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Trotz Sturm Niklas: Erfolgreiches Geschäftsjahr für Bayerische Staatsforsten

  • 65,5 Mio. Euro Gewinn aus nachhaltiger Bewirtschaftung des Staatswaldes in Bayern
  • Die Staatsforsten bleiben überall in Bayern präsent auf der Fläche; die Zahl der Forstbetriebe und Reviere wird nicht in Frage gestellt
  • Hervorragende Zukunftschancen für Holz

Regensburg/München, 8. Oktober 2015 – Es war eine erfolgreiche Bilanz, die der Aufsichtsratsvorsitzende, Staatsminister Helmut Brunner, und die Vorstände der Bayerischen Staatsforsten, Martin Neumeyer und Reinhardt Neft, bei der Bilanzpressekonferenz der Bayerischen Staatsforsten in München verkünden konnten. Bei einem Umsatz von 404 Millionen Euro erzielte das Unternehmen einen Gewinn von 65,5 Millionen Euro – ein sehr gutes Ergebnis, gerade vor dem Hintergrund von Sturm Niklas, der Anfang April vor allem in Südbayern deutliche Schäden angerichtet hatte.

Das Geschäftsjahr 2015 (1.7.2014-30.6.2015) war in den ersten drei Quartalen ein Geschäftsjahr nach Plan. Der Sturm Niklas, der am 1. April über Südbayern zog, hat das vierte Quartal geprägt. Auf rund 1,5 Millionen Festmeter beläuft sich die Schadholzmenge, die Niklas hinterlassen hat. Die Aufarbeitung des Holzes begann unmittelbar nach dem Sturm und ist in Rekordzeit abgeschlossen worden. Bis Ende Juni war bereits ein Großteil der Hölzer aufgearbeitet. Die schnelle Aufarbeitung, vor allem der vielen Einzelwürfe, ist ein wichtiges Instrument bei der Borkenkäferbekämpfung. Denn durch den Sturm geworfene und dadurch geschwächte Fichten können leichter befallen werden und damit Ausgangspunkt einer Massenvermehrung werden. Die schnelle Aufarbeitung und Abfuhr ins Sägewerk sichert zudem die Holzqualität.

Aufgrund des extrem heißen und trockenen Sommers ist die Gefahr durch den Borkenkäfer trotz der professionellen Sturmholzaufarbeitung der Bayerischen Staatsforsten noch nicht gebannt. Aus diesem Grund richtet das Unternehmen an jedem Forstbetrieb mit erhöhtem Käferrisiko eine Borkenkäfer-Task Force ein. Konkret werden dafür Suchbezirke von 300 - 400 ha definiert, der Schwerpunkt wird in den zehn Forstbetrieben mit den größten Fichtenflächen liegen. Für jeden Suchbezirk wird eine Person festgelegt, die die Borkenkäfersuche fachmännisch durchführt. Insgesamt werden so mehrere hundert Fachkundige im Staatswald nach von Käfern befallenen Bäumen suchen. Durch die Task Force identifizierte Bäume werden dann schnellstmöglich aus dem Wald gebracht.

Nicht nur wirtschaftlich erfolgreich

Das gute Ergebnis des Geschäftsjahres schlägt sich auch in der Ausschüttung der Dividende in Höhe von 65 Mio. Euro nieder. Das Unternehmen leistet damit wie schon in den Vorjahren einen erheblichen Beitrag zum Haushalt des Freistaats: „In den zehn Jahren seit Gründung der Bayerischen Staatsforsten hat das Unternehmen über eine halbe Milliarde Euro an den Freistaat überwiesen“, so der Vorstandsvorsitzende Martin Neumeyer. „Der wirtschaftliche Erfolg des Unternehmens ist umso wertvoller, weil die Bayerischen Staatsforsten auch ihre Hausaufgaben im ökologischen und sozialen Bereich gemacht haben“, ergänzte der Aufsichtsratsvorsitzende und Staatsminister Helmut Brunner. „Der Dreiklang aus Ökonomie, Ökologie und Sozialem ist harmonisch und nachhaltig“, so der Minister. Deutlich werde das auch im Personalbereich, wo das Unternehmen erneut hohe Rücklagen gebildet hat. 28,5 Millionen Euro wurden in dem Alterssicherungsfonds zugeführt, aus dem in Zukunft die Hälfte der zu erwartenden Pensions- und Beihilfeforderungen bestritten werden. Die Investitionen in das Unternehmen lagen bei 19,6 Millionen Euro und stehen Abschreibungen von 11,5 Millionen Euro gegenüber.

