachhaltig bewirtschaftet wird er zum Retter im Klimawandel.

50 Tonnen
Ruß und Staub/Jahr

Pro Hektar filtern Wälder jährlich bis zu 50 Tonnen Ruß und Staub aus der Atmosphäre.

7,4 Kubikmeter
Stärkeres Totholz

10 Stück
Biotopbäume

0,4 Stück
Starke Laubbäume

Rund 13 000 Arten leben bei uns im Wald. Davon sind alleine 4 500 Arten an Totholz gebunden - darunter 50 Prozent der waldbewohnenden Käferarten und 1 500 Pilzarten. Allein an der Eiche sind über 1 000 Insektenarten zu zählen. Durch aktiven Nutzungs- und Verwertungsverzicht in bewirtschafteten Wäldern wie die Anreicherung von Totholz (im Staatswald im Schnitt 7,4 Kubikmeter stärkeres Totholz/ Hektar), den Schutz von Biotopbäumen (im Staatswald durchschnittlich 10 Stück/ Hektar naturnaher Wald) und den Erhalt von starken Laubbäumen (derzeit 282 000 Stück im Staatswald, Tendenz steigend) leisten wir einen aktiven Beitrag, die natürlichen Lebensräume vor allem von Wald bewohnenden Arten zu erhalten und zu verbessern.

Baumartenverteilung nach Fläche

Fichte 44% Tanne 2% Kiefer 17% Sonstige Nadelhölzer 4%


Buche 17% Eiche 6% Sonstiges Laubholz 5% Edellaubholz 5%

Die auf diesem Hektar idealisiert dargestellten Baumartenanteile entsprechen der aktuellen Baumartenverteilung nach Fläche im gesamten bayerischen Staatswald.

15 Meter
Erholungswege

Mehr als 9 000 Kilometer Wanderwege, 3 500 Kilometer Radwege, knapp 300 Kilometer Reitwege und 150 Kilometer Lehrpfade gibt es im bayerischen Staatswald.

3,7 Tonnen
Steine und Erden/Jahr

Im bayerischen Staatswald wurden 2012 3 Mio. Tonnen Bodenbestandteile gewonnen. Vor allem Steine, Sand und Tone.

0,1 Arbeitsplätze

190 000 Menschen leben in Bayern direkt und indirekt vom Wald. Waldarbeiter, Schreiner, Holzhändler und viele mehr. Bezieht man diese auf die Gesamtwaldfläche in Bayern, dann gibt ein Hektar Wald 0,1 Beschäftigten Lohn und Brot.

100 000 Kubikmeter
(Trink-)Wasser

Je nach Baumart bildet ein Hektar Wald zwischen 80 000 und 160 000 Kubikmeter neues Grundwasser. Nicht umsonst liegen 141 000 Hektar der rund 280 000 Hektar Wasserschutzgebiete in Bayern im Wald - davon mehr als die Hälfte im Staatswald.

7,2 Festmeter
Holz/Jahr

Auch wenn 8,5 Festmeter pro Jahr und Hektar nachwachsen: Wir ernten nicht mehr als den nachhaltigen Hiebsatz: Je Hektar sind das 7,2 Festmeter. Totes Holz verbleibt als wichtiger Lebensraum im Wald. Gleiches gilt für wichtige Nährstoffe.

0,1 Stück
Wild/Jahr

Im bayerischen Staatswald werden jedes Jahr mehr als 50 000 Rehe, Wildschweine und Hirsche erlegt. So sollen sich die natürlicherweise vorkommenden Bäume im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen (wie etwa Zäune) natürlich verjüngen.

10,6 Tonnen
CO₂-Bindung/Jahr

Das nachwachsene Holz speichert große Mengen CO2. Abhängig ist das von der Baumart und den Bedingungen vor Ort. Wälder in den gemäßigten Breiten mit einem mittleren Alter von 55 Jahren binden 10,6 Tonnen CO2. Jährlich. Optimal ist es, wenn das Holz genutzt wird und daraus ein Dachstuhl oder Tisch entsteht. So lässt sich pro Festmeter Holz rund eine Tonne CO2 viele Jahrzehnte speichern.

15 – 30 Tonnen
O₂/Jahr

Ein Hektar Laubwald setzt pro Jahr 15 Tonnen Sauerstoff frei, ein Nadelwald sogar 30 Tonnen.