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Naturwaldreservat Dürrenberg

Kniehohe Heidelbeersträucher prägen die Krautschicht | Foto: Bayerische Staatsforsten

Das Naturwaldreservat Dürrenberg liegt inmitten eines großen Waldgebiets im Bereich der Gemeinde Neukirchen-Balbini im Landkreis Schwandorf. Das Reservat befindet sich im Staatswald und wird durch den Forstbetrieb Roding der Bayerischen Staatsforsten betreut. Die 26 Hektar große Fläche wurde im Jahr 1990 als Naturwaldreservat ausgewiesen.

STANDORT  

Das Reservat liegt auf einem sandigen Geländerücken in der Bodenwöhrer Senke, der durch Meeresablagerungen in der Kreidezeit entstanden ist. Die Kreidesande wurden später teilweise durch Wind umgelagert und haben sich zu trockenen, nährstoffarmen Sandböden entwickelt. Auf den ebenen Teilflächen haben sich über dem Sand dicke Humuspakete aus den herabgefallenen Kiefernnadeln angesammelt.

WALDGESELLSCHAFTEN DES NATURWALDRESERVATS  

Auf den trockenen, nährstoffarmen Sandböden ist der Weißmoos-Kiefernwald die typische Waldgesellschaft. Versuche in der Mitte des letzten Jahrhunderts, Weymouthskiefern (Strobe) künstlich durch Saat und Pflanzung in die Bestände einzubringen, scheiterten. In der Bodenschicht finden sich überwiegend Heidel- und Preiselbeersträucher sowie an den steileren, südexponierten Hängen immer wieder auch Rentierflechten. Dazwischen sind Polster des Gemeinen Weißmooses ausgebildet, das der Waldgesellschaft den Namen gibt.

ÖKOLOGISCHE BESONDERHEITEN  

Im Naturwaldreservat Dürrenberg leben über 230 Schmetterlingsarten. Die meisten von ihnen zählen zu den unauffälligen Nachtfaltern wie die beiden seltenen Arten Weißer Grasbär und Heidelbeeren-Silbereule. An die nährstoffarmen Standorte optimal angepasst ist die Raue Windelschnecke, die gern an den Heidelbeerpflanzen emporklettert. Fuchs-Röhrling und Heide-Milchling sind auf den Dünensanden zwei seltene Mykorrhiza-Baumpartnerpilze der Kiefer. An den Wegrändern sonnen sich gerne Kreuzottern und in den Abendstunden ist regelmäßig der melodische Ruf der kleinsten heimischen Eule des Sperlingskauzes zu hören.

WALDENTWICKLUNG  

Auf einer Forschungsfläche im Reservat sind alle Bäume dauerhaft markiert und nummeriert. Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft untersucht dort in regelmäßigen Abständen die Entwicklung der einzelnen Bäume und des für viele Tier- und Pilzarten wichtigen Totholzes.

Zwischen 1995 und 2006 hat auf dieser Fläche die Stammzahl von 465 auf 458 Stück abgenommen. Gleichzeitig nahm der Holzvorrat wegen der stärkeren Dimension der Einzelbäume von 234 auf 281 Festmeter zu. Der Totholzanteil ist mit sieben Festmeter pro Hektar noch relativ niedrig. Er wird sich aber mit zunehmendem Alter der Bäume auf natürliche Weise erhöhen und dann wertvolle Lebensräume bieten. 

SO FINDEN SIE HIN   

Von der Bundesstraße B85 zweigt zwischen Roding und Bruck i.d.Opf. die Staatsstraße nach Neukirchen-Balbini ab. Folgen Sie dieser Straße rund einen Kilometer. Direkt nach der Bahnunterführung liegt das Naturwaldreservat auf der rechten Seite.

Nähere Informationen finden Sie in der Randspalte!

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