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Naturwaldreservat Dreiangel

Im Frühjahr wächst der Bärlauch so weit das Auge reicht | Foto: Bayerische Staatsforsten

Das Naturwaldreservat Dreiangel liegt unmittelbar an der Donau, südlich von Weißingen im Landkreis Günzburg. Das Reservat befindet sich im Staatswald und wird durch den Forstbetrieb Weißenhorn der Bayerischen Staatsforsten betreut. Die 17 Hektar große Fläche ist Teil des FFH- (Flora-Fauna-Habitat) und Vogelschutzgebiets „Donau-Auen zwischen Thalfingen und Höchstadt" und wurde im Jahr 1978 als eines der ersten Naturwaldreservate in Bayern ausgewiesen.

STANDORT  

Nach der Eiszeit haben sich in der Donauaue Flusssedimente verschiedener Korngrößen abgelagert. Im Reservat dominieren Schlufflehme, die tiefer liegende Kiese überlagern. Seit dem Bau von Dämmen werden die Flächen im Reservat nicht mehr überflutet.

WALDGESELLSCHAFTEN DES NATURWALDRESERVATS  

Seitdem diese regelmäßigen Überflutungen ausbleiben, haben sich die Wälder im Reservat zu der bärlauchreichen Variante des Giersch-Bergahorn-Eschenwalds entwickelt. Die frühere Nutzungsform war der Mittelwald. Bäume der Oberschicht wuchsen zu dicken Stämmen heran und wurden als Bauholz geerntet. Die dünneren Bäume der Unterschicht wurden in regelmäßigen Hieben als Brennholz genutzt.

ÖKOLOGISCHE BESONDERHEITEN  

Ein geschlossener Teppich aus Bärlauch bedeckt im Frühjahr den Boden des Naturwaldreservats. Erst später im Sommer sind auch andere Pflanzen der Krautschicht zu erkennen. Neben den namensgebenden Charakterarten sind weitere Auengehölze wie Traubenkirsche, Wolliger Schneeball und Hasel sowie Bergulme und Winterlinde zu finden. In der Krautschicht sind auffällige Blütenpflanzen wie das Wunder-Veilchen und der Türkenbund vorhanden. Bei einem lokalen Sommersturm 2012 wurden zahlreiche Bäume umgeworfen oder abgebrochen.

Viele der vorkommenden Vogelarten wie Grauspecht, Mittelspecht und Halsbandschnäpper nutzen das Totholz für ihre Nahrungssuche und zum Bau von Nisthöhlen. Nach dem Sturm im Jahr 2012 haben sich auch zahlreiche Arten des Offenlands wie Goldammer, Stieglitz und Grünfink angesiedelt.

WALDENTWICKLUNG  

In dem Reservat liegt eine 5 000 Quadratmeter große, gezäunte Forschungsfläche. Dort sind alle Bäume dauerhaft markiert und nummeriert. Die Entwicklung der einzelnen Bäume, des für viele Tier- und Pilzarten wichtigen Totholzanteils und der Waldverjüngung werden in regelmäßigen Abständen von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft untersucht.

Im Zeitraum von 1981 bis 2013 ist auf dieser Fläche die Stammzahl durch das natürliche Ausscheiden konkurrenzschwacher Bäume und den Sturmwurf von 485 auf 367 Stück pro Hektar zurückgegangen. Der Holzvorrat ist in diesem Zeitraum von 440 auf 629 Festmeter je Hektar angewachsen. Die wichtigsten Baumarten auf der Fläche sind Esche (71 %), Bergahorn (19 %) und Winterlinde (9 %).

Die Inventur im Jahr 2013 ergab einen ansehnlichen Totholzanteil von insgesamt 115 Festmeter pro Hektar, davon 21 Festmeter als stehendes und 94 Festmeter als liegendes Totholz.

SO FINDEN SIE HIN   

Das Reservat ist über einen Forstweg erreichbar, der unmittelbar nach dem Waldparkplatz am Donauradwanderweg in Weißingen nach rechts abzweigt. Anfahrt: A8, Ausfahrt 66 (Leipheim), Ulmer Straße ostwärts, links über die Donaubrücke, links auf die Weißinger Straße, hinter Riedlingen wieder links und am Kreisel die dritte Abfahrt nach Weißingen bis zum Donauradweg folgen.

Nähere Informationen finden Sie in der Randspalte!

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