Katharina Bäcker, die zuständige Försterin im Stadtwald Marktredwitz (vorne links) erklärt den angehenden Forstwirten des Forstbetriebs Fichtelberg die geplante Holzerntemaßnahme in diesem beliebten Naherholungsgebiet. (Foto Martin Hertel / BaySF)
19.01.2026, Marktredwitz. – In den kommenden Wochen werden im Stadtwald Marktredwitz Bäume gefällt. Für Erholungssuchende stehen Umleitungswege zur Verfügung.
Wer in den kommenden Wochen den Stadtwald am „Alten Forsthaus“ betritt, wird Motorsägen hören, Rückemaschinen sehen und vielleicht kurz innehalten. Ab dem 19. Januar 2026 beginnt hier eine geplante Holzerntemaßnahme des Forstbetriebs Fichtelberg der Bayerischen Staatsforsten. Was auf den ersten Blick nach einfachem „Holzmachen“ aussieht, ist auch eine Investition in die Zukunft des Stadtwaldes. Und in die Zukunft der Menschen, die ihn bewirtschaften.
„Waldpflege bedeutet manchmal auch, Bäume zu fällen, damit andere wachsen können“, erklärt Katharina Bäcker, Revierleiterin des Forstreviers Nagel. „Gerade junge Buchen, Tannen, Douglasien und Eichen brauchen Licht und Raum. Bleiben sie dauerhaft im Schatten älterer Bäume, kümmern sie oder sterben ab. Mit gezielten Eingriffen wird deshalb Platz geschaffen – für eine neue Waldgeneration, die den Herausforderungen des Klimawandels besser gewachsen ist.“
Pflege mit Weitblick
Der Stadtwald Marktredwitz soll ein stabiler, artenreicher Mischwald bleiben. Genau darauf zielt die Maßnahme ab, die rund zwei Wochen dauern wird. Nicht Masse, sondern Qualität steht im Vordergrund: Es werden einzelne Bäume entnommen, um die verbleibenden zu stärken. So entsteht ein Wald mit unterschiedlichen Baumarten und Altersstufen – widerstandsfähiger gegen Sturm, Hitze und Trockenheit.
Gleichzeitig wird ganz bewusst Holz geerntet und genutzt. „Holz wird gebraucht – als nachwachsender, klimafreundlicher Rohstoff“, betont Martin Hertel, stellvertretender Forstbetriebsleiter in Fichtelberg. Das geerntete Holz geht überwiegend an lokale und regionale Sägewerke. Die Wertschöpfung bleibt damit in der Region, Arbeitsplätze werden gesichert, Transportwege kurz gehalten.
Lernen im echten Wald
Ein weiterer wichtiger Baustein der Maßnahme ist die Ausbildung. Für Forstwirt-Auszubildende ist der reale Arbeitseinsatz unverzichtbar. Unter Anleitung erfahrener Ausbilder lernen sie hier, was nachhaltige Waldwirtschaft in der Praxis bedeutet – inklusive moderner Technik, sicherer Arbeitsabläufe und verantwortungsvoller Entscheidungen. „Theorie allein reicht nicht. Wer später sicher und eigenverantwortlich im Wald arbeiten soll, muss dies auch in der Ausbildung trainieren“, so Bäcker.
Rücksicht auf Anwohner und Besucher
Auch die Organisation vor Ort wurde sorgfältig geplant. Um den Schwerlastverkehr in der Allee, dem Hauptweg, so gering wie möglich zu halten, wird dorthin nur minimal Holz gerückt. Zusätzlich wird voraussichtlich der Parkplatz unterhalb des Wackerstadions als Zwischenlager genutzt. Die Bayerischen Staatsforsten danken der Stadt Marktredwitz ausdrücklich für die unkomplizierte Unterstützung.
Wichtig für Spaziergänger und Erholungssuchende: Absperrungen sind strikt einzuhalten. Im Arbeitsbereich besteht akute Lebensgefahr durch fallende Bäume oder Maschinen. Gleichzeitig bleibt der Zugang in Richtung Bummelwiese weiterhin möglich – über den Wanderweg unterhalb des Forsthauses.
Sicherheit und Respekt
Forstarbeit gehört zu den gefährlichsten Berufen. Die eingesetzten Forstwirte arbeiten unter hohen Sicherheitsstandards und mit großer Professionalität – im Interesse der Allgemeinheit. Ein respektvoller Umgang miteinander auch von Seiten der Waldbesucher ist deshalb nicht nur wünschenswert, sondern notwendig.
Und danach?
„Sollten durch die Arbeiten Schäden an Forststraßen oder Wegen entstehen, werden wir diese zeitnah und fachgerecht wieder instand setzen.“ Verspricht Försterin Bäcker. „Ziel ist es, den Stadtwald nach Abschluss der Maßnahme wieder in einem guten Zustand an die Bürgerinnen und Bürger zurückzugeben – mit einem Plus an Stabilität für die Zukunft.“
Ein Wald, der mitwächst
Die Holzerntemaßnahme im Stadtwald Marktredwitz zeigt, wie Pflege, Sicherheit, Ausbildung und regionale Nutzung ineinandergreifen. Sie ist kein Eingriff gegen den Wald, sondern für ihn – damit er auch morgen noch Erholungsraum, Lebensraum und Rohstofflieferant zugleich sein kann.