Auszubildende des Forstbetriebs Arnstein informieren sich an der Riedbachquelle über die Lebensweise des Bibers und moderne Naturschutzarbeit. Foto: BaySF
18. Juli 2026, Zellingen – Wie moderner Naturschutz in der Praxis funktioniert, konnten die Auszubildenden des Forstbetriebs Arnstein der Bayerischen Staatsforsten gemeinsam mit ihren Ausbildern sowie Mitarbeitenden der Forstabteilung der Stadt Arnstein bei einer Exkursion zur Riedbachquelle in Zellingen erleben. Im Mittelpunkt der fachlichen Weiterbildung stand der Biber – ein Tier, das Gewässer und Landschaften wie kaum ein anderes prägt.
Organisiert wurde die Veranstaltung von Tobias Schreck, Ausbildungsleiter des Forstbetriebs Arnstein. Ziel war es, den Auszubildenden und Fachkräften aktuelles Wissen zum Naturschutz und Bibermanagement praxisnah zu vermitteln und gleichzeitig den fachlichen Austausch zwischen den beiden Ausbildungsbetrieben zu fördern.
Zu Beginn informierte Jane Seufert, Staatliche Fachkraft für Naturschutz am Landratsamt Main-Spessart, über die rechtlichen Grundlagen des Biberschutzes. Darüber hinaus erläuterte sie die Entwicklung der Biberbestände in Bayern und im Landkreis Main-Spessart sowie die Unterstützungsangebote des Landratsamtes bei Konflikten zwischen Mensch und Biber.
Im Anschluss stellte Biberberater Norbert Gehrig die Lebensweise des größten heimischen Nagetiers vor. Nach einem theoretischen Überblick konnten die Teilnehmenden den Lebensraum des Bibers direkt vor Ort erkunden. An der Riedbachquelle wurden Biberdämme, Fraßspuren und weitere typische Merkmale besichtigt. So wurde anschaulich deutlich, wie stark der Biber Gewässer und Landschaften beeinflusst.
Der Biber gilt als „Baumeister der Natur“. Durch seine Aktivitäten entstehen neue Feuchtgebiete und wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Gleichzeitig kann seine Lebensweise zu Nutzungskonflikten mit Land- und Forstwirtschaft oder anderen Interessen führen. Umso wichtiger sind sachliche Informationen, fachliche Begleitung und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten.
Genau diesen Austausch stellte die gemeinsame Fortbildung von Bayerischen Staatsforsten, Stadt Arnstein und Landratsamt Main-Spessart in den Mittelpunkt. Die Veranstaltung zeigte, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Waldbesitzarten, Naturschutzbehörden und ehrenamtlichen Fachberatern ist, um ausgewogene Lösungen für Mensch und Natur zu entwickeln.
Für die Auszubildenden bot die Exkursion die Möglichkeit, theoretisches Wissen direkt in der Praxis anzuwenden. Gleichzeitig wurde deutlich, dass moderne Forstwirtschaft weit über die Bewirtschaftung des Waldes hinausgeht. Sie umfasst auch Verantwortung für Artenvielfalt, Gewässerschutz und den Erhalt natürlicher Lebensräume.
Die Teilnehmenden zogen ein positives Fazit: Der Biber bringt Herausforderungen mit sich, schafft aber vor allem wertvolle ökologische Chancen. Die Exkursion verdeutlichte eindrucksvoll, wie gelebte Zusammenarbeit zwischen Bayerischen Staatsforsten, Stadt Arnstein und dem Landratsamt Main-Spessart zum Nutzen von Wald, Natur und Gesellschaft funktioniert.