12. Oktober 2026, Regensburg / München – Die Bayerischen Staatsforsten blicken auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2026 zurück. Mit einem Gesamtumsatz von 536 Millionen Euro und einem Jahresüberschuss von 71,7 Millionen Euro erzielte das Unternehmen eines der besten Ergebnisse seiner Geschichte. Gleichzeitig haben Hitze, Trockenheit und Waldbrände deutlich gemacht, dass die Folgen des Klimawandels Bayerns Wälder zunehmend prägen und hohe Kosten verursachen werden.

 

"Die Bayerischen Staatsforsten haben im Geschäftsjahr 2026 ihre wirtschaftliche Stärke einmal mehr unter Beweis gestellt: 536 Millionen Euro Umsatz und über 70 Millionen Euro Jahresüberschuss sind starke Zahlen. Gleichzeitig haben die BaySF den Klimawaldfonds auf 200 Millionen Euro aufgestockt und treiben mit inzwischen 110 Windenergieanlagen auf ihren Flächen die Energiewende weiter voran. Doch das vergangene Jahr hat auch gezeigt, vor welchen Herausforderungen unser Wald steht. Die Rekordzahl an Waldbränden macht deutlich, dass wir bei Waldumbau, Prävention und moderner Brandbekämpfung weiter anpacken müssen. Und wir müssen aufpassen, dass neue EU-Vorgaben und die EEG-Novelle nicht durch mehr Bürokratie und falsche Rahmenbedingungen die aktive Waldbewirtschaftung und den Ausbau der Erneuerbaren ausbremsen. Mein Dank gilt der gesamten BaySF-Belegschaft für ihren großen Einsatz."
Hubert Aiwanger, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Bayerischen Staatsforsten; stv. Ministerpräsident, Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, MdL

 

 

Wirtschaftlicher Erfolg ermöglicht Investitionen in die Zukunft
 

Vorstandsvorsitzender Olaf Hermes stellte die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens in den Mittelpunkt seiner Bilanz.

 

„Mit einem Umsatz von 536 Millionen Euro und einem Jahresüberschuss von 71,7 Millionen Euro haben die Bayerischen Staatsforsten eines der erfolgreichsten Geschäftsjahre ihrer Unternehmensgeschichte erzielt. Dieser wirtschaftliche Erfolg ist kein Selbstzweck. Er ermöglicht uns, heute so viel wie nie zuvor in Waldumbau, Klimaanpassung und die Zukunft unserer Wälder zu investieren.“
Olaf Hermes, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten

 

Das Geschäftsjahr war geprägt von zwei gegenläufigen Entwicklungen: einer deutlichen Entspannung bei den Borkenkäferschäden und der Rückkehr zu planbarer Forstwirtschaft einerseits sowie zunehmendem Klimastress durch Hitze und Trockenheit andererseits.

 

„Die Bilder dieses Sommers waren ein Weckruf. Ausgetrocknete Böden, verdorrte Vegetation und Waldbrände zeigen unmissverständlich: Der Klimawandel ist längst in Bayern angekommen. Gleichzeitig wird der Wald für Bayern künftig noch wichtiger werden – als Klimaschützer, Lebensraum, Rohstofflieferant und Partner der Energiewende.“
Olaf Hermes, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten

 

Ein wesentlicher Baustein dieser Entwicklung ist die Windenergie im Staatswald.

 

„Derzeit sind bereits 110 Windenergieanlagen auf Flächen der Bayerischen Staatsforsten in Betrieb, weitere 180 sind vertraglich gesichert in der Planung oder im Genehmigungsverfahren. Die Windenergie entwickelt sich zu einer wichtigen zusätzlichen Ertragssäule der Bayerischen Staatsforsten.“
Olaf Hermes, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten

 

 

Die größte Herausforderung heißt Trockenheit
 

Waldbauvorstand Rudolf Plochmann zog eine positive Bilanz beim Waldschutz, mahnte gleichzeitig jedoch vor den Folgen des außergewöhnlich heißen und trockenen Sommers.

 

Mit rund 0,63 Millionen Festmetern lag die Schadholzmenge mehr als 50 Prozent unter dem Vorjahreswert. Rund 0,35 Millionen Festmeter entfielen auf Schäden durch Borkenkäfer.

