Försterin Katharina Bäcker von den Bayerischen Staatsforsten freut sich über die jungen Eichen, die jetzt im Stadtwald Marktredwitz als Erfolg der Saat-Aktion im letzten Herbst austreiben. (Foto: Martin Hertel)
17. Juni 2026, Marktredwitz – Im Stadtwald Marktredwitz zeigen die Eichensprösslinge den Erfolg einer Saataktion der Bayerischen Staatsforsten. Was im Herbst mit viel Engagement und 400 Kilogramm Eicheln begann, wächst nun sichtbar zu einem klimastabilen Mischwald heran.
Nach dem eher feuchten Frühjahr recken sich jetzt auf der rund 6.000 Quadratmeter großen Saatfläche im sogenannten Stadtwald Marktredwitz zarte, frisch ausgetriebene Stieleichen-Sämlinge zum Licht. Für Katharina Bäcker, Revierleiterin vom Forstbetrieb Fichtelberg und für die Bewirtschaftung dieser Waldfläche zuständig, ist das ein besonderer Moment. Und ein sichtbares Zeichen dafür, dass die langfristigen Waldumbauprojekte greifen. Unter ihrer Leitung hatten im Oktober 2025 Auszubildende der Bayerischen Staatsforsten mit ihrem Ausbilder Andreas Schinner rund 400 Kilogramm Eicheln ausgesät. Gesammelt im „Eichelgarten“ bei Himmelkron, wurden die Samen sorgsam in den vorbereiteten Boden eingebracht und die Fläche zum Schutz vor Wild umzäunt. Nun, wenige Monate später, zeigt sich: die Mühe hat sich gelohnt.
In den vorher mit einem kleinen Bagger angelegten Riefen im Waldboden blitzen die ersten kräftigen Keimlinge hervor. Kleine, hellgrüne Blätter entfalten sich vorsichtig in der Frühlingssonne – unscheinbar auf den ersten Blick, doch von großer Bedeutung für den Wald der Zukunft. „Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, wie aus einer kleinen Eichel ein Baum wird“, sagt Katharina Bäcker beim Blick über die Fläche. „Diese kleinen Pflanzen sind der Anfang eines Waldes, der viele Generationen überdauern wird.“
Die Stieleiche spielt eine zentrale Rolle im Waldumbau des Fichtelgebirges. Während Fichten und Kiefern zunehmend unter Trockenheit, Stürmen und Schädlingsbefall leiden, gilt die Eiche als robust und anpassungsfähig. Mit ihren tiefreichenden Wurzeln erschließt sie Wasserreserven, stabilisiert den Boden und bietet zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen wertvollen Lebensraum.
Gerade im Stadtwald Marktredwitz, der im Altbestand überwiegend von Nadelhölzern geprägt ist, wird der Aufbau solcher strukturreichen Mischbestände immer wichtiger. Die jetzt auflaufenden Eichen ergänzen langfristig den Bestand und tragen dazu bei, die Auswirkungen des Klimawandels abzufedern. „Jede einzelne dieser Pflanzen ist ein Baustein für mehr Stabilität und Vielfalt“, betont Bäcker.
Für die Auszubildenden, die im Herbst an der Aktion beteiligt waren, ist das Ergebnis ebenfalls ein starkes Zeichen: Sie sehen nun ganz konkret, welchen Beitrag ihre Arbeit leistet. Vom Sammeln der Eicheln über die Aussaat bis hin zum ersten Austrieb erleben sie den Beginn eines Prozesses, der in der Forstwirtschaft oft Jahrzehnte umfasst.
Auch Forstwirtschaftsmeister Andreas Schinner zeigt sich zufrieden: „Die Natur gibt uns die Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Jetzt heißt es, die Fläche weiter zu begleiten und die jungen Eichen zu schützen, damit sie sich gut entwickeln können.“
Die ersten zarten Triebe sind dabei nur der Anfang. In den kommenden Jahren wird sich zeigen, wie sich die neue Eichengeneration etabliert. Doch schon jetzt ist klar: Die Saat vom vergangenen Herbst ist aufgegangen – im wahrsten Sinne des Wortes. Und im Stadtwald Marktredwitz wächst damit nicht nur ein neuer Bestand heran, sondern auch ein Stück Zukunft.
Zielstrebig und zäh: keimende Stieleiche mit einer sich entwickelnden, kräftigen Pfahlwurzel. (Foto: Martin Hertel)