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Innovatives Naturschutz-konzept im Wald der Bayerischen Saalforste in St. Martin bei Lofer und Unken

Im Saalforst (v.l.): Markus Kölbel (Leiter Teilbereich Naturschutz und Erholung), Thomas Zanker (Leiter Forstbetrieb St. Martin), Frau Dr. Astrid Rössler (Stellv. Landeshauptfrau Land Salzburg), Herrn Prof. Hinterstoisser (Leiter der Abteilung Naturschutz des Landes Salzburg)

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St. Martin, 30. Oktober 2014 - Das regionale Naturschutzkonzept des Forstbetriebs St. Martin/Bayerische Saalforste wurde heute Landeshauptmann-Stellvertreterin Dr. Astrid Rössler vorgestellt. St. Martin bei Lofer ist der erste Forstbetrieb der Bayerischen Staatsforsten im Hochgebirge, für den eine flächendeckende Erhebung aller naturschutzrelevanten Flächen vorliegt. Naturnahe Bergmischwaldbestände nehmen mit 3.400 Hektar knapp ein Drittel der Waldfläche des Forstbetriebs ein. Über 400 Hektar Waldbestände sind älter als 200 Jahre. Hinzu kommen gesetzlich geschützte Waldbiotope wie Fichten-Karbonat-Blockwälder oder subalpine Lärchen-Zirbenwälder. Der Forstbetrieb beherbergt große Flächen extensiv genutzter Bergmähwiesen, alpiner Rasen sowie Latschengebüsche. Eine sehr artenreiche Tier- und Pflanzenwelt ist heimisch: Darunter zum Beispiel alle Raufußhühnarten, mit bedeutenden Vorkommen von Auer- und Birkhühnern, 16 nachgewiesene Fledermausarten, mehrere Steinadlerpaare und Murmeltiere.

Der Schwerpunkt der naturschutzfachlichen Arbeit des Forstbetriebs ist ausgerichtet auf die Sicherung, Entwicklung und Vernetzung der Vielfalt an Lebensräumen und Arten. Dies gelingt durch naturnahe Waldbewirtschaftung auf der gesamten Waldfläche. Es sind Ziele zur Totholzanreicherung und für das Belassen von Biotopbäumen formuliert. Totholz ist für viele Kleinstlebewesen, wie z. B. die Larven des Alpenbockkäfers, von Bedeutung. Forstbetriebsleiter Thomas Zanker freut sich: „Die Totholzmenge ist schon heute sehr hoch und liegt in unseren Wäldern bei 29 Kubikmeter pro Hektar!“ 

Ein besonderer naturschutzfachlicher Schwerpunkt kommt dem Auerwild zu. Landeshauptmann-Stellvertreterin Rössler konnte sich heute in den Unkener Wäldern von der naturnahen Waldbewirtschaftung und gezielten Lebensraumverbesserungen für diese imposanten Waldhühner überzeugen.

„Die naturnahe Waldbewirtschaftung in diesem Forstbetrieb ermöglicht eine große Rücksichtnahme auf Fauna und Flora und ist somit ganz wesentlich für die Erhaltung der Artenvielfalt. Das Wissen um die Kostbarkeit unserer natürlichen Lebensräume wird hier in besonderer Weise gepflegt und ist Vorbild für die gelungene Zusammenführung von Forstwirtschaft und Naturschutz“, so Rössler bei ihrem Besuch in Unken.

„Der Weg des integrativen Naturschutzes ist bei der Waldnutzung von besonderer Bedeutung, da hier in sehr langen Entwicklungszeiträumen gedacht werden muss und dynamische Prozesse Berücksichtigung finden. Bei der Ausarbeitung des Konzeptes wurden die von der Naturschutzabteilung des Landes Salzburg zur Verfügung gestellten Unterlagen wie die Biotopkartierung und das Naturschutzbuch von den Bayerischen Stellen eingearbeitet. Dabei sind die Schonung noch vorhandener Altholzbestände von mehr als 200 Jahren, die Festlegung einer flächendeckenden Ausstattung mit stehendem Totholz und Maßnahmen zum Schutz von Mooren besonders hervorzuheben.

Als Teil der Bayerischen Staatsforsten sind die Saalforste eine Besonderheit im Pinzgau, da die Flächen im Eigentum des Freistaates Bayern in Österreich liegen und auf den ältesten, noch gültigen Staatsvertrag Mitteleuropas zurückgehen, einen Salinenvertrag von 1829. Der Forstbetrieb erstreckt sich über 18.500 ha zwischen den Berchtesgadener Kalkhochalpen im Osten und den Chiemgauer Bergen im Norden bis zu den zentralalpinen Gebieten nach Leogang im Süden. In den bayerischen Staatswäldern im „Salzburgischen Pinzgau“ werden jährlich rund 40.000 Festmeter Holz eingeschlagen.

Das Regionale Naturschutzkonzept des Forstbetriebs St. Martin: http://www.baysf.de/de/ueber-uns/standorte/forstbetriebe/st-martin.html

Das übergeordnete Naturschutzkonzept der Bayerischen Staatsforsten ist per Download unter http://www.baysf.de/de/wald-schuetzen/naturschutz.html verfügbar.