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Naturwaldreservat Eichhall

Mächtige Eichen mit Buchen dazwischen sind charakteristisch für den Spessart | Foto: Bayerische Staatsforsten

Das Naturwaldreservat Eichhall liegt mitten im Spessart im Landkreis Aschaffenburg. Das Reservat ist Teil des FFH-Gebiets (Flora-Fauna-Habitat) Hochspessart sowie des Europäischen Vogelschutzgebiets Spessart. Es befindet sich im Staatswald und wird durch den Forstbetrieb Rothenbuch der Bayerischen Staatsforsten betreut. Die 67 Hektar große Fläche ist Teil des für seine Eichen berühmten „Heisterblocks" und wurde im Jahr 2003 als Naturwaldreservat ausgewiesen.

STANDORT  

Vor rund 250 Millionen Jahren lagerten sich sehr sandige, teilweise mehrere hundert Meter dicke Gesteinsmaterialen ab, die durch starken Druck zum Buntsandstein verbacken wurden. Durch Verwerfungen der Erdkruste und Erosion kamen diese Gesteinsschichten wieder an die Oberfläche und bilden das Grundgestein des Spessarts.

Auf diesem geologischen Untergrund haben sich meist nährstoffarme Schichtsandböden entwickelt.

WALDGESELLSCHAFTEN DES NATURWALDRESERVATS

Von Natur aus dominiert im Spessart die Buche. Unter dem dichten, dunklen Dach der Eichen-und Buchenblätter findet sich nur eine sehr spärliche Bodenflora mit Weißer Hainsimse und Zittergras-Segge. Moose wie das Frauenhaarmoos bilden kleine Teppiche aus. Dieser an Vegetation artenarme Waldtyp wird als „Hainsimsen-Buchenwald" bezeichnet. Die Eiche wurde seit Jahrhunderten vom Menschen im Spessart gefördert und gepflegt.

ÖKOLOGISCHE BESONDERHEITEN  

Hinsichtlich der Vielfalt an Tier-und Pilzarten ist der Hochspessart mit seinen bis zu 400-jährigen Eichen und seinen alten Rotbuchenwäldern eine Schatztruhe der Biodiversität in Bayern. Sechs Spechtarten, darunter auch der sonst seltene Mittelspecht, kommen hier vor. Der für das Gebiet auch gebräuchliche Name „Spechtshaart" weist auf diesen Umstand hin.

Die Spechte sorgen auch dafür, dass andere Höhlenbrüter in den Wäldern ausreichend Brutraum finden. Dazu gehört etwa der Halsbandschnäpper, der als einer der letzten Zugvögel aus dem südlichen Afrika zu uns zurückkehrt. In den Höhlen der Alteichen finden sogar Mauersegler ihren Brutraum. Dieser Vogel nistet, wie der Name schon verrät, sonst eher hoch an Gebäuden.

Einen exklusiven Lebensraum bevorzugt der Eremit, der auch als Juchtenkäfer bezeichnet wird. Die Larven entwickeln sich in großen Stammhöhlen und ernähren sich dort von verpilztem Holzmaterial. Bisher wurden im Eichhall über 300 holzbesiedelnde Käferarten nachgewiesen, darunter auch etliche sogenannte „Urwaldreliktarten". 

WALDENTWICKLUNG 

In regelmäßigen Abständen finden im Reservat forstliche Inventuren statt. Dabei wird die Entwicklung des Holzvorrats sowie des für viele Tier-und Pilzarten wichtigen Totholzes untersucht. Zusätzlich wird auch die Verjüngung von Bäumen und Sträuchern analysiert. Bei der letzten Inventur im Jahr 2011 wurde ein durchschnittlicher Holzvorrat von 557 Festmeter pro Hektar gemessen, davon entfielen auf die Buche 55 Prozent und die Eiche 45 Prozent. Im Jahr 2000 betrug der durchschnittliche Totholzvorrat auf der Fläche 47 Festmeter pro Hektar.  

SO FINDEN SIE HIN   

Sie erreichen das Naturwaldreservat vom Waldparkplatz „Steintor" aus über einen Forstweg (ca. 1,5 km). Der Waldparkplatz befindet sich an der Staatsstraße 2317 zwischen Weibersbrunn und Rothenbuch. Von Weibersbrunn kommend finden Sie ihn etwa 500 m nach der Abzweigung zur Autobahnauffahrt Rohrbrunn in einer Linkskurve auf der rechten Seite.

Nähere Informationen finden Sie in der Randspalte!

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