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Der Wald blüht auf

Es blüht im Wald

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Bayerische Staatsforsten setzen großflächiges Blühprogramm um  

Burglengenfeld, 16. August 2018 - Trotz Trockenheit haben die Bayerischen Staatsforsten in ihren Wäldern entlang der Wege und auf vielen im Wald eingesprenkelten Ödlandflächen bereits viele Magerrasenblüher stehen, so wurden in einem seitens des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten aufgelegten Blühflächenprogramm gezielt weitere rund fünf Hektar neue Blühflächen im Staatswald des Forstbetriebs Burglengenfeld angelegt. Diese geben Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und Käfern über den Blütenpollen reichhaltige Nahrung. Gilt es doch so schnell wie möglich der steigenden Insektenarmut in der Kulturlandschaft zu begegnen. Schließlich hängen am Nahrungsspektrum Insekten die meisten Vogel- und Fledermausarten. Auch benötigen viele Sträucher und vor allem Obstbäume und Gemüsesorten die Insektenwelt zur Bestäubung ihrer Blüten. Ohne Insekten, vor allem Bienen, kein Obst und Gemüse und schon gar kein Lebenselexier Honig. Auf den neu begründeten Blühflächen prägen derzeit blaue Kornblumen und roter Mohn das Bild. Pflanzen, die man nur von Flächen ohne Pestizideinsatz kennt. Da können Waldinseln in der Kulturlandschaft durchaus die Welt retten.  

Landtagsabgeordneter Alexander Flierl wollte sich selbst einmal in seinem Heimatkreis von der Umsetzung der seitens des Freistaats mit 1,5 Millionen Euro großzügig zur Verfügung gestellten Gelder überzeugen. Zusammen mit Forstbetriebsleiter Thomas Verron begutachtete er auf einer Tagfahrt eine Flächenauswahl. Trotz schwieriger Witterungsbedingungen ließen sich die Initiativen für die mehrjährigen Blühflächen bestens erkennen. Bayernweit sind immerhin derzeit 500 Einzelblühflächen mit insgesamt 130 Hektar angesät. Weitere 15 Hektar sind für die Herbstsaat vorbereitet. Dafür wurden 3 Tonnen spezielles Saatgut erworben. Gleichzeitig werden über das Projekt Biotopholz-Trittsteine initiiert. Ziel ist es, über das Hochköpfen von Starkholzstämmen schneller einen Vorrat an Höhlenbäumen für Vögel und Fledermäuse sowie Totholz für seltene Käfer und Insekten zu erzielen.  

In mühevoller Kleinarbeit hat Landwirt und Unternehmer Peter Rester die von den Revierleitern als geeignet ausgesuchten Flächen gemulcht und fachgerecht eingesät. Diese waren blütenlose verunkrautete Streifen neben Forstwegen und auf Leitungstrassen oder aufgelassene Wildäsungsflächen. 100 kg regional herkunftsgesichertes Saagut vom Saatgutspezialisten Rieger-Hofmann für trocken-warme und schattig-feuchte Situationen nachgezogen wurden ausgebracht. Die Aussaattermine ab Anfang Juni konnten in die noch feuchteste Jahresphase mit ein paar nachfolgend kontinuierlichen Regengüssen gelegt werden. Die folgende Trockenheit half den eingesäten Trockenrasenblüten sich gegenüber anderer Gräserkonkurrenz durchzusetzen. So war nur auf einer Fläche ein konkurrenzmildernder Schröpfschnitt kürzlich notwendig.  

Die Sämereien blühen mehrjährig. „Mit der einmaligen Aktion setzen sich die Bayerischen Staatsforsten bayernweit für die Insekten und ihre Nutznießer sowie deren Lebensgrundlagen ein“, so Verron. „Damit leisten wir einen zusätzlichen Beitrag gegen den dramatischen Rückgang der Insekten. Auch dies gehört zur von den Bayerischen Staatsforsten gelebten Nachhaltigkeit.“ Das wird vor allem die Imker im Städtedreieck freuen, die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Vereinsjubiläum feiern. Zur Information für Spaziergänger und Waldbesucher setzten Flierl und Verron gemeinsam eine speziell gefertigte Informationstafel.