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Spirkenmoore bei den Bayerischen Staatsforsten: Perlen der Natur

Sonnentau: Mit seinen giftigen Tentakeln fängt er kleine Insekten und reichert so seinen Speiseplan deutlich an (Foto: Jürgen Sander, BaySF)

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06.10.2017, Kempten - Das Hauptverbreitungsgebiet der Spirke bzw. Moorkiefer liegt in Deutschland entlang des Alpenrands. Ein Schwerpunkt ist im Allgäu. Und hier wiederum sind die Bayerischen Staatsforsten, allen voran der Forstbetrieb Sonthofen für sehr viele Spirkenmoorflächen verantwortlich.In unserer intensiv genutzten Landschaft gibt es nur noch wenige natürliche Inseln, deren Entwicklungsgeschichte seit der Eiszeit vom Menschen nur wenig verändert worden ist. Die Moore sind ein Beispiel für solche Inseln. Und darunter stellen die Spirkenmoore eine Besonderheit dar.

„Das Besondere der Moore liegt in der außergewöhnlichen Pflanzen und Tierwelt.“ erklärt Staatswaldförster Jürgen Sander. Er ist für große Teile des Sulzschneider Waldes verantwortlich. Sander weiter: „Nach der Eiszeit besiedelten Torfmoose die meist nassen Standorte. Anfangs hatten diese Pflanzen noch Verbindung zum Grundwasser. Aus den tausenden Torfmoosgenerationen, die übereinander wuchsen, bildete sich der uns heute bekannte Torf.“

Die darauf wachsende Vegetation musste sich mehr und mehr vom Regenwasser und den darin enthaltenen Nährstoffen ernähren. Es siedelten sich viele Spezialisten an, die unter den armen Bedingungen überleben können. Einer der bekanntesten ist der Sonnentau, eine fleischfressende Pflanze, die sich die benötigten Nährstoffe aus den gefangenen Insekten holt. Es gibt aber noch viele andere Pflanzen und Tierarten, die in Mooren vorkommen. Blütenpflanzen, Moose, Flechten, Algen, Pilze und viele seltene Insektenarten besiedeln die verschiedenen Moore. Vieles davon ist noch wenig erforscht. Forstbetriebsleiter Jann Oetting ergänzt: „Die lichten Spirkenmoore lassen relativ viel Wärme und Licht auf den Moorboden kommen. Deshalb hat sich dort eine ganz besondere Vegetation und Tierwelt eingefunden und erhalten. Diese Moorwälder zu erhalten, ist Teil unseres Naturschutzverständnisses, denn Spirkenmoorwälder sind deutschlandweit sehr selten. Sie müssen aber auch regelmäßig von uns gepflegt werden: Sonst wachsen andere Baumarten über die Spirken und nehmen ihnen das Licht zum Leben weg.“

Im Bereich des Forstbetriebs Sonthofen, der den bayerischen Staatswald im Oberallgäu und Teilen des Ostallgäus betreut, befinden sich noch ca. 1.000 Hektar sehr gut erhaltener Spirkenmoorflächen. Die Bayerischen Staatforsten, die auch Mitglied in der Allgäuer Moorallianz sind, haben sich zum Ziel gesetzt diese Flächen nicht nur zu erhalten, sondern zu verbessern. In den letzten Jahren wurden mehrere hundert Hektar renaturiert und naturschutzfachlich von den Bayerischen Staatsforsten aufgewertet.