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„Der Wald blüht auf“

Foto: Martin Hertel

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Der Forstbetrieb Allersberg schafft Flächen für Insekten, Fledermäuse und Vögel

Heideck/Waldhaus, Oktober 2018 - Der Forstbetrieb Allersberg hat heuer zahlreiche Blühflächen und sogenannte Hochstümpfe als gezielte Waldnaturschutzmaßnahme für die Verbesserung der natürlichen Lebensräume – unter anderem für Insekten, Fledermäuse und Vögel - geschaffen. Im Rahmen des Naturschutz-Programms "Der Wald blüht auf" der Bayerischen Staatsforsten wurden Blühwiesen für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten angelegt.  

Regionales Saatgut  

Dazu hat der Forstbetrieb heuer auf über 40 Flächen mit insgesamt 42.000 Quadratme-tern Blühflächen mit regionalem Saatgut angelegt. Der Schwerpunkt lag auf ein- und mehrjährigen Wildpflanzen. Ziel war vor allem die Artenanreicherung von vorhandenen Wildwiesen und sonnigen Wegrändern. Bis sich eine stabile, blütenreiche Wiese dauerhaft etabliert hat, benötigt sie in der Regel mehrere Jahre. "Wir verzichten im Staatswald auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Dünger. Umso mehr freuen wir uns, dass sich die ersten Blühflächen bereits gut entwickelt haben", erklärt Alfons Herzog, Leiter des Revieres Hilpoltstein und Hausherr des Waldhauses. In dessen unmittelbarer Umgebung lassen sich einige dieser neu angelegten, artenreichen Wiesen besichtigen, die sich trotz des trockenen Sommers gut entwickelt haben.    

Biotopholz-Trittsteine  

Daneben haben die Förster gezielt stehendes Totholz geschaffen, das naturschutzfachlich besonders wertvoll ist. Dabei handelt es sich um Laub- und Nadelbäume, die in fünf bis sechs Metern Höhe bei Holzerntearbeiten "geköpft" wurden. Sie bieten zeitnah einen gefragten Lebensraum und eine wertvolle Nahrungsquelle für Fledermäuse, Vögel und Pilze.

"Gerade stärkeres stehendes Stammholz ist von herausragender Bedeutung für den Waldnaturschutz", sagt der kommissarische Forstbetriebsleiter von Allersberg Harald Schiller. "Es bietet Höhlenbrütern, Kleinsäugern und zahllosen Insektenarten einen wertvollen Lebensraum." Der Stamm bleibt unbearbeitet stehen, die Baumkronen bleiben liegen: Im Zuge der natürlichen Zersetzung werde das stehende und liegende Totholz von verschiedensten Arten besiedelt und sei somit ökologisch besonders wertvoll. Wenn der Hochstumpf schließlich nach vielen Jahren zusammenbricht, ist seine Funktion noch lange nicht beendet: Die verschiedenen Zustände, die das Holz bei der Zersetzung durchläuft, bieten für viele rar gewordene Tiere, Pilze oder Moose wertvolle Lebensräume.  

Das Projekt "Der Wald blüht auf" wird vom Freistaat Bayern gefördert. Im Staatswald werden zahlreiche Blühflächen angelegt, um dem dramatischen Rückgang der Insekten entgegenzuwirken. Bislang wurden bereits 130 Hektar Blühflächen - verteilt auf über 500 Einzelflächen - in 242 Revieren eingesät. Weitere 15 Hektar sind für die Herbstsaaten vorbereitet. Ebenfalls sollen 3.000 Hochstümpfe bis Ende Oktober realisiert sein.