11.02.2026 – Bärnau - Die Bayerischen Staatsforsten werten die Kapfhamer Au bei Bärnau im Landkreis Passau ökologisch auf. In dem zum FFH-Gebiet „Salzach und Unterer Inn“ gehörenden FFH-Gebiet sollen bis Ende Februar, also noch vor Beginn der Vogelbrutzeit, Hybrid-Pappeln entfernt werden. Hybrid-Pappeln sind Klone, also genetisch identische Kreuzungen aus verschiedenen Pappel-Arten, die teilweise die heimischen Schwarzpappeln verdrängen. „Durch die Maßnahme werden wir seltenen heimischen Auwaldbaumarten wieder mehr Raum geben“, so der örtlich zuständige Staatswaldrevierleiter, Martin Klinger.
„Das Entfernen der Hybrid-Pappeln ist wichtig, um mehr Licht für die schon dort vorkommenden Grau-Erlen zu schaffen“, erklärt er weiter. Auch weitere, für Weichholzauwälder typische, standortheimische Baumarten wie Schwarzpappeln und Flatterulmen können so gepflanzt werden. Der neue Waldaufbau bietet einen verbesserten Lebensraum für selten gewordene Schmetterlingsarten oder Käfer wie den Scharlachkäfer.
Das Ökokonto-Projekt mit einer Gesamtfläche von knapp 45 Hektar wird vom Forstbetrieb Wasserburg der Bayerischen Staatsforsten in Abstimmung mit dem AELF Passau und der Fachstelle Waldnaturschutz der Bayerischen Forstverwaltung und der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Passau in den nächsten Jahren abschnittsweise umgesetzt. Der Forstbetrieb generiert durch die erfolgreiche Umsetzung sog. Ökopunkte.
„Weil die heimische und an Auwälder angepasste ursprüngliche Schwarzpappel an vielen großen Flüssen mittlerweile sehr selten geworden ist, haben wir eine regionale Verantwortung, die Verbreitung und damit die Erhaltung der Rote-Liste-Baumart zu unterstützen. Das Projekt ist daher ein wichtiger Schritt,“ so Ernst Lohberger, Leiter der Fachstelle Waldnaturschutz. Die noch vorhandenen Schwarzpappelwälder am Unteren Inn gehören zu den größten Vorkommen in ganz Deutschland.
Maria Liebrecht, Fachreferentin der Unteren Naturschutzbehörde Passau betonte bei einem Fachtreffen vor Ort, die Fläche erfülle auch während des Umbaus vielfältige ökologische Funktionen und es werde dort Totholz in verschiedenen Zersetzungsstadien angereichert, indem Biotopbäume erhalten und Teile der umgeschnittenen Hybrid-Pappeln auf der Fläche belassen werden.
Bild: Bernhard Gotzler, BaySF.