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Unbekannte Pflanzenart im Werdensteiner Moor entdeckt

Ein Blüten-Exemplar der leider gar nicht seltenen Pflanze "Hundsgemeines Kotbeutelchen"

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19.04.2018, Sonthofen - Sie blüht rot oder schwarz und sie blüht als einzige Pflanzenart das ganze Jahr. Der bevorzugte Lebensraum erstreckt sich entlang von Rundwanderwegen. Aber nie weiter als eine menschliche Wurfweite entfernt, erstaunlicherweise oft direkt neben dem Weg. Je näher zum Parkplatz, umso größer das Vorkommen.  

Obwohl diese Pflanze nicht geschützt ist, pflückt sie kein Mensch und dekoriert damit zuhause seine gute Stube. So kann sich diese auffallende, etwas übelriechende Pflanze immer weiter vermehren. Einen botanischen Namen hat die Pflanze noch keinen. Sie ist bislang auch in keinem Pflanzenführer zu finden. Botaniker und Förster haben ihr den Arbeitstitel "Hundsgemeines Kotbeutelchen" gegeben. Verbreitet wird sie ausschließlich durch Menschen der speziellen Gattung "Homo sapiens canis, Subspecies rücksichtslose Hundebesitzer oder Besitzerin" immer gemeinsam mit seinem vierbeinigen Begleiter in unterschiedlicher Größe und Farbe. Die Verbreitung über größere Entfernungen erfolgt mittels Auto. Selbst eine Entfernung bis Kempten stellt kein Verbreitungshindernis dar.  

So sensationell sich die Entdeckung anhört, so wenig löst sie bei vielen Naturliebhabern und –liebhaberinnen Begeisterungsstürme aus. "Der Forstbetrieb Sonthofen, der Freistaat Bayern und die örtliche Kreisgruppe des Bund Naturschutz haben sehr viel Geld, Engagement und Herzblut in die Renaturierung des Werdensteiner Moores gesteckt. Der Erfolg ist wirklich beachtlich. Daher ist es umso ärgerlicher, wenn durch rücksichtslose Menschen, bzw. durch deren unschuldigen vierbeinigen Begleitern Verunreinigungen in den hochsensiblen Lebensraum Moor eingetragen werden", ärgert sich der Sonthofer Forstbetriebsleiter Jann Oetting. Das Werdensteiner Moor gehört zum Staatsforstbetrieb Sonthofen. Dabei stellen aber nicht nur die Plastikbeutel ein Problem dar, "die umher rennenden Hunde zertrampeln seltene Pflanzen, zerstören Laich von Amphibien und Gelege von Vögeln", weiß der für das Werdensteiner Moor verantwortliche Förster Hubert Heinl anhand eigener Beobachtungen zu berichten. "Im vergangenen Winter wurden nach Aussage vom Jagdpächter sogar zwei Rehe von Hunden getötet.

Das Werdensteiner Moor mit seinem Rundwanderweg bietet den vielen Besuchern einen ganz außergewöhnlichen Naturgenuss. Dieser verlangt aber Rücksichtnahme zugunsten der Naturjuwele“, so der Staatswald-Revierleiter Heinl weiter. Für das Werdensteiner Moor, aber auch stellvertretend für viele Bereiche in der freien Natur ist die Lösung des Problems dabei ganz einfach und unkompliziert: Hunde an die Leine und Mitnehmen der Kotbeutel mit Entsorgen in der Mülltonne. Alles gemäß der Idee "Dein Freiraum, mein Lebensraum - rücksichtsvoll unterwegs in der Natur“.