27. Oktober 2026, Gundelfingen – In den kommenden Wochen werden im Auwald östlich von Gundelfingen zahlreiche geschädigte Bäume gefällt. Wie der verantwortliche Forstbetrieb Weißenhorn der Bayerischen Staatsforsten erklärt, betreffen die Fällungen den Bereich östlich des Trimm-dich-Pfads bis zum Dammbereich am Faiminger Stausee.
„Der Trockensommer hat den bereits vorgeschädigten Eschen, Pappeln und weiteren Bäumen nochmals zugesetzt. Auch der Biber hat viele Bäume angenagt, es sind zahlreiche Gefahrenstellen entstanden“, erläutert Martin Eggert, der Leiter des Forstbetriebs Weißenhorn, zu dem auch Wälder in der Echenbrunner Au gehören. „Wir müssen auch instabile Bäume im Dammbereich des Faiminger Stausees entfernen, um die Sicherheit des Damms weiterhin zu gewährleisten“. In diesem Zusammenhang fanden in den vergangenen Monaten Ortstermine mit der Obere Donau Kraftwerke AG statt, bei denen die erforderlichen Maßnahmen im Dammbereich abgestimmt wurden. Bäume, die zu nah am Damm stehen oder die nicht mehr sicher sind, zum Beispiel durch Pilzinfektion, Kronentotholz oder beschädigte Wurzeln, müssen in den nächsten Wochen weichen. Auch entlang der Stromleitung wird an einigen Stellen kritischer Bewuchs entfernt.
Bei der Sicherungsmaßnahme setzen die staatlichen Förster auf Spezialmaschinen, die dafür sorgen, dass der wichtige Damm bei den Fällungen nicht befahren oder beschädigt wird. Auch in den Waldbereichen des Trimm-dich-Pfads werden sogenannte Harvester eingesetzt, um das brüchige Holz zu entnehmen: Selbst für Profis wie einen erfahrenen Waldarbeiter wäre der Aufenthalt und das Arbeiten unter den dürren, instabilen Baumkronen lebensgefährlich.
Bei den Fällungen achten die zuständigen Förster besonders auf Naturschutzaspekte: „Unsere Auwälder sind und bleiben ein hochwertiger Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Weil durch das Eschentriebsterben viele Eschen-Höhlenbäume umfallen und verloren gehen, werden durch Hochköpfungen gezielt neue Habitate für Spechte und Fledermäuse geschaffen“, verdeutlicht Revierförster Robert Heins, der die Planungen vor Ort umsetzt. Neben dem Zeitpunkt der Arbeiten außerhalb der Vogelbrutzeit achten die Förster zudem darauf, bewusst einen großen Teil des Kronenholzes in den Waldbeständen zu belassen. Dies dient neben Käfern und Vögeln letztlich einem vitalen Waldboden.
Damit die Sicherungs- und Pflegearbeiten ohne Zwischenfälle ablaufen können, bittet der Forstbetrieb Weißenhorn alle Waldbesucher, Absperrungen unbedingt zu beachten und nicht in Hiebsflächen hereinzulaufen. Es besteht akute Lebensgefahr! Selbstverständlich werden Waldwege, die bei Holzernte und -abfuhr unvermeidbar in Mitleidenschaft gezogen werden, nach Abschluss der Arbeiten wieder ordnungsgemäß in Stand gesetzt.
Zahlreiche schwer geschädigte Eschen am Hochwasserschutzdamm sind eine besonders kritische Gefahrenstelle. Foto: Martin Eggert, BaySF