19. Januar 2026, Burglengenfeld - Der Forstbetrieb Burglengenfeld der Bayerischen Staatsforsten hat die winterlichen Bedingungen im Naturschutzgebiet „Charlottenhofer Weihergebiet“ für eine besondere Landschaftspflegemaßnahme genutzt. Dank tragfähigem Eis konnten bevorzugte Brutinseln der Lachmöwen rechtzeitig vor deren Rückkehr aus den Überwinterungsgebieten gepflegt werden.

 

Ziel der Arbeiten war es, zu dichten Gehölzaufwuchs auf den Inseln zu entfernen und wieder offene Brutflächen zu schaffen. Damit sollen die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Brut der koloniebrütenden Lachmöwen verbessert werden. Die Vogelart war bis in die 1990er Jahre ein häufiger Brutvogel im Gebiet, ist dort aber in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen.

 

Seit etwa drei Jahren zeigen strukturverbessernde Maßnahmen bereits Wirkung: Immer mehr Lachmöwen kehren in ihre angestammten Brutreviere zurück. Mit ihnen verschwand einst auch der Schwarzhalstaucher aus dem Gebiet. Mit Geduld und kontinuierlicher Pflege besteht die Hoffnung, dass auch diese bayernweit seltene Art wieder heimisch wird.

 

Unter der Leitung von Forstwirtschaftsmeister Michael Fischer setzten Auszubildende und Praktikanten des Forstbetriebs Burglengenfeld die Maßnahmen um. Die Arbeiten wurden gemeinsam mit der höheren Naturschutzbehörde und dem örtlichen Teichwirt fachlich abgestimmt.

 

Forstbetriebsleiter Hans Mages betont den Ausbildungsaspekt des Einsatzes: Die ökologische Verantwortung sei ein zentraler Bestandteil nachhaltiger Forstwirtschaft und der forstlichen Ausbildung. Auch die Regierung der Oberpfalz hebt das Projekt als gelungenes Beispiel für die Zusammenarbeit von Forst- und Teichwirtschaft, Naturschutzbehörden und regionalen Akteuren hervor.

Der winterliche Pflegeeinsatz leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt im Charlottenhofer Weihergebiet – und gibt seltenen Vogelarten neue Chancen auf erfolgreiche Bruten.