Der Erfolg ruht bei den Bayerischen Staatsforsten auf vielen Schultern. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben mit ihrem engagierten Einsatz für den Erfolg im vergangenen Geschäftsjahr gesorgt, sie sind der Schlüssel zum Erfolg. Entscheidend dabei ist die Präsenz in der Fläche. Diese soll auch im Flächenstaat Bayern zukünftig erhalten werden. „Wir brauchen jeden unserer 41 Forstbetriebe und unsere 370 Reviere. Unsere Forstbetriebe und Reviere stehen nicht zur Diskussion“, so Vorstandsvorsitzender Neumeyer.

Ökologie und Waldumbau

Plangemäß haben die Bayerischen Staatsforsten den Waldumbau hin zu klimatoleranten Mischwäldern fortgesetzt. Mit 1.883 Hektar neu angelegten Kulturen wurde der Zielwert sogar leicht übertroffen. Der stete Rückgang der Kulturflächen sind der Beleg für die Erfolge des Waldumbaus vergangener Jahre: „ Wir können immer mehr auf Naturverjüngung setzen und müssen weniger pflanzen“, so Vorstand Reinhardt Neft. Diese Entwicklung werde sich in den kommenden Jahren fortsetzen, so Neft. Die Ergebnisse der laufenden Inventuren bestätigen die erfreuliche Entwicklung: So hat sich die Fläche der Verjüngungsbestände in den letzten zwanzig Jahren fast verdoppelt, die Vorausverjüngung in diesen Beständen weist heute eine doppelt so hohe Tannen- und eine dreimal so hohen Buchenfläche auf. Durch eine zielgerichtete Jungbestandspflege (2015: 8.553 ha) werden zudem im Rahmen der Durchforstung Mischbaumartenanteile gesichert und gefördert.

Im vergangenen Geschäftsjahr haben darüber hinaus weitere sieben Forstbetriebe der Bayerischen Staatsforsten ein eigenes Naturschutzkonzept veröffentlicht. Die Zahl der Forstbetriebe mit regionalem Naturschutzkonzept erhöht sich damit auf 34. Darin werden die unternehmensweiten Vorgaben in puncto Naturschutz auf Forstbetriebsebene in konkrete Handlungsanweisungen umgesetzt und regionale Besonderheiten in Bezug auf Natur- und Artenschutz herausgearbeitet. „Die Regionalen Naturschutzkonzepte legen eine Vielzahl an konkreten Projekte fest, die wenn möglich unter Einbindung von regionalen Partnern umgesetzt werden. Diese Umsetzung evaluieren wir dabei laufend im Rahmen eines Dialogs mit der Bevölkerung und entwickeln die Konzepte konsequent weiter“, so Vorstand Neft.

Alle bereits erstellten Naturschutzkonzepte können über die neue Website heruntergeladen werden: http://www.baysf.de/de/wald-schuetzen/naturschutz.html  

Ausblick

Trotz der Holzmengen die durch Sturm „Niklas“ und den Borkenkäfer zusätzlich auf den Markt kommen, gehen die Bayerischen Staatsforsten davon aus, dass es im Laufe des Jahres 2016 zu einer Festigung des Holzmarktes kommen und sich mittelfristig der Holzpreis wieder auf das Vor-Niklas Niveau einpendeln wird. Es ist davon auszugehen, dass die Nachfrage nach Holzprodukten weiter zunehmen wird. Das Potenzial des einzigartigen Roh-, Bau- und Werkstoff Holz ist vor allem im Hausbau enorm. Aber auch die Bioökonomie wird zu einer Nachfragesteigerung und damit zu einer „Holzzeit“ führen. Was mit Holz alles möglich ist, sieht man auch am Baumwipfelpfad Steigerwald, der gerade vor den Toren Ebrachs gebaut wird. Das imposante Bauwerk wird weitgehend aus Holz errichtet, es ist ein schönes Beispiel für die vielseitige Einsetzbarkeit von Holz.    

Das Geschäftsjahr 2015 im Überblick

Naturale Eckdaten

Neukulturen: 1.883 Hektar (2014: 1.947 Hektar)
Pflege junger Wälder: 8.553 Hektar (2014: 9.618 Hektar)
Hiebsatz: 5,08 Mio. fm (2014: 5,17 Mio. fm)
Holzeinschlag: 5,43 Mio. fm (2014: 5,09 Mio. fm)
Schadholzmengen: 1,53 Mio. fm (2014: 0,87 Mio. fm)
Zuwachs: 6,1 Mio. fm (2014: 6,1 Mio. fm)

Wirtschaftliche Eckdaten

Gesamtumsatz: 404 Mio. Euro (2014: 415,5 Mio. Euro)
Jahresüberschuss: 65,5 Mio. Euro (2014: 77,5 Mio. Euro)
Dividende: 65 Mio. Euro (2014: 76 Mio. Euro)

Personal

Beschäftigte (per 30.06.2015): 2.621 Personen (2014: 2.678 Personen)