Verschneiter Waldweg im Winter im Forstbetrieb Sonthofen.
02.02.2026, Sonthofen Kürnach – Der Winter zeigt sich im Revier Kürnach-Süd der Bayerischen Staatsforsten in Sonthofen von seiner besten Seite. Der Boden und die Wege im Wald sind von einer hohen Schneeschicht bedeckt, die ein Vorankommen zu Fuß erschweren oder mit dem Auto unmöglich machen. Zeit für den zuständigen Förster Simon Lipp in die „Winterruhe“ zu gehen, oder?
Eine stressige Zeit liegt hinter dem Revierleiter Simon Lipp. Vor dem großen Schnee, der meist um Weihnachten herum anfängt und bis Mai liegen bleibt, bestand die Hauptaufgabe darin Hiebsmaßnahmen vor dem Wintereinbruch zu Ende zu bringen und das Holz aus dem Wald abtransportieren zu lassen. „In kurzer Zeit habe ich ein volles Programm, da bei durch Schnee vereiste Fahrbahnen die Sicherheit der Waldarbeiter, Unternehmer und Frächter nicht mehr gegeben ist“ meint Simon Lipp, „danach kommt man etwas mehr zur Ruhe.“
Jetzt im Februar liegt in der Kürnach der meiste Schnee, ein Großteil der alltäglichen Arbeiten im Wald ruhen oder sind nur eingeschränkt möglich. Ein paar Wege hat der Förster fräsen lassen, um das vor dem Schnee nicht mehr abgefahrene Holz aus dem Wald transportieren zu können. Diese freien Forstwege nutzt auch er, um regelmäßig in sein Revier zu kommen. Denn trotz des Schnees ist Simon Lipp bereits mit der Vorbereitung und Planung für das weitere Jahr beschäftigt und erklärt: „Wo man gerade einigermaßen zu Fuß hinkommt, zeichne ich Seilhiebe für das Frühjahr aus und bereite Verkehrssicherungshiebe an Straßen vor.“ Doch auch im Büro gibt es einiges zu erledigen. Holzerntemaßnahmen, Flächen für notwendige Bestandspflege, Pflanzungen für das Frühjahr sowie den Herbst und Wegebauprojekte müssen bereits jetzt geplant werden, um den reibungslosen Ablauf im gesamten Forstbetrieb im neuen Geschäftsjahr zu ermöglichen.
Auch die Jagd ruht bis Mai und so ist Zeit, das vergangene Jahr zu reflektieren und zu analysieren. Jagderlaubnisscheine werden verlängert oder neue ausgestellt. Termine mit den Jagderlaubnisscheinnehmern vereinbart und die Pirschbezirke begutachtet. Ist der Verbiss gegebenenfalls zu hoch und wo verlaufen die Wechsel, die man jetzt im Schnee besonders gut erkennen kann?
Trotz der Einschränkungen im Revier, die der Schnee mit sich bringt, gibt es einiges zu tun. Die Aufgaben verlagern sich zwar vom Wald eher in das Büro, sind aber weiterhin vielseitig und abwechslungsreich. Die Planung für das kommende Jahr ist wichtig und nimmt viel Zeit in Anspruch. An eine „Winterruhe“ ist da weniger zu denken.