Sicher mit der Motorsäge arbeiten
Waldarbeit meistern – Wissen, das Leben schützt
Die Arbeit im Wald zählt zu den gefährlichsten Tätigkeiten überhaupt – und das liegt vor allem an einem zentralen Werkzeug: der Motorsäge. Wer Brennholz für den Eigenbedarf aufarbeiten möchte, braucht nicht nur Respekt vor der Waldarbeit, sondern vor allem fundierte Kenntnisse im sicheren Umgang mit der Motorsäge und beim Fällen von Bäumen. Dieses Wissen ist für professionelle Forstwirtinnen und Forstwirte ebenso unverzichtbar wie für private Kleinselbstwerberinnen und -werber.
Um Unfälle im Wald konsequent zu reduzieren, setzen die Bayerischen Staatsforsten auf eine solide Ausbildung aller Beteiligten. Sie übernehmen Verantwortung nicht nur für ihre eigenen Beschäftigten, sondern auch für die große Zahl privater Brennholzselbstwerber, die im Staatswald tätig sind. Grundlage dafür ist ein qualifizierender Motorsägenkurs, der nach den Vorgaben der international anerkannten Waldzertifizierung PEFC gestaltet ist.
Die Inhalte unserer Website orientieren sich an der DGUV Information 214‑059 und vermitteln praxisnah alle sicherheitsrelevanten Grundlagen.
Um den hohen Sicherheitsanspruch zu erfüllen, vergeben die Bayerischen Staatsforsten Brennholzlose künftig nur noch an Personen, die ihre Kenntnisse und Fähigkeiten durch ein entsprechendes Zertifikat wie einem Motorsägenkurs nachweisen können. So wird gewährleistet, dass im Wald wirklich nur Holz gesägt wird – und nicht die eigene Gesundheit aufs Spiel gesetzt wird.
Bild: Bayerische Staatsforsten AöR
Sägewissen für private Kleinselbstwerber
- Sie können sich mit der Motorsäge verletzen.
- Der Lärm kann Ihr Gehör schädigen.
- Die Abgase und Betriebsstoffe sind gesundheitsschädlich.
- Die Vibrationen können Gelenke und Gefäße schädigen.
- Fallende Bäume, herabfallende Äste und wegschnellende Holzteile können Sie oder andere unbeteiligte Personen schwer verletzen.
- Witterung wie z. B. Regen, Frost, Hitze, Schnee.
- Biotische Faktoren wie z. B. Zecken.
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Voraussetzungen zum Umgang mit der Motorsäge:
- Mit der Motorsäge dürfen nur Personen arbeiten, die einen Motorsägenlehrgang erfolgreich besucht haben.
- Jugendliche unter 18 Jahren dürfen nicht mit der Motorsäge arbeiten.
- Führen Sie Motorsägenarbeiten nicht alleine aus. Stellen Sie ständige Ruf- oder Sichtverbindung zu Personen her, die im Notfall helfen und Hilfe herbeiführen können.
- Aufgrund des hohen Gefährdungspotenzials dürfen sich mit der Motorsäge arbeitende Personen nicht durch den Konsum von Alkohol, Drogen oder anderen berauschenden Mitteln, sowie die Einnahme von Medikamenten in einen Zustand versetzen, durch den sie sich oder andere gefährden können.
Allgemeine Verhaltensregeln:
- Im Schwenkbereich der Motorsäge (2m) darf sich niemand aufhalten.
- Mit der Motorsäge nie über Schulterhöhe sägen.
- Motorsäge mit beiden Händen führen!
- Linke Hand am Griffbügel, rechte Hand am Gasgriff und Daumen um das Griffrohr.
- Auf sicheren Stand bei der Motorsägenarbeit achten.
- Keine Sägearbeiten auf einer Leiter ausführen.
- Fällarbeiten sind einzustellen bei einsetzender Dunkelheit, Sichtbehinderung durch z. B. Nebel oder bei starkem Wind.
- Bei Fällarbeiten in der Nähe von Wegen und Forststraßen sind ggf. Absperrmaßnahmen notwendig
Motorsäge, herabfallende Äste oder Holz unter Spannung:

Wer meint, Schutzausrüstung sei nicht notwendig, ist gewaltig auf dem Holzweg. Ein hochwertiger Helm mit Visier schützt vor Splittern und herabfallendem Holz, Gehörschutz schont die Ohren, Schnittschutzhose und Schnittschutzschuhe können im Ernstfall Verletzungen verhindern.
Sorgen Sie vor – für den Fall der Fälle!
- Helm mit Gesichts- und Gehörschutz
- Arbeitsjacke mit Signalfarben bzw. Signalkleidung oder Warnweste
- Arbeitshandschuhe
- Schnittschutzhose
Schnittschutzschuhe
Beachten Sie bei der kompletten Schutzausrüstung
die Herstellerangaben zur Wartung, Pflege und zum Aussondern – und natürlich immer beim Kauf auf das Logo der „KWF-geprüften Arbeitsmittel“!