Forstbetrieb Ruhpolding in guten Händen: Der BaySF-Vorstandsvorsitzende Martin Neumeyer (mi) mit Sebastian Klinghardt (li) und Joachim Keßler. (Foto: Stephan Mayer)
Ruhpolding – Der Staatsforstbetrieb Ruhpolding bekommt eine neue Führung: Sebastian Klinghardt übernimmt die Leitung des traditionsreichen Gebirgsbetriebs und folgt damit auf Joachim Keßler, der nach vier Jahren als Betriebsleiter an den Forstbetrieb Wasserburg wechselt.
Im Rahmen einer Feierstunde dankte der Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Staatsforsten, Martin Neumeyer, Joachim Keßler für hervorragende Arbeit in den letzten vier Jahren. „Sie haben mit enorm viel Herzblut, Sachverstand und Engagement wichtige Meilensteine für den Forstbetrieb nach innen und außen erreicht. Sie haben erfolgreich den Generationswechsel bei den Revierleitungen und Forstwirten gestaltet, die Wälder gesund erhalten und den Waldumbau vorangetrieben. Die Wälder im Forstbetrieb Ruhpolding waren bei Ihnen in guten Händen – so wird es auch künftig sein. Für Ihre neue Aufgabe als Forstbetriebsleiter in Wasserburg wünsche ich Ihnen alles Gute“, so Neumeyer.
Der Vorstandsvorsitzende führte den Nachfolger Sebastian Klinghardt als Forstbetriebsleiter am Forstbetrieb Ruhpolding ein. Er bezeichnete ihn „als einen Förster mit Leib und Seele, der seinen Beruf aus tiefster Überzeugung lebt.“ Neumeyer benannte es als eine der wichtigsten ersten Aufgaben des Forstbetriebsleiters, die stetig wachsenden Starkholzvorräte im Gebirge im Interesse des Waldschutzes und des Waldumbaus nachhaltig zu nutzen.
Der 40jährige Klinghardt ist gebürtiger Münchner, hat an der dortigen TU München Forstwissenschaften studiert und ist seit 2014 bei den Bayerischen Staatsforsten. Zuletzt war er als Kundenbetreuer im überregionalen Holzverkauf tätig, wo er das Thema Digitalisierung im Holzverkauf maßgeblich vorangetrieben hat. Mit der neuen Aufgabe geht für ihn ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung: die Bewirtschaftung eines Gebirgsforstbetriebs. Der Forstbetrieb Ruhpolding mit Flächen vom Chiemgau bis zur österreichischen Grenze sei für ihn eine besondere Verantwortung – und eine Herzensangelegenheit. „Für mich war es seit dem Studium ein Traum, als Förster einen Gebirgsbetrieb zu leiten“, betont Klinghardt. „Der Bergwald ist wunderschön und hat seine ganz eigenen, wenn auch nicht immer ganz einfachen Gesetze. Genau diese Mischung reizt mich und macht die Arbeit hier so besonders.“
Inhaltlich setzt Klinghardt klare Akzente: Die Fichte habe im Bergwald weiterhin Zukunft, auch wenn der Klimawandel im Gebirge stärker spürbar sei als im Flachland. Gleichzeitig brauche es mehr Vielfalt und Waldpflege. „Wenn wir gesunde Wälder wollen, müssen wir sie aktiv entwickeln und neue Baumarten einbringen. Und damit diese wachsen können, brauchen wir eine naturverträgliche Jagd“, erklärt er. Besonders am Herzen liegt ihm die Lärche, seine Lieblingsbaumart: „Lärchen in der Herbstfärbung sind einfach wunderschön, ihr Holz ist bei den Sägewerken begehrt und sie hat trotz Klimawandel eine Zukunft in unseren Wäldern.“
Zum Start möchte Klinghardt vor allem eines: draußen sein und sein neues Team und die Wälder des Forstbetriebs noch besser kennenlernen. Viele Kolleginnen und Kollegen kennt er bereits aus seiner Zeit als Kundenbetreuer. „Das Team brennt für seinen Job – vom Forstwirtschaftsmeister bis zur Verwaltung. Diese Identifikation, gerade auch bei den Forstwirten, macht richtig Freude. Ich freue mich sehr darauf, Teil dieses Teams zu sein“, sagt er.
Sein Vorgänger Joachim Keßler verlässt Ruhpolding mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Der Forstbetrieb Ruhpolding ist wunderschön, die Chiemgauer Berge sind ein Traum – und wir haben hier ein Team, das immer mitzieht. Erfolg im Forstbetrieb hat viele Gesichter: gesunde Wälder, eine Natur, die profitiert, Menschen, die Erholung finden, und Beschäftigte, die eine sinnstiftende Aufgabe haben.“ Das alles zu verlassen, falle ihm nicht leicht. Der Wechsel nach Wasserburg erfolgt aus familiären Gründen – seine Familie lebt dort. „Ich freue mich sehr darauf, wieder näher bei meiner Familie zu sein“, so Keßler.
Besonders stolz blickt Keßler auf die Nachwuchsarbeit zurück: Zahlreiche Forstwirt- und Berufsjäger-Auszubildende haben in seiner Amtszeit ihren Weg in den Beruf gefunden. „Die jungen Leute hier sind zurecht stolz auf das, was sie tun. Arbeit in und mit der Natur ist sinnvoll und schön“, betont er. „Wir verjüngen nicht nur unsere Wälder, sondern auch unser Unternehmen mit motivierten und engagierten jungen Leuten. Das macht mich zuversichtlich für die Zukunft.“