Der Trockenheit trotzen – Schüler pflanzten Klimawald
Gelungenes Kooperationsprojekt klimafitter Schulwald: Vertreter von Staatsforstbetrieb Weißenhorn und Hans-Maier-Realschule Ichenhausen am neuen Hinweisschild östlich von Ichenhausen. (Bild: Bayerische Staatsforsten)
Ichenhausen, 25. August – Sonne und Hitze ohne Pause, kaum Regen – die letzten Monate haben die Wälder im Landkreis Günzburg stark gestresst: „In den letzten Wochen hat sich die Lage im Wald gefährlich verschärft, der Boden war stellenweise staubtrocken. Jetzt ist nach langer Zeit wieder etwas ergiebiger Regen gefallen. Davon brauchen wir in den nächsten Wochen aber noch viel mehr,“ fasst Martin Eggert, Leiter des Staatsforstbetriebs Weißenhorn, die Situation kurz und knapp zusammen.
Eggert hat sich an einem heißen Sommertag mit einigen Schülerinnen, Schülern und Vertretern der Lehrerschaft aus der Hans-Maier-Realschule Ichenhausen im Rohrer Wald getroffen. Hier, unweit von Ichenhausen, haben vor zwei Jahren Schülerinnen und Schüler einer 9. Klasse gemeinsam mit den Bayerischen Staatsforsten einen jungen Schulwald gepflanzt. Unter anderem brachten die Jugendlichen mit viel Einsatz und Pflanzspaten kleine Douglasien, Esskastanien und Wildkirschen in den Waldboden. Die Waldbäume sollen mit Hitze und Trockenheit zukünftig besser zurechtkommen, als die noch weit verbreitete Fichte.
Nun war es Zeit für eine erste Zwischenbilanz vor Ort: Der junge Klimawald hat sich bereits sehr gut entwickelt und zeigt üppiges Grün. Die Trockenheit der letzten Monate scheint mehr oder weniger spurlos an Kirsche und Co. vorbeigegangen zu sein. Sabrina Neugebauer und Florian Stocker als beteiligte Lehrer zeigten sich überzeugt vom Praxisprojekt mit dem staatlichen Forstbetrieb: „Wir möchten unseren Schülerinnen und Schülern ermöglichen, dass es im Unterricht auch einmal rausgeht aus der Schule. Einen Baum haben vorher die Wenigsten einmal gepflanzt. In diesem Projekt lernen die Jugendlichen nicht nur eine Menge dazu, sondern können durch ihren Einsatz ganz praktisch dem Wald helfen.“
Ein neu aufgestelltes Hinweisschild erläutert Waldbesuchern in Zukunft den Schulwald und seine Entstehung. Die Verantwortlichen von Realschule Ichenhausen und Forstbetrieb Weißenhorn haben bereits beschlossen, dass nach diesem Projekt noch weitere Schulwälder im Staatswald entstehen sollen: Die Schülerinnen und Schüler der Hans-Maier-Realschule haben auf jeden Fall schon jetzt ein sichtbares Zeichen für Klima- und Naturschutz gesetzt, das hoffentlich noch viele Jahre wachsen wird.