29. Oktober 2026, Chiemgau – Fachlicher Austausch auf Flächen der Bayerischen Staatsforsten zu Moorrenaturierung, Klimawandel und Moorschutz. Seit etwa vier Jahrzehnten werden im Bayerischen Staatswald erfolgreich Moore renaturiert. In diesem Zeitraum wurden wertvolle Erfahrungen gesammelt, die bei den neuen Herausforderungen des Klimawandels helfen.
Eine Delegation von elf Moorexpertinnen und Moorexperten aus der Schweiz besuchte kürzlich verschiedene Moore im Chiemgau, um sich über aktuelle Entwicklungen im Moor- und Klimaschutz auszutauschen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer stammen aus Planungsbüros, Naturschutzverbänden sowie Behörden und nutzten die Exkursion, um Einblicke in die Praxis der Moorrenaturierung der Bayerischen Staatsforsten zu gewinnen.
Organisiert wurde die Fachexkursion durch Franz Wenzl (Team Moore) von den Bayerischen Staatsforsten mit Unterstützung von Nikolas Thum vom Landratsamt Traunstein. Das mehrtägige Programm führte die Gruppe zu bedeutenden Moorgebieten der Region, darunter die Kendlmühlfilzen, das Inzeller Filz, das Frillensee-Moor, das Röthelmoos sowie Moore im Raum Reit im Winkl.
Ein besonderer Höhepunkt war die Begleitung eines Exkursionstages durch den Landschaftsökologen und Moorkundler Alfred Ringler. Mit seiner langjährigen Erfahrung konnte er den Teilnehmenden einen einzigartigen Einblick in mehr als 40 Jahre Moorentwicklung und Naturschutzpraxis vermitteln.
Im Mittelpunkt der fachlichen Diskussionen standen Themen wie die Entwicklung der Moorvegetation unter den aktuellen klimatischen Bedingungen, unterschiedliche Renaturierungsmethoden in Bayern und der Schweiz, Auswirkungen der Trinkwasserentnahmen in Moorgebieten sowie der Einfluss von Infrastruktur, insbesondere Straßen, auf den Wasserhaushalt und die Entwicklung von Moorökosystemen. Darüber hinaus wurde die Entstehung und Entwicklung der besuchten Moore seit der letzten Eiszeit erörtert.
Der Forstbetrieb Berchtesgaden stellte für die Veranstaltung dankenswerterweise die notwendige Infrastruktur zur Verfügung und leistete damit einen wichtigen Beitrag zum Gelingen des Austauschs.
Die Exkursion bot zahlreiche Gelegenheiten für intensive Fachgespräche und den länderübergreifenden Wissenstransfer. Alle Beteiligten zogen ein positives Fazit. Der konstruktive Austausch zeigte, wie wertvoll die internationale Zusammenarbeit für den Schutz und die Renaturierung von Mooren ist. Angesichts der zunehmenden Bedeutung von Mooren für den Klimaschutz, den Wasserhaushalt- und den Artenschutz sollen solche grenzüberschreitenden Fachdialoge auch künftig fortgeführt werden.
Auch dieser frisch verfüllte Graben im Frillenseemoor stand auf der Exkursionsliste der Gäste aus der Schweiz.
Foto: Daniel Müller, BaySF