Afrikanische Schweinepest: Proben für den Ernstfall

Forstbetrieb München, 26. Februar 2026 – Im Forstenrieder Park haben der Forstbetrieb München der Bayerischen Staatsforsten, das Veterinäramt des Landratsamtes München sowie die Untere Jagdbehörde des Landkreises eine gemeinsame Übung durchgeführt, um den Ernstfall eines ASP-Verdachts zu proben. Geübt wurde an einem jagdlich erlegten Wildschwein, welches mehr als 600 Becquerel aufwies und somit nicht zum Verzehr geeignet war. Berufsjäger Kevin Seemann hatte das Wildschwein unmittelbar vor Übungsbeginn im Gelände versteckt und dessen GPS-Koordinaten an das Veterinäramt übermittelt. Mit dem Wildschwein wurde anschließend wie im tatsächlichen Seuchenfall umgegangen: Der Bereich wurde abgesichert, der Fund dokumentiert, Proben entnommen und alle erforderlichen Hygienemaßnahmen im Wald getroffen, die eine weitere Ausbreitung verhindern können.

 

Die Beprobung erfolgt dabei nach einem klar definierten Verfahren. Dem Wildschweinkadaver wird eine Probe entnommen, die anschließend im Labor auf das Virus untersucht wird. 

 

Die Afrikanische Schweinepest ist für Menschen ungefährlich, stellt jedoch eine erhebliche Gefahr für Wild- und Hausschweine dar. Entsprechend wichtig ist ein reibungsloses Zusammenspiel aller beteiligten Stellen. „Für uns als Forstbetrieb ist es entscheidend, im Ernstfall schnell und sicher handeln zu können“, erklärt Emil Hudler, Leiter des Forstbetriebs München. „Die Übung zeigt, wie wichtig klare Abläufe und eine enge Abstimmung mit der Veterinärbehörde sind. Noch wichtiger ist aber, dass wir alle diszipliniert sind, appelliert Hudler an alle Waldbesucher. Speisereste haben im Wald nichts verloren, denn diese können Ausgangspunkt für die ASP sein“. 

 

Auch das Veterinäramt des Landratsamtes München betont den Wert solcher Trainings. „Eine Übung unter realen Bedingungen im Wald ist unverzichtbar“, so Dr. Johann Marx, Leitender Veterinärdirektor im Landratsamt München, und weiter: „Nur so können wir sicherstellen, dass im Ernstfall keine wertvolle Zeit verloren geht.“

 

Der Forstenrieder Park gilt aufgrund seiner Lage im Münchner Ballungsraum, der hohen Besucherfrequenz und einer stabilen Wildschweinpopulation als sensibel. Zwar gibt es in Bayern bislang keine bestätigten ASP-Fälle, doch die Tierseuche hat angrenzende Regionen Europas bereits erreicht. Umso wichtiger ist es, mögliche Abläufe regelmäßig zu testen.

 

Im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest weisen die Bayerischen Staatsforsten nochmals darauf hin, dass Waldbesuchende keine Essensreste oder Lebensmittel im Wald zurücklassen sollten. Solche Abfälle können Wildschweine anlocken und im schlimmsten Fall zur Verschleppung des Virus beitragen. Ein sauberer, abfallfreier Wald ist daher ein wichtiger Beitrag zur Seuchenprävention.

Afrikanische Schweinepest

Der Schwarzwildkadaver wird abtransportiert. Bild: Nathalie Kolb/ Bayerische Staatsforsten. 

Afrikanische Schweinepest 1

Forstbetriebsleiter Emil Hudler bespricht die Übung mit Dr. Johann Marx, Leitender Veterinärdirektor im Landratsamt München. Bild: Bayerische Staatsforsten/ Nathalie Kolb