 

„Die gute Nachricht lautet: Wir haben den Borkenkäfer derzeit im Griff. Eine Entwarnung lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Die größte Herausforderung für unsere Wälder ist inzwischen nicht mehr allein der Borkenkäfer. Hitze und Trockenheit haben sich in diesem Sommer vielerorts zum bestimmenden Risikofaktor entwickelt. Sie schwächen die Bäume, erhöhen ihre Anfälligkeit für Schädlinge und Parasiten und setzen ganze Bestände unter Stress. Welche Folgen dieser außergewöhnliche Sommer tatsächlich hinterlässt, werden wir erst in den kommenden Jahren vollständig beurteilen können.“
Rudolf Plochmann, Vorstand der Bayerischen Staatsforsten

 

Die außergewöhnlich trockenen und heißen Monate haben vielerorts bereits sichtbare Spuren hinterlassen. Vorzeitiger Blattabwurf, geschädigte Baumkronen und ausgeprägter Wasserstress waren in zahlreichen Regionen Bayerns zu beobachten. Wie stark die Wälder dauerhaft beeinträchtigt wurden, wird sich erst im kommenden Frühjahr und Sommer zeigen.

 

Als wichtigste Antwort auf diese Entwicklung bezeichnete Plochmann den Waldumbau.

 

„Allein im vergangenen Jahr wurden rund 7.500 Hektar Staatswald zu klimaangepassten Mischwäldern weiterentwickelt. Dafür pflanzten die Bayerischen Staatsforsten rund 5,8 Millionen junge Bäume. Bei der Jungbestandspflege, einem wichtigen Instrument zur Förderung klimatoleranter Mischbaumarten, konnten die Planvorgaben deutlich übertroffen werden.“
Rudolf Plochmann, Vorstand der Bayerischen Staatsforsten

 

Diese Investitionen gilt es anschließend auch zu schützen. Junge Bäume müssen die Chance haben aufzuwachsen und sich natürlich zu verjüngen. Dafür sind angepasste Schalenwildbestände unverzichtbar.

 

„Mit insgesamt 69.327 Stück erlegtem Schalenwild konnten wir im Jagdjahr 2025/26 das höchste Ergebnis seit Gründung der Bayerischen Staatsforsten erzielen.“
Rudolf Plochmann, Vorstand der Bayerischen Staatsforsten

 

 

Vorsorge für die Herausforderungen von morgen
 

Finanzvorstand Manfred Kröninger betonte die Bedeutung wirtschaftlicher Stabilität für die langfristige Entwicklung des Staatswaldes.

 

„Der Klimawandel ist längst auch ein wirtschaftlicher Faktor. Hitze, Trockenheit und Waldbrandrisiken verursachen zusätzliche Kosten und erfordern langfristige finanzielle Handlungsfähigkeit.“
Manfred Kröninger, Vorstand der Bayerischen Staatsforsten

 

Die Bayerischen Staatsforsten treffen deshalb konsequent Vorsorge und bauen Rücklagen für künftige Krisensituationen auf.

 

„Wer einen resilienten Wald möchte, muss auch ein resilientes Forstunternehmen ermöglichen. Gute Jahre müssen wir nutzen, um für schwierige Jahre vorzusorgen.“
Manfred Kröninger, Vorstand der Bayerischen Staatsforsten

 

Ein zentrales Instrument hierfür ist der Klimawaldfonds.

 

„Im Geschäftsjahr 2026 wurden weitere 50 Millionen Euro in den Fonds eingezahlt. Langfristig soll er auf insgesamt 300 Millionen Euro anwachsen. Gleichzeitig investiert das Unternehmen gezielt in Waldumbau, Infrastruktur, Prävention gegen Klimarisiken sowie die Modernisierung seiner betrieblichen Einrichtungen.“
Manfred Kröninger, Vorstand der Bayerischen Staatsforsten

 

 

Waldschutz zeigt Wirkung, Klimawandel verschärft sich
 

Der Waldschutz zeigt Wirkung. Gleichzeitig machen Hitze, Trockenheit und Waldbrände deutlich, dass die Anpassung der Wälder an den Klimawandel eine Generationenaufgabe bleibt.