5. Februar 2026, Feucht – Ab Anfang Februar führt der Forstbetrieb Nürnberg der Bayerischen Staatsforsten Holzerntemaßnahmen an der Nordgrenze des Marktes Feucht durch. Die Arbeiten werden voraussichtlich rund sechs Wochen andauern und betreffen vor allem den Bereich rund um den beliebten Wanderparkplatz Feucht, der über die Gemeindestraße „Zur Platte“ erreichbar ist.
Ziel der Maßnahme ist die gezielte Pflege und Weiterentwicklung der dortigen Waldbestände. In dem Gebiet hat sich unter dem rund 130 Jahre alten Kiefernbestand nahezu flächendeckend eine etwa 30-jährige Naturverjüngung aus Buche und Eiche entwickelt. Diese jungen Bäume erreichen bereits Höhen von sechs bis zwölf Metern und bilden die Grundlage für den Wald der Zukunft. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei ausgewählten Eichen, die in regelmäßigen Abständen markiert wurden. Sie werden gezielt gefördert und sollen sich in den kommenden Jahrzehnten zu stabilen und leistungsfähigen Zukunftsbäumen entwickeln.
Um diesen jungen Laubbäumen mehr Licht und Raum zum Wachsen zu verschaffen, werden gezielt ältere, geschwächte Kiefern entnommen. Dabei wird das Kronendach in etwa 30 Metern Höhe vorsichtig aufgelichtet. Dieses Nachlichten erfolgt sehr selektiv: Vital wirkende Kiefern bleiben weiterhin erhalten, während geschwächte Exemplare entnommen werden und als nachhaltiger Rohstoff in Holzprodukten weiterverwendet werden.
Der Gesundheitszustand vieler alter Kiefern ist in den vergangenen Jahren zunehmend beeinträchtigt worden. Längere Hitze- und Trockenperioden setzen den Bäumen stark zu. Hinzu kommen Schadinsekten wie Pracht- und Borkenkäfer sowie Pilzerkrankungen wie Diplodia oder der Befall mit Misteln. Die Auswirkungen sind vor allem in den Kronen der Bäume deutlich sichtbar.
Der Umbau hin zu einem stabilen, artenreichen Mischwald ist ein langfristiger Prozess, der sich über mehrere Jahrzehnte erstreckt. Um die wertvolle junge Verjüngung bestmöglich zu schützen, kommt bei den Arbeiten eine Spezialmaschine zum Einsatz. Dieser sogenannte „Stehendentnahmeharvester“ kann die gefällten Bäume kontrolliert greifen und stehend aus dem Bestand auf die Rückegasse heben, sodass Schäden am Nachwuchs minimiert werden.
Aus Sicherheitsgründen müssen während der Maßnahmen angrenzende Wege und Straßen zeitweise gesperrt werden. Dies betrifft insbesondere Spaziergänger, Radfahrer und Hundehalter, aber auch Pendlerinnen und Pendler auf dem Weg in Richtung Regensburger Straße und zum Gewerbegebiet. Der Forstbetrieb Nürnberg bittet dringend darum, die Absperrungen zu beachten. Eventuelle Beeinträchtigungen an Forstwegen werden im Anschluss an die Arbeiten zeitnah behoben.
Der Forstbetrieb Nürnberg bedankt sich bei allen Waldbesucherinnen und Waldbesuchern für ihr Verständnis und ihre Rücksichtnahme. Mit den Pflegemaßnahmen wird ein wichtiger Beitrag geleistet, um die Wälder rund um Feucht fit für die Herausforderungen des Klimawandels zu machen und ihre Erholungs- und Schutzfunktionen langfristig zu sichern.
Stehendentnahmeharvester, wie dieser Impex Königstiger, sind in der Lage, die geschnittenen Bäume aus dem Bestand herauszuheben und auf die Rückegasse zu legen. Sie arbeiten deswegen besonders bodenschonend. Foto: Sebastian Linstädt, BaySF