Forstbetrieb München, 04. November 2026 – Ein seltener Fund sorgt derzeit bei Naturschützern und Pilzexperten für Aufsehen: In einem Wald des Forstbetriebs München wurde der Ästige Stachelbart (Hericium coralloides) nachgewiesen. Der genaue Fundort bleibt jedoch geheim. 

 

Was zunächst ungewöhnlich klingt, dient dem Schutz einer Art, die in Bayern nur äußerst selten vorkommt. In der amtlichen Artenschutzkartierung des Landesamts für Umwelt sind bislang lediglich 13 Vorkommen erfasst. Jeder neue Nachweis ist deshalb von besonderer Bedeutung.

 

„Wir möchten vermeiden, dass der Fundort durch erhöhten Besucherdruck beeinträchtigt wird“, erklärt Alexander Rumpel, Naturschutzspezialist der Bayerischen Staatsforsten. Gerade bei seltenen Arten sei ein verantwortungsvoller Umgang mit  Fundorten unerlässlich.

Entdeckt wurde der außergewöhnliche Pilz von einer aufmerksamen Waldbesucherin und engagierten Naturschützerin, die ihren Fund vertrauensvoll den Bayerischen Staatsforsten mitteilte. Für den Forstbetrieb ist dies mehr als nur ein bemerkenswerter Artnachweis. Die Meldung zeige auch, dass Naturschutz im Wald Hand in Hand mit verantwortungsvoller und naturnaher Forstwirtschaft möglich ist und zunehmend auf Interesse und Unterstützung in der Bevölkerung stößt.

 

Der Ästige Stachelbart ist ein echter Spezialist. Er wächst vor allem in naturnahen Buchen-, Eichen- und anderen Laubmischwäldern und besiedelt ausschließlich starkes Totholz in fortgeschrittenen Zerfallsstadien. Wo er vorkommt, finden sich meist wertvolle Waldstrukturen mit hoher ökologischer Qualität. 

 

„Arten wie der Ästige Stachelbart finden sich nur dort, wo ausreichend Alt- und Totholz vorhanden ist. Dass die Art in unseren naturnah bewirtschafteten Wäldern vorkommt, ist ein wichtiges Indiz für uns, dass Naturschutz und Forstwirtschaft bei uns Hand in Hand gehen.“, betont Forstbetriebsleiter Emil Hulder.

Der Fund gilt deshalb auch als Bestätigung für das Naturschutzkonzept des Forstbetriebs München der Bayerischen Staatsforsten. Entscheidend ist vielmehr, den eingeschlagenen Weg einer naturnahen Waldbewirtschaftung konsequent fortzusetzen und den Lebensraum so zu erhalten.

 

So bleibt das Geheimnis um den genauen Fundort gewahrt. Die Botschaft des seltenen Pilzes ist dennoch klar: Naturnah bewirtschaftete Wälder können selbst sehr anspruchsvollen und seltensten Arten eine Heimat bieten.