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Azubis schaffen Lebensräume

Letzte Feinheiten am Buchenstamm...

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...bevor der neue Lebensraum fertig zum Bezug ist.

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Die Zukunft des Waldes mitgestalten: Unsere angehenden Forstwirte übernehmen Verantwortung.

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03. Juni 2022, Neureichenau - Wer den Wald für morgen erfolgreich gestalten will, braucht guten Nachwuchs. Deshalb werden auch am Forstbetrieb Neureichenau Forstwirtinnen und Forstwirte ausgebildet. Was Tim Haas, Julian Penzenstadler und Patrick Reidl den Studierenden der Studiengänge Forstwissenschaften, Umweltwissenschaften und Geographie der Uni Freiburg vorführten, war dennoch alles andere als Standard.

Mit ruhiger Hand setzt Tim Haas die Motorsäge an und führt einen ungewöhnlichen Schnitt in ungewöhnlicher Höhe an einer schlanken Buche. Wieder und wieder setzt er an, gibt die Säge an Julian Penzenstadler weiter, der gezielt weiter in die Buche schneidet, bis ein rechteckiger Hohlraum entstanden ist. Patrick Reidl verschließt mit einem vorher abgetrennten Teil die Höhle wieder und befestigt den „Deckel“ mit Holzdübeln. Dann bekommt der „Deckel“ noch ein Einflugloch verpasst. Die drei arbeiten konzentriert und flink zusammen, haben exakte Pläne für mehrere der eigenartigen Schnittführungen. Ihr Ausbilder Christian Gibis erklärt, worum es hier geht: es werden Lebensräume künstlich geschaffen, die ansonsten erst nach langer Zeit von selbst entstehen und somit vielen Arten nicht zur Verfügung stehen.

Die Besucher aus Freiburg staunen nicht schlecht, haben zahlreiche Fragen an die jungen Forstwirte. „Warum habt Ihr Euch für diesen Beruf entschieden?“ „Weil ich gern in der Natur arbeite, weil ich Verantwortung für den Wald übernehmen möchte,“ waren die überzeugenden Antworten.

Zuvor stellten Daniel Kraus und Gudula Lermer den Besuchern die Grundlagen eines Forstbetriebs der Bayerischen Staatsforsten vor, das Spannungsfeld, in dem die Forstleute arbeiten zwischen Anforderungen der Erholungssuchenden, des Naturschutzes, der Holzmarktes und nicht zuletzt der Jagd.

Welche Herausforderung es bisweilen ist, sowohl die empfindlichen Lebensgemeinschaften auf Nassböden – hier einem Moor – als auch erfolgreiches Management der Borkenkäferangriffe zu betreiben, wurde zur Abrundung der kleinen Exkursion gezeigt und intensiv diskutiert.

Die Gruppe aus Freiburg konnte ein gelungenes Erschließungsprojekt sehen. Bei der Neuanlage eines Rückeweges hatte sich Revierleiter Thomas Malzer Gedanken gemacht, wie gerade im Klimawandel der empfindliche Wasserhaushalt im Waldboden erhalten werden kann. Das Wasser muss zwar aus jedem Wegekörper schnell abfließen, soll aber möglichst in der Waldfläche gehalten werden. Das erfordert exakte Vorbereitung durch den Förster und viel Gespür für das Gelände. Es war ein interessanter Vormittag mit lebhaften Diskussionen bei bestem Waldwetter, nämlich Dauerregen. Nass bis auf die Haut erklären Janna Wambsganß und Petr Pechacek, dass sie nächstes Jahr wieder mit Studierenden in den Forstbetrieb Neureichenau kommen wollen