Manfred Kröninger zusammen mit Rudolf Habereder und Jan-Otto Hake (v.l., Foto: Daniel Meyer)

Vorstand Manfred Kröninger (li) zusammen mit Rudolf Habereder und Jan-Otto Hake.

Der Forstbetrieb Kipfenberg der Bayerischen Staatsforsten bekommt einen neuen Chef. Jan-Otto Hake übernimmt die Verantwortung für die Staatswälder entlang des Altmühltals. Der bisherige Leiter, Rudolf Habereder, verabschiedet sich nach fast 40 Jahren im Forstdienst in den Ruhestand. 

 

Der Vorstand der Bayerischen Staatsforsten, Manfred Kröninger, hob im Rahmen einer Feierstunde die Leistungen von Rudolf Habereder hervor. „Sie haben die Ihnen anvertrauten Wälder mit viel Wissen, Fingerspitzengefühl und Beharrlichkeit bewirtschaftet. Sie sind ein wahrer Freund des Waldes, dafür sind wir Ihnen zu Dank verpflichtet“, so Kröninger. Gerade beim Waldumbau habe Habereder wichtige Akzente gesetzt und den Forstbetrieb gut für die Zukunft aufgestellt. Dies sei auch wichtig, denn „der Klimawandel stellt uns vor große Herausforderungen.“ Die Ausbreitung des Borkenkäfers sei überall in Bayern zu beobachten und auch im fichtengeprägten Forstbetrieb Kipfenberg deutlich zu spüren. „Deshalb brauchen wir Forstleute, die mit Sachverstand und Engagement die Wälder pflegen. Rudolf Habereder ist so ein Forstmann, und sein Nachfolger Jan-Otte Hake ebenso.“ Er sei zuversichtlich, so Kröninger, dass Hake die hervorragende Arbeit von Rudolf Habereder weiterführen werde. 

 

Rudolf Habereder stammt aus Schöllnach im Kreis Deggendorf und hat Forstwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität in München studiert. Nach dem Referendariat trat er seine erste Stelle 1989 an der Oberforstdirektion Regensburg an, und sammelte als Standortserkunder und Forsteinrichter wertvolle Erfahrungen für sein ganzes Berufsleben. Es folgten mehrere Abordnungen an das Forstamt Pielenhofen, wo er Vertretungen im Leitungsdienst wahrnahm. 2005 übernahm Habereder die Leitung der Forsteinrichtung für Nordbayern bei den neu gegründeten Bayerischen Staatsforsten. Ab 2008 war Habereder stellvertretender Leiter des Nachbar-Forstbetriebs in Kelheim, 2018 wechselte als Forstbetriebsleiter nach Kipfenberg.

 

Wenn es zwei Dinge gibt, die das berufliche Leben von Rudolf Habereder geprägt haben, dann sind es Vielfalt und Wandel. Die Vielfalt hat er als Forsteinrichter regelrecht aufgesaugt: „Als Forsteinrichter habe ich zahlreiche Waldbilder und Naturräume kennengelernt“, erzählt Habereder. „Mit unserer waldbaulichen Planung konnten wir diese Wälder prägen, und umgekehrt haben die unterschiedlichen Waldbilder auch mich und meine waldbaulichen Vorstellungen geprägt.“ Sein Idealbild, so Habereder, waren immer strukturreiche und vielfältige Wälder: „Das war auch eine Lehre aus dem Orkan Wiebke im Jahr 1990: Damals hat der Waldumbau im großen Stil angefangen. Wir wollten weg von Fichten-Monokulturen.“ Umso schöner, dass Habereder in Kipfenberg einen sehr baumartenreichen Forstbetrieb übernommen hat: „Wir haben gut 30 verschiedene Baumarten, zehn davon prägen unsere Wälder.“ Trotzdem war die Zeit in Kipfenberg vom Wandel geprägt: „Es gibt nicht nur in den Wäldern eine große Dynamik, sondern auch im Forstbetriebsteam“, sagt Habereder. „Wir haben in den letzten Jahren viele junge und engagierte Leute eingestellt. Zusammen mit den Erfahreneren hat der Forstbetrieb ein hervorragendes Team.“ Die Kolleginnen und Kollegen werde er sicher vermissen, so Habereder. „Ich freue mich aber auch auf mehr Zeit für meine Familie, für den Garten, Reisen und die Imkerei.

 

Habereders Nachfolger ist Jan-Otto Hake. Der 41jährige stammt aus Höxter in Nordrhein-Westfalen und hat in Göttingen Forstwissenschaften studiert. 2015 kam er zu den Bayerischen Staatsforsten und hat seither eine viel Erfahrung in unterschiedlichen Positionen bei den Bayerischen Staatsforsten gesammelt, unter anderem als Mitarbeiter im Leitungsdienst an den Forstbetrieben Sonthofen und Rothenburg, im Fachbereich Waldbau sowie als Leiter der Servicestelle am Forstbetrieb Schliersee. Ab 2022 war er Stellvertretender Betriebsleiter in Selb, nach einer kurzen Zwischenstation als Leiter der Abteilung für Forstmanagement beim Landesverband Lippe kam Hake im Juli 2025 zurück zu den Bayerischen Staatsforsten und ist seither kommissarischer stellvertretender Betriebsleiter am Forstbetrieb Roding.

 

Am Forstbestrieb Kipfenberg reizt ihn die besondere Lage entlang des Altmühltals und den daraus resultierenden waldbaulichen Gegebenheiten: „Der Forstbetrieb hat einen ganz speziellen Baumartenmix mit zahlreichen laubholzfähigen Standorten“, so Hake. „Diese werden wir nutzen, um dem Waldumbau voranzutreiben.“ Aktuell sind die Wälder des Forstbetriebs noch fichtengeprägt, Vorgänger Rudolf Habereder hat die Anpassung der Wälder an den Klimawandel kräftig vorangebracht. „Im Vordergrund wird zunächst sicher der Kampf gegen den Borkenkäfer stehen“, so Hake, „Trotz der großen Aufgabe der Kalamitätsbewältigung sollte auch der der zielgerichtete Waldumbau weiter vorangetrieben werden“. Rudolf Habereder und das Team am Forstbetrieb haben dafür schon viel getan. Darauf möchte ich mit den neuen Kolleginnen und Kollegen aufbauen.“ Die Vorfreude bei Hake ist jedenfalls groß: „Was will man mehr: Ein schöner, vielfältiger Forstbetrieb mit einem schlagkräftigen Team: Es kann losgehen.“