Youtube Instagram Pinterest Flickr Google+
Headerimage

Naturwaldreservat Waldkugel

Die alten Eichen stammen noch aus der Zeit der Mittelwaldbewirtschaftung.

Das Naturwaldreservat Waldkugel liegt unweit der Stadt Würzburg im gleichnamigen Landkreis. Als Teil des FFH-Gebiets (Fauna-Flora-Habitat) „Irtenberger und Guttenberger Wald" befindet sich der Nordteil des Naturwaldreservats im Stadtwald Würzburg. Die südliche Teilfläche ist Staatswald und wird durch den Forstbetrieb Arnstein der Bayerischen Staatsforsten betreut. Die 75 Hektar große Fläche wurde im Jahr 1999 als Naturwaldreservat ausgewiesen.

STANDORT  

Eher flachhügelige, aber teilweise tief eingeschnittene Reliefformen charakterisieren die Fränkische Platte. Geologische Ausgangsmaterialien sind vor allem der Obere Muschelkalk sowie Feinlehme und Mergel des Lettenkeupers, die stellenweise mit Löss bedeckt sind. Daraus entwickelten sich hauptsächlich flachgründige, lehmige Rendzina-Böden. Sie sind gut mit Nährstoffen versorgt, im Sommer aber oft extrem trocken. Vielfach steht Wald auf diesen Böden, da sie für die landwirtschaftliche Nutzung eine zu geringe Wasserversorgung aufweisen.

WALDGESELLSCHAFTEN DES NATURWALDRESERVATS  

Die ehemalige Mittelwaldbewirtschaftung begünstigte den Eichen-Hainbuchenwald. Nach dem Ende dieser speziellen Bewirtschaftungsform erobert sich die Buche Standortanteile zurück. Dadurch ändert sich die Waldgesellschaft hin zum artenreichen Waldmeister-Buchenwald. Eine Inventur des Waldes im Jahr 2001 erbrachte 26 verschiedene Baum- und Straucharten. Vorherrschende Baumarten sind neben Buche (47 Prozent) und Eiche (9 Prozent) verschiedene Edellaubhölzer wie Berg- und Spitzahorn (10 Prozent), Esche (9 Prozent), Kirsche (1 Prozent), Ulme, Wildapfel und Wildbirne.

ÖKOLOGISCHE BESONDERHEITEN

Als besondere Laubhölzer sind die seltenen Elsbeeren und Speierlinge vertreten, die in Zusammenhang mit der Waldwirtschaft früherer Jahrhunderte stehen.  

An den dicken Eichen- und Buchenstämmen finden fünf Spechtarten (Schwarz-, Bunt-, Mittel-, Klein- und Grünspecht) geeignete Bereiche, um ihre Höhlen anzulegen. Davon profitiert auch die Hohltaube, die als Nachmieterin ehemalige Schwarzspecht-Höhlen bezieht.  

Außerdem gelang der Nachweis zweier besonders seltener, heimischer Raublungenschneckenarten. Als typische Waldarten weisen sie darauf hin, dass das Gebiet schon über lange Zeiträume bewaldet ist.  

HISTORISCHE WALDNUTZUNG  

Bis in die 1930er Jahre wurde der Wald als Mittelwald bewirtschaftet. Der Kerngedanke war dabei die Kombination von Bau- und Brennholznutzung. Die Mittelwälder bestanden aus einer Oberschicht älterer Eichen und einer Unterschicht aus Stockausschlägen verschiedener Laubbäume. Das Bauholz lieferten die Eichen der Oberschicht. Gleichzeitig wurde der gesamte Wald in 20 bis 30 Parzellen aufgeteilt, wovon jedes Jahr in einer Parzelle die Unterschicht zur Gewinnung von Brennholz ausgehauen wurde. Lediglich einige vielversprechende junge Eichenstämmchen wurden belassen. Aus den abgeschlagenen Stöcken wuchsen neue Triebe für den nächsten Brennholzhieb.

SO FINDEN SIE HIN       

Sie erreichen das Naturwaldreservat mit dem Stadtbus (Haltestelle Würzburg-Heidingsfeld). Mit dem Auto fahren Sie Richtung Reichenberg. Unter der Straßenbrücke der B 19 zweigt eine Forststraße nach rechts zu einem Waldparkplatz ab. Von der Bushaltestelle oder dem Parkplatz sind es noch etwa 400 m bis zum Beginn des Rundwegs durch das Reservat.

Nähere Informationen finden Sie in der Randspalte!

Zur Seite Wald schützen.