20. April 2026, Bodenmais – Der Forstbetrieb Bodenmais der Bayerischen Staatsforsten führt ab Montag, 20. April, im Revier Klingenbrunn umfangreiche Waldpflege- und Waldverjüngungsmaßnahmen durch. Aus Gründen der Verkehrssicherung werden daher für einen Zeitraum von rund fünf Wochen einzelne Forst-, Wander- und Radwege vorübergehend gesperrt. Entsprechende Umleitungen werden eingerichtet, um die Sicherheit der Waldbesucherinnen und Waldbesucher zu gewährleisten.
Die forstlichen Arbeiten erfolgen im Rahmen einer geplanten Erntemaßnahme im Staatswald. Betroffen sind unter anderem Bereiche entlang der Wanderwege zum Wagensonnriegel sowie die Radwege an der Hochstraße. Ziel ist es, durch gezielte Eingriffe die Stabilität und Zukunftsfähigkeit des Waldes nachhaltig zu verbessern.
„Die gezielte Waldpflege und nachhaltige Holznutzung ist ein entscheidender Faktor für den Aufbau und den Erhalt von Klimawäldern“, erläutert Forstbetriebsleiter Franz Thoma. „Damit Bäume ein stabiles Wurzelwerk und eine vitale Krone ausbilden können, benötigen sie ausreichend Wuchsraum. Dazu müssen benachbarte, in Konkurrenz stehende Bäume entnommen werden.“
Der aktuelle Zustand des Waldes im Revier Klingenbrunn ist von verschiedenen Schadfaktoren geprägt. Insbesondere alte Schneebruchschäden, anhaltende Trockenheit sowie der Befall durch den Borkenkäfer haben die überwiegend aus Fichte und Buche bestehenden Bestände geschwächt. Zudem ist der Wald bislang nur gering mit weiteren Baumarten durchmischt und dadurch besonders anfällig gegenüber den Folgen des Klimawandels.
„Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wird gezielt Holz entnommen und mehr Licht in den Bestand gebracht“, erklärt Revierleiter Mathias Knippel. „So schaffen wir die Voraussetzungen, künftig widerstandsfähigere und klimaangepasste Baumarten einzubringen und einen stabilen, artenreichen Mischwald zu entwickeln. Mit dieser Maßnahme fördern wir aktiv eine Baumartenmischung, die den klimatischen Veränderungen besser standhält.“
Die Holzernte erfolgt unter Einsatz eines Seilkrans. Dieses forstliche Spezialgerät ermöglicht es, gefällte Bäume besonders boden- und bestandsschonend aus dem Gelände zu transportieren. Seilkrantechnik kommt vor allem in schwierigem Gelände zum Einsatz und trägt dazu bei, den Waldboden sowie die verbleibenden Bäume möglichst wenig zu beeinträchtigen. Ein Eingriff in das bestehende Wander- und Wegenetz findet im Zuge der Maßnahme nicht statt.
Der Zeitpunkt der Arbeiten wurde bewusst gewählt. Sie finden außerhalb der Wintersaison statt, um den Loipenbetrieb nicht zu beeinträchtigen, und sollen vor Beginn der Ferienzeit abgeschlossen sein. So werden Einschränkungen in touristisch besonders wichtigen Zeiträumen vermieden.
Während der Durchführung der Maßnahmen kann es dennoch aus Sicherheitsgründen zu temporären Sperrungen auf den betroffenen Wander- und Radwegen kommen. Der Forstbetrieb Bodenmais bittet hierfür um Verständnis.
Mit den geplanten Waldpflege- und Holzerntemaßnahmen wird ein weiterer wichtiger Schritt hin zu einem stabilen, klimaangepassten und zukunftsfähigen Wald für kommende Generationen gemacht.