Försterin Miriam Sperber und Praktikant Luis Sticht kontrollieren einen Rettungstreffpunkt bei Mehlmeisel. Die Daten werden digital erfasst, damit Rettungskräfte im Notfall schnell und zuverlässig Hilfe leisten können. Foto: Martin Hertel / Bayerische Staatsforsten
06. August 2026, Mehlmeisel – Im Notfall zählt jede Minute. Damit Rettungskräfte auch im weit verzweigten Wegenetz des Fichtelgebirges schnell und zielgerichtet helfen können, überprüfen die Bayerischen Staatsforsten aktuell ihre Rettungstreffpunkte im Wald. Die eindeutig gekennzeichneten Anlaufstellen ermöglichen eine schnelle Orientierung im Gelände und können im Ernstfall entscheidend dazu beitragen, Menschenleben zu retten.
Ob bei einem Arbeitsunfall im Wald, einem gestürzten Mountainbiker oder einem medizinischen Notfall während einer Wanderung: Für Rettungsdienst und Feuerwehr ist es oft schwierig, einen Unfallort mitten im Wald schnell zu finden. Rettungstreffpunkte schaffen hier Abhilfe. Sie befinden sich an gut erreichbaren Waldzufahrten oder markanten Punkten und verfügen über eine eindeutige Kennung aus Buchstaben und Zahlen.
Wird diese Kennung bei einem Notruf über die 112 an die zuständige Integrierte Leitstelle weitergegeben, können Rettungskräfte den Treffpunkt direkt ansteuern. Dort kann eine Begleitperson die Einsatzkräfte zum eigentlichen Unfallort lotsen. Das spart wertvolle Zeit und erhöht die Chancen auf schnelle Hilfe.
„Rettungstreffpunkte sind ein wichtiger Baustein für die Sicherheit im Wald“, erklärt Försterin Miriam Sperber vom Forstbetrieb Fichtelberg. „Sie helfen nicht nur Forstleuten bei ihrer täglichen Arbeit, sondern stehen auch allen Waldbesuchern zur Verfügung. Wer im Notfall die Kennung eines Rettungstreffpunktes angeben kann, erleichtert den Einsatzkräften die Anfahrt erheblich.“
Damit das System zuverlässig funktioniert, kontrollieren die Försterinnen und Förster der Bayerischen Staatsforsten regelmäßig die Beschilderung. Bei einer Überprüfung bei Mehlmeisel begutachteten Miriam Sperber und Praktikant Luis Sticht einen Rettungstreffpunkt und kontrollierten, ob die Kennung gut lesbar und der Standort problemlos erreichbar ist. Die Ergebnisse werden direkt digital per Smartphone-App erfasst.
Die Standorte aller Rettungstreffpunkte sind digital hinterlegt und den Rettungsleitstellen bekannt. Zusätzlich können Waldbesucher die Treffpunkte beispielsweise über die kostenlose Smartphone-App „Hilfe im Wald“ oder verschiedene Kartenanwendungen abrufen.
Mit der regelmäßigen Kontrolle und Pflege der Rettungstreffpunkte leisten die Bayerischen Staatsforsten einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit im Wald. Denn sowohl bei der Waldarbeit als auch in der Freizeit gilt: Eine funktionierende Rettungskette kann im Ernstfall entscheidend sein.