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Sonthofen: Vorbereitungen zur Holzernte laufen auf Hochtouren

Hochwertige Sägeprodukte aus dem Kürnacher Staatswald (Foto: Simon Lipp/BaySF)

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Zur Holzernte vorbereiteter Waldbestand – Bäume mit rotem Strich werden geerntet, doch die nächste Baumgeneration steht schon bereit. (Foto: Simon Lipp/BaySF)

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21. Juli 2022, Eschach/Sonthofen – Neben der Suche und Aufarbeitung von Borkenkäferholz beschäftigt die Förster am Forstbetrieb Sonthofen momentan ein anderes wichtiges Thema: Das Vorbereiten der Waldbestände zur Holzernte im Herbst und Winter steht an.

Rund um den Eschacher Weiher fallen dem Waldbesucher rote Schrägstriche an einigen Bäumen auf: Hier waren keine „Sprayer“ unterwegs, die den Waldbestand verschandelt haben, sondern Förster Simon Lipp. Mit roter Sprühfarbe wurden Bäume gekennzeichnet, die dem Wald entnommen werden sollen. „Wir nennen das Auszeichnen“, so Simon Lipp. Er pflegt den Staatswald in der südlichen Kürnach.

Neben den zu erntenden Bäumen werden je nach Steilheit des Geländes auch Trassen für Seilkrananlagen und Gassen für Harvester und Rückezug markiert. Nur auf diesen Gassen darf eine Befahrung des Waldbodens erfolgen, um den restlichen Boden zu schonen. Beim Auszeichen beachten die Förster des Forstbetriebes Sonthofen auch naturschutzfachliche Belange. So werden besonders erhaltenswerte Bäume aufgrund von Spechthöhlen, Pilzkonsolen oder ihrer starken Dimension mit einer gelben Wellenlinie markiert. Diese Biotop- oder Methusalembäume dürfen stehen bleiben und natürlich in einigen Jahrzehnten zerfallen. „Das Prinzip Schützen und Nutzen auf gleicher Fläche wird bei den Bayerischen Staatsforsten gelebt“, so Sonthofens Staatsforsten-Chef Jann Oetting.

Die Holzernte verfolgt verschiedene Ziele: Zum einen wird der nächsten Baumgeneration durch die Entnahme der über ihr stehenden Altbäume geholfen. Im Schutz der „Alten“ konnten die kleinen Bäumchen gut aufwachsen, doch nun brauchen sie mehr Licht, Nährstoffe und Wasser, um weiterwachsen zu können. Zum anderen wird durch die Ernte der Bäume ein nachwachsender, hochwertiger Rohstoff für Möbel, Fenster und Holzhäuser bereitgestellt. All diese Holzprodukte binden über Jahrzehnte CO2, denn pro Kubikmeter verbautem Holz wird ca. eine Tonne Kohlenstoff gebunden. „Eine faszinierende Leistung der Natur, direkt vor unserer Haustüre“, findet Revierleiter Simon Lipp.