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Der Wald blüht auf

Bayerischen Staatsforsten nehmen Mahd der Streitmöser wieder auf

Bad Wiessee, 10.07.2019 – „Der Wald blüht auf“: Mit diesem Sonderprogramm wollen die Bayerischen Staatsforsten ihren Beitrag dazu leisten, der heimischen Insektenwelt zu helfen und um so dem in Presse und öffentlicher Diskussion mittlerweile allgegenwärtigen Insektensterben entgegenzuwirken. Dies soll vor allem über eine Steigerung des Angebotes an Blühflächen erfolgen. Die Kosten der verschiedenen Maßnahmen werden durch die Bayerischen Staatsforsten getragen, die ihrerseits vom Freistaat Bayern aus Mitteln für besondere Naturschutzleistungen gefördert werden.

Bereits im vergangenen Jahr wurden so auch in den Revieren des Forstbetriebs Schliersee neue Blühflächen angelegt, strukturreiche Waldränder gepflanzt sowie eine Streuobstwiese neu begründet. In den Gebirgsbereichen sollte durch Wiederaufnahme der jährlichen Mahd langfristig die Artenvielfalt und so der ökologische Wert bereits vorhandener Waldblößen und Feuchtwiesen gesteigert werden.

Eine dieser Flächen sind die sogenannten „Streitmöser“ oberhalb von Bad Wiessee. Waren diese in früherer Zeit bei kriegerischen Auseinandersetzungen noch ein Zufluchtsort für die Menschen im Tegernseer Tal, so sind sie heute zu einem Rückzugsort für viele mittlerweile selten gewordene Tier- und Pflanzenarten geworden.

Die Streitmöser wurden über Jahrzehnte/Jahrhunderte hinweg als Streuwiese genutzt. So wurden sie i.d.R. einmal jährlich gemäht. Das dabei gewonnene Gras bzw. Heu wurde als Einstreu oder Futtermittel genutzt. Unterbleibt diese Mahd, können die Samen der umstehenden Waldbäume keimen und sich zu jungen Bäumchen und Sträuchern entwickeln. Gegenüber den konkurrenzkräftigeren Sträuchern und Bäumen haben die lichtbedürftigeren Blütenpflanzen das Nachsehen und werden mehr und mehr zurückgedrängt. Viele teilweise bunt blühenden Pflanzenarten würden so verschwinden und mit ihnen auch viele auf diese Blütenpflanzen angewiesene Insektenarten wie z.B. Schmetterlinge, Bienen oder Käfer.

Um das langfristig drohende Zuwachsen der Streuwiese abzuwenden, hat der Forstbetrieb Schliersee nun im Rahmen des Sonderprogramms „Der Wald blüht auf“ im Herbst vergangenen Jahres die Mahd erstmalig wiederaufgenommen. Damit die sensiblen Flächen nicht durch eine Befahrung mit schweren Maschinen geschädigt werden wurde mit Handgeräten gemäht. Das anfallende Mähgut wurde zusammengerecht und von der Fläche abgefahren. Dies ist besonders wichtig, da nur bei Entzug des Mähgutes die für Streuwiesen typischen Pflanzenarten erhalten bleiben bzw. sich langfristig wiedereinstellen können. So wird von Jahr zu Jahr die Anzahl bunt blühende Pflanzenarten in den Streitmösern zunehmen. Die Aussichten stehen gut, dass man hier in ein paar Jahren sogar wieder Orchideenarten wie beispielsweise bestimmte Knabenkräuter bewundern können wird.

Auf der familienfreundlichen Wanderung „Holzeralm und Koglkopf“ (Detaillierte Wegbeschreibung mit Karte und Höhenprofil finden Sie hier) kommt man nach etwa halber Strecke direkt an den Streitmösern vorbei. Hier ist auch das auf dem Foto zu sehende Hinweisschild aufgestellt, auf dem sich Wanderer über das Sonderprogramm „Der Wald blüht auf“ informieren können.

Weitere Informationen zum Sonderprogramm bzw. über die Bayerischen Staatsforsten AöR oder zum Forstbetrieb Schliersee finden Sie unter www.baysf.de