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Rückkehr des Fischadlers in die Oberpfalz

Noch im 19. Jahrhundert war der Fischadler in ganz Mitteleuropa an Seen und Flüssen Brutvogel. Die gnadenlose Verfolgung eines vermeintlichen Nahrungskonkurrenten durch Abschuss, Entnahme der Gelege und Fällen der Horstbäume zu Anfang des 20. Jahrhunderts führte zu seinem Verschwinden aus Mitteleuropa mit Ausnahme kleiner Restvorkommen in Norddeutschland und Polen. Diese erlitten in den 50er und 60er Jahren erneute Einbußen durch Vergiftung mit Pestiziden wie DDT. Erst seit etwa 30 Jahren können sich die Restbestände – ausgelöst durch das veränderte Umwelt- und Naturschutzbewusstsein – allmählich wieder erholen.

Die alles entscheidende Schlüsselfrage bleibt dabei: „Wie ist das mögliche Revier beschaffen?“ Ideal sind lichte Kiefern-Altholzreste oder Einzelüberhälter in größeren geschlossenen Waldgebieten in Kombination mit Fischgewässern im Umkreis von etwa 3 km - ein typisches oberpfälzer Landschaftsbild also.

Aus dieser Überlegung heraus wurde Mitte der 1990er Jahre an drei vermeintlichen Idealstandorten, Eschenbach, Hessenreuther Wald und Manteler Wald, die Ausgangslage optimiert: Auflichtung von Altholzresten und –säumen, Anbringen von künstlichen Nisthilfen auf abgeflachten Überhältern und Belassen von zopftrockenen, wipfelbrüchigen und abgestorbenen Altbäumen als Sitzwarte in Horstbaum-Nähe. Die umgesetzten Ideen sind heute, nach jahrelangem geduldigem Zuwarten, von Erfolg gekrönt. Als erstes wurde der Horst am Großen Russweiher im Stadtwald Eschenbach im Jahr 2000 bezogen, der Hessenreuther Wald folgte 2007 und der Manteler Wald 2008.