Freiwillige der ÖAV-Sektion Leogang mähen und rechen per Hand auf den steilen Bergmahdern der Bayerischen Saalforste im Naturpark Weißbach und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt seltener Tier- und Pflanzenarten.
03. August 2026, St. Martin bei Lofer – Seit zehn Jahren engagieren sich die Bayerischen Saalforste gemeinsam mit dem Österreichischen Alpenverein (ÖAV) Sektion Leogang und dem Naturpark Weißbach für den Erhalt wertvoller Bergmahder im Naturpark Weißbach. Dank hunderter ehrenamtlich geleisteter Arbeitsstunden konnten artenreiche Wiesenflächen erhalten und ein Zuwachsen mit Gehölzen verhindert werden.
Die steilen Bergmahder im Hinterthal wurden über mehr als 50 Jahre nicht mehr bewirtschaftet. Ohne regelmäßige Pflege drohten die Flächen zunehmend zu verbuschen und ihren besonderen ökologischen Wert zu verlieren. Mit dem Projekt „Mahd einmahdiger Wiesen im Naturpark Weißbach bei Lofer“ wurde dieser Entwicklung erfolgreich entgegengewirkt.
Bereits 2017 begann die Zusammenarbeit mit einer umfangreichen Schwendaktion zur Entfernung aufwachsender Jungbäume. Das Engagement der Freiwilligen wurde noch im selben Jahr mit dem österreichischen Naturschutzpreis „Die Brennnessel – Naturschutz is ka gmahde Wies'n“ ausgezeichnet.
Jedes Jahr leisten zwischen 15 und 20 Freiwillige körperlich anspruchsvolle Arbeit auf den steilen Flächen. Mit Sense und Rechen mähen sie die Wiesen von Hand und bringen das gewonnene Heu ab. Dadurch bleiben wertvolle Lebensräume für zahlreiche seltene Pflanzen- und Tierarten erhalten.
Besonders profitieren verschiedene Insektenarten von den offenen und blütenreichen Flächen. Kartierungen belegen, dass hier noch seltene und teilweise bedrohte Arten vorkommen. Dazu zählen unter anderem der Thymian-Ameisenbläuling, der Komma-Dickkopffalter sowie die Alpine Gebirgsschrecke. Gemeinsam mit den naturnah bewirtschafteten Wäldern der Bayerischen Saalforste sowie den angrenzenden Almen entsteht ein außergewöhnlich artenreicher Lebensraumverbund.
Auch Mitarbeitende der Bayerischen Saalforste unterstützten das Projekt regelmäßig. Revierförster Christoph Dinger und Forstbetriebsleiter Thomas Zanker packten in den vergangenen Jahren immer wieder selbst mit an. Als Dankeschön für das langjährige Engagement überreichte Zanker den Freiwilligen in diesem Jahr Honig aus eigener Imkerei. „Ohne artenreiche Wiesen gibt es keine Insekten und damit auch keine Bienen“, betont er.
Die Zusammenarbeit zeigt eindrucksvoll, wie Naturschutz, ehrenamtliches Engagement und nachhaltige Bewirtschaftung gemeinsam zum Erhalt wertvoller Kulturlandschaften beitragen können.