Forstbetrieb München, 16. Juni 2026 – Die aktuelle Entwicklung beim Borkenkäfer im Gebiet des Forstbetriebs München verläuft bislang vergleichsweise ruhig. Bei einer turnusmäßigen Kontrolle einer der vom Forstbetrieb installierten Borkenkäferfallen überprüften die Revierförster Korbinian Staufer und Maximilian Radlmayr die Anzahl der angelockten Käfer.

 

Die Fallen nutzen spezielle Pheromone, um Borkenkäfer anzulocken und so einen Überblick über deren Populationsentwicklung zu ermöglichen. „Dieser Sommer startet eher ruhig. Durch die kühle Witterung, die kalten Nächte Anfang Mai und das regnerische Wetter der letzten Wochen haben wir bisher noch keine kritische Schwelle erreicht“, erklärt Revierförster Maximilian Radlmayr, der das rund 2500 Hektar große Forstrevier Isartal betreut.

 

Auch sein Kollege Korbinian Staufer vom Revier Giesinger Waldhaus bestätigt die derzeitige Lage. Sein Forstrevier umfasst 1.950 Hektar – das entspricht rund 2.730 Fußballfeldern. Obwohl das Revier durch den Waldumbau schon einen sehr hohen Laubholzanteil und viele Mischwälder besitzt, ist die vom Borkenkäfer betroffene Baumart Fichte aktuell noch immer die häufigste Baumart mit rd. 30 Prozent Anteil. „Der Borkenkäfer beginnt erst ab etwa 16 Grad Celsius zu schwärmen. Diese Temperaturen wurden in diesem Jahr später erreicht als letztes Jahr – das verschafft uns aktuell eine gewisse Entlastung.“, so Staufer. 

 

Dennoch bleibt Wachsamkeit geboten. Werden befallene Bäume entdeckt, reagiert der Forstbetrieb umgehend: Diese werden schnellstmöglich aus dem Wald abtransportiert, um ein weiteres Ausfliegen der Käfer und den Befall gesunder Bäume möglichst zu verhindern. Derzeit wurden noch keine größeren „Käfernester“ also mehrere befallene Bäume auf einem Fleck gefunden. Der Befall beschränkt sich bisher auf Einzelbäume. 

 

Ein wichtiger Hinweis für die Holznutzung: „Das Holz wird durch den Buchdrucker nicht entwertet“, erläutert Radlmayr. „Der Käfer lebt zwischen Rinde und Holzkörper und bohrt sich nicht in das eigentliche Holz. Zwar unterbindet er so die Wasserversorgung des Baumes, wodurch dieser abstirbt, das Holz selbst kann jedoch im Sägewerk gut verwendet werden.“

Die Revierförster hoffen, dass sich die derzeit positive Situation fortsetzt: „Wir setzen darauf, dass der Sommer weiterhin ausreichend Niederschläge für unseren Wald bringt und der Borkenkäfer keine hohe Dynamik entwickeln kann.“ 

 

Mit einem Augenzwinkern bringen sie es auf den Punkt: „No passts – und so soi’s aa bleim.“

Borkenkäfer Buchdrucker

In der Falle: der Buchdrucker bei einer Kontrolle der Fallen. Bild: Nathalie Kolb/ Bayerische Staatsforsten